Strafanzeige gegen Richterin: 8.000 Seiten Sorgerechtsstreit

Ein Vater in Spanien beschreibt seinen Kampf um das Sorgerecht, der sich über 8.000 Aktenseiten erstreckt und eine Strafanzeige gegen die Richterin umfasst.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Strafanzeige gegen Richterin: 8.000 Seiten Sorgerechtsstreit
Achttausend Seiten: zwölf Verfahren und eine Anzeige gegen die Richterin

Achttausend Seiten Aktenumfang. Mehr als zwölf Verfahren, drei Berufungen und nach eigener Aussage mehrere hunderttausend Euro Anwaltskosten. Ein getrennt lebender Vater schildert die Strafanzeige, die er gegen die für seinen Familiensache zuständige Richterin eingereicht hat. Er wirft ihr Rechtsbeugung vor, weil sie das Sorgerecht für seine beiden Töchter trotz gemeldeter Verstöße nicht geändert habe. Die Anschuldigung ist noch nicht geklärt; derzeit handelt es sich lediglich um die Darstellung einer Partei.

Der Bericht wurde veröffentlicht, ohne Vorwarnung zurückgezogen und wieder online gestellt. Dies zeigt das große Interesse an einem Fall, den der Autor als typisch für die Funktionsweise der spanischen Familienjustiz ansieht.

Ein Ingenieur aus der Nuklearbranche gegen ein Arbeitsleben von 40 Tagen

Der Anzeigenerstatter präsentiert ein ungewöhnliches Profil für solche Streitigkeiten: Ingenieur mit altem Diplom, mehrere Patente, Karriere im Ausland und eigene Beratungsfirma. Er gibt an, in Projekten in über 22 Ländern gearbeitet zu haben, vier Sprachen zu sprechen und keine Vorstrafen zu haben.

Seine Ex-Partnerin soll laut seiner Version ein Arbeitsleben von nur 40 Tagen in 43 Jahren vorweisen können, mehr als fünfzehn Jahre Studium ohne Abschluss und eine anerkannte Zahlungsunfähigkeit. Die Trennung erfolgte, nachdem er angeblich jahrelange Lügen seit Beginn der Beziehung entdeckt hatte.

Wer dies als einfachen Paarkonflikt liest, verkennt den Kontext. Hier geht es um einen Rechtsstreit mit über 8.000 Seiten Akten und elf parallel laufenden Verfahren.

Der Vorwurf der Rechtsbeugung und das schwankende Terrain des Rechts

Im Kern steht die Anzeige gegen die ermittelnde Richterin, der rechtswidriges Handeln und eine auf sozialen Medien geäußerte ideologische Voreingenommenheit vorgeworfen wird. Rechtsbeugung ist ein Delikt mit engen Grenzen: Sie erfordert eine offensichtlich ungerechte Entscheidung, nicht bloß eine diskussionswürdige. Eine Anzeige zu erstatten ist einfach; dass sie Erfolg hat, ist etwas anderes.

Der Bericht listet etwa zwanzig Rechtsmittel auf seiner Seite auf – Ablehnungsgesuche gegen Staatsanwältinnen, Anzeigen gegen Anwältinnen, die Anzeige gegen die Richterin, Anzeige gegen eine Psychologin – sowie eine Reihe von Zivil- und Strafverfahren gegen eine zahlungsunfähige Mutter. Ohne rechtskräftige Verurteilungen bleibt dies eine Beschuldigung, kein Urteil.

Das Parental Alienation Syndrome zwischen klinischer Praxis und Ablehnung

Der Vater behauptet, seine Töchter würden gegen ihn manipuliert, was er dem sogenannten Parental Alienation Syndrome (PAS) zuordnet. Dies ist keine unumstrittene Kategorie. Ein vom Familientreffpunkt (Punto de Encuentro Familiar), den er selbst zitiert, erstellt Gutachten kommt zum Schluss, dass das PAS „keine wissenschaftliche Grundlage“ habe. Auf dieser Basis wurden Besuchsrechte eingeschränkt.

Dieser Punkt ist wichtiger, als es scheint: Wenn die Begutachtung dieses Syndroms abgelehnt wird, fehlt dem Elternteil ein formelles Instrument, um nachzuweisen, dass die Ablehnung durch die Kinder induziert wurde. Der Kampf findet dann auf einem Feld ohne standardisierte Sachverständigenbeweise statt.

Zwölf Jahre, die Schwelle, die alles ändert

Ab zwölf Jahren wird das Kind vom Richter angehört; mit fünfzehn darf es theoretisch selbst entscheiden, bei wem es leben möchte. Viele Väter berichten in ähnlichen Fällen, dass die Entfremdung in diesem Alter kaum noch vollständig rückgängig zu machen sei.

Der Autor legt eine Aufnahme vor, in der eine fünfjährige Tochter sagt, sie würden dem Richter mit zwölf sagen, dass sie ihn nicht mehr sehen wollen. Gefragt, was ein Richter tut, antwortet sie, sie wisse es nicht, ihre Mutter habe es ihr gesagt. Es ist nur eine Zeugenaussage, parteiisch, aber sie illustriert den Hauptvorwurf: den Konflikt, der auf die Kinder übertragen wird.

Was andere Väter mit dem gleichen Problem vermissen

Aus den Kommentaren lässt sich eine Analyseströmung mit mehreren Lehren ableiten. Erstens: Das günstige Gesetz allein reicht nicht. Ein Teilnehmer fasst es zusammen: „Du spielst Fußball, dein Team hat drei Spieler weniger, dein Torwart hat die Arme gefesselt und der Schiedsrichter ist das wichtigste Mitglied des Gegners.“ Zweitens: Weder die Staatsanwältin noch die Richterin sind Verbündete des Vaters.

Dem widersprechen andere: Die Veröffentlichung des Falls vor Abschluss könnte schaden, und der Kampfesdrang führe zu irreversibler Erschöpfung. Andere konzentrieren sich auf die harten Fakten: „Ich habe meinen Sohn in den letzten dreizehn Wochenenden nur zwölf Mal gesehen“, weit unter dem gerichtlich festgelegten Umfang.

Zwischen der Klage über institutionelle Voreingenommenheit und der Erkenntnis, dass kein Prozess die verlorenen Jahre zurückbringt, bleibt eine Frage offen, die niemand beantwortet: Wie viele Fälle wie dieser enden, bevor sie je ein Gericht erreichen, einfach aus purer Erschöpfung?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (229 Antworten).

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