Statham mit A Working Man: die Formel, die nie fehlschlägt

Jason Statham ist zurück mit 'A Working Man', demselben Film wie immer. Warum funktioniert das Action-Klischee? Wir analysieren das Geschäft und die Formel.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

A Working Man: Stathams nächste Rache und das Geschäft mit der endlosen Wiederholung

Jason Statham ist zurück. Der neue Film heißt 'A Working Man', und die Synopsis könnte aus einer Schablone stammen: ein Elite-Soldat im Ruhestand, gebrochen durch den Mord an seiner Familie, wird zurück ins Geschehen gezogen, um jemanden Schutzbedürftigen zu beschützen. Die Paradoxie: Dieses bis zum Überdruss wiederholte Szenario bleibt ein profitables Produkt. Die Frage ist nicht, ob Statham wieder dasselbe macht, sondern warum der Markt es belohnt.

Die Formel als Geschäftsmodell

Stathams jüngere Karriere ist ein faszinierendes wirtschaftliches Experiment: dasselbe Produkt in neuer Verpackung verkaufen. Die Zuschauer bringen es auf den Punkt: "Der Film ist immer derselbe, nur die Kulisse wechselt." Und in diesem "fast" liegt der Schlüssel. Risikoloser Actionfilm garantiert ein Stammpublikum, das keine Überraschungen verlangt, sondern das Vertraute: Schießereien, Fäuste und einen unbesiegbaren Helden. In Zeiten unsicherer Kinokassen hat diese Vorhersehbarkeit Marktwert. Dem Schauspieler wird ein Vermögen von 100 Millionen zugeschrieben, und seine Strategie scheint nicht viel mehr zu brauchen. Manche Berechnungen zählen über 500 bis 1.000 Mal, wie oft derselbe Auftakt im Genre vorkommt.

Der Vergleich mit 'The Beekeeper' oder gar 'John Wick' liegt nahe. Manche halten 'A Working Man' für einen Abklatsch des Keanu-Reeves-Universums; andere sagen, es sei dieselbe Schablone, die Statham seit Jahren nutzt und das Publikum klaglos konsumiert. Das Muster wiederholt sich in 'Redemption', 'Wrath of Man' oder 'The Foreigner', wo das Drama mehr wiegt als die Stunts und die viele für das Beste seines Schaffens halten.

Vom Wasser zu den Fäusten: der Sport, der den Mythos nährte

Eine oft übersehene Kuriosität: Bevor er der Actionheld der Stunde wurde, gehörte Statham dem britischen Schwimm-Nationalteam an. Er trat sogar bei den Commonwealth Games an, wenn auch nie bei Olympischen Spielen – ein Dorn im Auge, der blieb. Diese Schwimmer-Vergangenheit schimmert in seinen Filmen immer dann durch, wenn eine Wasserszene ihm einen Stil erlaubt, den kein Stuntman ganz imitieren kann. Die Anekdote ist unter den Fans des Schauspielers längst ein Klassiker.

Piraterie, der stille Feind der Kinokasse

Der Film ist kaum eine Woche alt, da zirkulieren bereits Versionen auf Download-Seiten und illegalen Streaming-Plattformen. "Hab ihn heute illegal gesehen", räumt ein Zuschauer ein; ein anderer tut ihn als minderwertiges Produkt ab und stellt ihn sogar unter den Vorgänger. Die Actionfilmbranche beobachtet diese Vorgänge mit Sorge, denn jedes illegale Anschauen ist Geld, das nicht in die Produktionskette zurückfließt. Doch die Piraterie hat auch eine andere Lesart: Das Publikum ist bereit, für Statham zu zahlen, aber viele verzichten darauf, wenn der Film nach Aufguss riecht. Der Preis der Formel wird also womöglich am Image bezahlt.

Müdigkeit oder Treue: das Publikum spaltet sich

Manche geben unumwunden zu, keinen einzigen Statham-Film gesehen zu haben – und lassen es dabei. Andere verteidigen die Formel mit einem schwer zu widerlegenden Argument: "Ich will nicht töten, aber man zwingt mich. Eine unerschöpfliche Formel, die mir immer noch gefällt." Zwischen diesen Extremen stehen jene, die applaudieren, wenn der Schauspieler aus der erwarteten Rolle fällt, wie in 'Redemption' oder 'Wrath of Man'. Das vorläufige Fazit: Das Publikum hat sich in zwei große Lager gespalten – die, die für die Routine zahlen, und die, die beschlossen haben, zu oft für dasselbe Ticket bezahlt zu haben.

Wie lange hält diese Maschinerie durch? Solange die Zahlen stimmen, hat Statham keinen Anreiz zur Änderung. Aber wenn der nächste Film einbricht, wird sich Hollywood erinnern: Die Formel funktioniert, bis sie es nicht mehr tut. Und an diesem Tag wird ihm vielleicht jemand erlauben, etwas Neues zu versuchen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (98 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver