Staat als organisiertes Verbrechen: Online-Debatte erschüttert Netz

Der Staat als legalisiertes Verbrechen: Der Konflikt zwischen denen, die ihn als institutionelle Mafia sehen, und jenen, die jede Alternative als Wiederholung seiner Missstände betrachten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Staat als legalisiertes Verbrechen

Was wäre, wenn die größte kriminelle Vereinigung keine Drogenbande wäre, sondern die Struktur selbst, die Gesetze erlässt? Das ist der Ausgangspunkt einer Diskussion, die sich über mehr als ein Jahr zu einem Schlagabtausch zwischen zwei unversöhnlichen Weltbildern entwickelt hat: jene, die im Staat die Quelle allen Übels sehen, und jene, die behaupten, jede Alternative würde seine Fehler reproduzieren. Die anfängliche These ist eindeutig: Der Staat ist institutionalisiertes organisiertes Verbrechen, und seine Verteidiger sind nach Ansicht der Kritiker identisch mit den Pogre, gegen die sie angeblich kämpfen.

Die Debatte bleibt nicht bei Provokationen stehen. Ein Teilnehmer kontert mit einem unbequemen Beispiel: In Haiti existiert kein Staat, was die Gleichung von Staat und Verbrechen widerlegen würde. Die Antwort folgt schnell: Auch dort gibt es eine Armee, und die Tatsache, dass einige Staaten Macht über andere ausüben, bedeutet nicht, dass keiner über der Bevölkerung steht. Die daraus gezogene Schlussfolgerung lautet, dass organisiertes Verbrechen vor allem der Staat selbst ist, der Verbrechen legalisiert und dann Lizenzen an andere Akteure vergibt.

Der Minimalstaat und die Unmöglichkeit seiner Begrenzung

Ein zentraler Punkt der Debatte ist die Machbarkeit des Minimalstaats. Die vorherrschende Haltung unter den Kritikern ist, dass die Natur des Staates sein Wachstum erzwingt, er unvermeidlich zur Tyrannei neigt und Minarchismus eine Utopie ist. Es wird argumentiert, dass der Staat akzeptiert wird, wenn Komfort über Freiheit mit Verantwortung gestellt wird, und dass Machtstreber sich grundlegend von jenen unterscheiden, die keine Macht wollen.

Dagegen stellt sich die Frage nach der vorgeschlagenen Alternative. Die Antwort ist ein Versammlungssystem offener Räte (Concejos abiertos), inspiriert vom frühmittelalterlichen Spanien. Dieser Strömung zufolge gab es zwischen dem 7. und 12. Jahrhundert eine Doppelherrschaft – Rat und Krone/Adel/Klerus –, die die Konzentration von Macht verhinderte. Diese Epoche wird als die freieste der Geschichte dargestellt, mit Ratsmilizen, Gemeindeland und Gewohnheitsrecht.

Die Versammlung als neuer Staat

Die häufigste Kritik an diesem Vorschlag ist, dass jede ausreichend große Gesellschaft letztlich einen Staat hervorbringt. Es wird argumentiert, dass die Versammlung genau das sei, und wer die Hälfte ihrer Mitglieder überzeugt, dominiere das Ganze und funktioniere ähnlich wie der heutige Staat. Die Warnung lautet, dass solche Versammlungen leicht in Mini-Tyranneien oder Stammesclans abgleiten würden.

Die Debatte verschärft sich, wenn darauf hingewiesen wird, dass das Versammlungssystem sich nicht von anderen unterscheidet und ihm einzigartige Eigenschaften zuzuschreiben ein Glaubensakt ist. Die Antwort ist, dass die Menschen sich bewusst werden müssen, dass alle mit gelenktem Geist denken und Spezialisierung eine Falle ist: Wer Wissen delegiert, delegiert Macht.

Das Urchristentum als revolutionärer Unterbau

Eine der ungewöhnlichsten Ausprägungen ist die Berufung auf das Urchristentum. Es wird behauptet, die Bewegung für eine integrale Revolution basiere auf dem christlichen Kulturgut, das vom ursprünglichen Christentum ausgeht, dessen Feindin die Kirche ist. Argumentiert wird, Jesus habe eine Versammlung aufgebaut, keine Hierarchie, und dass das ländliche Mönchtum in Spanien hunderte doppelte und familiäre Klöster gründete, die vom Klerus verfolgt wurden.

Kontroverse entsteht, als einer der intellektuellen Bezugspunkte dieser Strömung mit einem angeblichen Agenten der Operation Gladio in Spanien während der 70er und 80er Jahre in Verbindung gebracht wird. Diese Behauptung, ohne Beweise im Austausch erhoben, bleibt als ungelöster Schatten bestehen.

Fiat-Geld und der Verlust der Anbindung

Ein weiteres Streitthema ist die Währungspolitik. Es wird festgestellt, dass der aktuelle Globalismus mit dem Verlust der metallischen Deckung der Währung zusammenhängt, und dass dieses Phänomen jede Sorge um Bevölkerungsreduktion übersteigt. Die Diskussion dreht sich darum, ob Geld der Schlüssel zu allem ist, mit gegenseitigen Vorwürfen, Kernprobleme zu umgehen.

Der Austausch endet mit gegenseitigen Vorwürfen über Debattentaktiken und dem Abschied eines Teilnehmers. Die Grundfrage bleibt offen: Wenn der Staat unvermeidlich ein Räuber ist, was hindert die Versammlung daran, ein neuer zu werden?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (122 Antworten).

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