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Spitznamen für Spaniens Sánchez: Von 'Moncloa-Hausbesetzer' bis 'Hund'
In einem Forumsthread sind über fünfzig Spitznamen gegen Pedro Sánchez zusammengekommen. Vom 'Moncloa-Hausbesetzer' bis zum 'Hund' wächst die Liste stetig weiter…
Von 'Falconeti' bis 'Hund': Die Liste der Spitznamen, die Sánchez verfolgen
Eine Liste mit mehr als fünfzig Spitznamen gegen Pedro Sánchez kursiert seit fast drei Jahren in einem Aktualitäts-Forum. Die Mechanik ist immer dieselbe: Jemand wirft einen Namen ein, ein anderer Teilnehmer fügt eine Variante hinzu, und der Thread wächst wie ein Kinderspiel im Kreis. Das Ergebnis ist ein Katalog, der vom billigen Witz bis zum politischen Porträt reicht – und der mehr über die Stimmung eines Teils der Wählerschaft verrät als über die Biografie des Ministerpräsidenten.
Die Unterhaltung beginnt mit einer Aufzählung, die die verschiedensten Anspielungen mischt: von Wortspielen mit dem Nachnamen («Falconeti», «Embelecoz», «Sanchezscu») bis hin zu Etiketten über seine Amtsführung («Der Moncloa-Hausbesetzer», «Der Altenmörder», «Der Totengräber»). Es gibt kein einheitliches Kriterium. Was es gibt, ist ein stiller Wettbewerb darum, wer die schärfste Etikette findet. Und im Hintergrund die Vermutung, dass sich der Spitzname, der sich durchsetzt, am Ende als Zusammenfassung einer ganzen Amtszeit erweisen wird.
Der sarracena Gewinner: 'Hurensohn'
Einer der meistbewerteten Beiträge im Thread schlägt schlicht «Hurensohn» vor, mit dem Argument, dass niemand in Spanien öfter so genannt worden sei. Es ist der aggressivste Ausdruck der Liste und zugleich derjenige, der den Ton eines Teils der Debatte am besten trifft: Politik reduziert auf Schmähung. Der Verfasser des ursprünglichen Beitrags greift den Vorschlag auf und nimmt ihn ins Repertoire auf. Es gibt keinen Filter.
Neben den plumpsten Beleidigungen finden sich einfallsreichere Schöpfungen. «Pedro Melenchón» spielt auf die parlamentarische Nähe zum Podemos-Chef an; «Pedro Underwood» verweist auf die Serie House of Cards; «Gollum» und «Satanchez» bedienen sich bei der Popkultur. Der Wechsel der Tonlagen ist das Markenzeichen des Threads: Es ist keine Hetzrede, es ist eine Werkstatt verbaler Ingenieurskunst.
Die vorgeschlagene Umfrage: K.-o.-Runden wie in der Champions League
An einer Stelle des Threads wird vorgeschlagen, eine Umfrage zu organisieren, in der Leser die besten Spitznamen wählen sollen – mit K.-o.-Runden ab dem Achtelfinale bis nur noch einer übrig bleibt. Die Idee wird im vorliegenden Material nie umgesetzt, macht aber deutlich, dass es nicht nur ums Abreagieren geht: Es geht darum, eine Erzählung zu bauen. Der endgültige Spitzname, falls er gewählt würde, würde als Etikette dienen, die eine ganze Amtszeit zusammenfasst.
Das Problem dieses Unterfangens: Spitznamen sind keine Analyse. Sie sind Abkürzungen. Und wie jede Abkürzung sagen sie mehr über diejenigen aus, die sie benutzen, als über diejenigen, auf die sie sich beziehen. Im Thread gibt es aber auch Raum zum Nachdenken: Zwischen den Namen tauchen Verweise auf Korruption auf, auf das Management der DANA-Flutkatastrophe und auf die Gestalt eines Ministerpräsidenten, der – nach einem im Thread zitierten Wort von Arturo Pérez-Reverte – gerade «den Abriss eines Staates durch einen einzigen Mann» inszeniere.
Vom Spott zum politischen Rahmen
Der Thread ist nicht nur eine Namensliste. Zwischen den Spitznamen stehen Beiträge, die auf konkrete Themen zielen: die Anklage von Verwandten, die Finanzierung eines Netzwerks von Bordellen, Marokkos Einsatz von Pegasus, Sánchez' Ausschluss von einem EU-Gipfel. Es sind Vorwürfe, die im Thread ohne Belege in die Welt geworfen werden und die überwiegend gerichtlich nicht bestätigt sind. Der Artikel gibt sie nicht als Fakten wieder: Sie werden erwähnt als Teil des Meinungsklimas, das die Spitznamen speist.
Die Unterhaltung driftet auch zur Kritik an den öffentlichen Medien ab. Ein Beitrag bemängelt, dass TVE einen Buhruf gegen Sánchez nicht behandelt habe, ein anderer antwortet mit dem Gesicht des Ministerpräsidenten. Es ist der alte Unterton: der Verdacht, dass die offizielle Erzählung nicht mit der Straße übereinstimmt. Die Spitznamen sind die Volksversion dieses Verdachts.
Die verblüffende Zahl
Der Thread hat 105 Antworten und ist fast drei Jahre alt. In all der Zeit ist das Repertoire stetig gewachsen. Und doch hat keiner der Spitznamen den echten Namen in den Medien oder Institutionen verdrängt. Die im Thread am häufigsten genannte Etikette, «Hund», taucht in keiner Schlagzeile auf. Der Spitzname ist Katharsis, keine Kategorie. Was bleibt, ist die Liste: ein unfreiwilliges Dokument davon, wie ein Teil der Wählerschaft Politik verarbeitet, wenn die Debatte erschöpft ist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (106 Antworten).
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