Arturo Pérez-Reverte: "Europa verdient es, vom Mittelmeer rekolonisiert zu werden"

Der spanische Schriftsteller Arturo Pérez-Reverte schreibt auf X, dass "jedes Schlauchboot, jede Invasion und jede Auswanderung das Mittelmeer vergrößert". Der Satz löst die Migrationsdebatte neu aus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Arturo Pérez-Reverte hat auf X geschrieben, dass "Europa verdient, dass das Mittelmeer es rekolonisiert" und dass "jedes Schlauchboot, jede Invasion und jede Auswanderung das Mittelmeer vergrößert". Das ist die Meinung des Romanciers, keine demografische Tatsache.

Den Satz veröffentlichte der spanische Schriftsteller **Arturo Pérez-Reverte** auf seinem X-Konto, und die Zeitung **El Mundo** griff ihn als Eilmeldung rund um das Erscheinen seines neuen Romans auf. Der vollständige Text lautet: "Europa verdient, dass das Mittelmeer es rekolonisiert. Jedes Schlauchboot, jede Invasion und jede Auswanderung vergrößert das Mittelmeer". Es ist kein Bericht, keine Statistik und keine Erklärung eines Amtsträgers. Es ist die Meinung eines Romanciers mit einem viel gelesenen Konto, und man sollte sie auch so lesen.

## Ein Satz eines Autors, keine Migrationszahl

Pérez-Reverte verwendet "rekolonisieren" im übertragenen und provokanten Sinne: Er kehrt die historische Richtung der europäischen Kolonisierung Nordafrikas um und wendet sie auf die heutige Migration an. Das Wort "Invasion" für die Ankunft von Migranten ist eine rhetorische Entscheidung, keine technische Beschreibung. Keine offizielle Stelle zählt "Invasionen": Gezählt werden Ankünfte, Asylanträge und Rettungen.

Der Schriftsteller liefert in diesem Text keine Zahlen zu Ankünften, Nationalitäten oder Daten. Die Behauptung lässt sich daher nicht überprüfen wie eine Migrationsbilanz. Sie lässt sich diskutieren, wie man eine Meinung diskutiert.

## Warum so ein Satz Schlagzeilen macht

Das Konto von **Pérez-Reverte** erreicht ein großes Publikum, und **El Mundo** behandelte ihn als Eilmeldung im Zusammenhang mit seinem Roman. Diese Geste — eine Meinung zur Schlagzeile zu machen — verleiht der Sache Gewicht: Nicht nur, was gesagt wird, zählt, sondern auch, wer es sagt und wo es veröffentlicht wird.

Das Mittelmeer ist eine der am stärksten überwachten Migrationsrouten der Welt, und die Sprache, mit der sie beschrieben wird, prägt die öffentliche Debatte. Migration eine "Invasion" zu nennen, ist nicht neutral: Es verschiebt das Gespräch von Ursachen und Politiken hin zum Konfliktrahmen.

## Der Kontext des Romans

Der Satz erscheint im Zusammenhang mit dem Erscheinen des neuen Romans des Autors, so die Publikation, die ihn verbreitete. Das macht ihn weder zur Fiktion noch nimmt ihn von der Analyse aus: Ein Schriftsteller darf sich auch außerhalb seiner Bücher äußern, und seine Leser können die Figur von der Person unterscheiden.

Ratsam ist vor allem, dem Satz nicht mehr Präzision zuzuschreiben, als er hat. Er beschreibt kein messbares Phänomen; er drückt eine Haltung aus. Und Haltungen werden mit Argumenten widerlegt, nicht mit Volkszählungen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (5 Antworten).

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