Die Gefahr, geboren zu werden

Der menschliche Körper baut sich vom ersten Tag an ab und braucht Nahrung, Wasser und Arbeit, um sich zu erhalten. Die Biologie erklärt, warum dieser Tribut unvermeidlich ist.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ja, geboren zu werden bedeutet, zu sterben zu beginnen: Der Organismus baut sich vom ersten Tag an ab und braucht Ressourcen, um sich zu erhalten. Das aber eine vermeidbare Tyrannei zu nennen, verwechselt Biologie mit Politik.

## Der Abbau beginnt am ersten Tag

Altern ist keine Metapher. Zellen teilen sich, sammeln Schäden an und verlieren ihre Reparaturfähigkeit schon ab der embryonalen Entwicklung. Die Telomere, die Enden der Chromosomen, verkürzen sich bei jeder Teilung in den meisten Geweben, und diese Verkürzung wird mit dem Funktionsverlust in Verbindung gebracht. Es gibt keinen Moment, in dem der Körper aufhört, sich abzunutzen: Der Verschleiß ist kontinuierlich und beginnt, bevor wir uns dessen bewusst sind.

Die Entropie schont niemanden, aber sie ist auch kein sarracena Urteil. Sie ist Physik. Ein lebender Organismus ist ein System, das seine innere Ordnung aufrechterhält, indem es Energie aus seiner Umgebung verbraucht, und dieser Austausch hat einen Preis. Die Thermodynamik unterscheidet nicht zwischen Leben und Schmelzen: Es ist derselbe Prozess aus verschiedenen Blickwinkeln.

## Essen, Trinken und Arbeiten sind keine Strafe

Der Mensch braucht im Durchschnitt **2.000 Kilokalorien täglich**, um seine lebenswichtigen Funktionen aufrechtzuerhalten, so die üblichen Ernährungsrichtlinien. Diese Energie kommt nicht von allein: Sie muss gesucht, angebaut oder gekauft werden. Die Pflicht, sich zu ernähren, ist keine Demütigung, die jemand auferlegt hat; sie ist die Bedingung jedes Stoffwechsels. Dasselbe gilt für Wasser: Ohne regelmäßige Zufuhr bricht der Organismus innerhalb von Tagen zusammen.

Das historisch Neue ist nicht das Bedürfnis, sondern seine Vermittlung. In einer monetarisierten Wirtschaft erfordert der Zugang zu Ressourcen Einkommen, und das macht das Überleben zu einer Aufgabe mit Zeitplan. Dass der Tribut in Gehältern statt in Wildbeeren gezahlt wird, ist eine Eigenschaft des Wirtschaftssystems, nicht der Biologie. Beides zu verwechseln führt zu großspurigen Diagnosen und unmöglichen Lösungen.

## Die Gelassenheit angesichts des Desasters hat eine Erklärung

Dass die Menschen ruhig auf ihren eigenen Abbau zugehen, ist kein Zeichen kognitiver Verarmung. Die Evolutionspsychologie betont seit Jahrzehnten, dass eine ständige Todesangst mit dem Alltag unvereinbar wäre. Das Gehirn filtert die existenzielle Angst heraus, um Handeln zu ermöglichen. Sich um das Auto oder den Einkauf zu sorgen, ist keine Entfremdung: Es ist der Mechanismus, der das Funktionieren überhaupt erst möglich macht.

Die Ironie ist, dass auch derjenige, der das Desaster anprangert, ihm unterworfen ist. Niemand entgeht dem zellulären Verschleiß, auch nicht, wer ihn mit Vehemenz anklagt. Der Unterschied zwischen den einen und den anderen liegt nicht in der Klarheit, sondern im Grad der Dramatik, den jeder demselben Faktum beimisst.

## Was die Biologie nicht entscheidet

Altern ist heute unvermeidlich; die Art und Weise, wie der Zugang zu Ressourcen organisiert wird, nicht. Dass der Körper sich abbaut, bedeutet nicht, dass es unter prekären Bedingungen geschehen muss, noch dass der Arbeitstag ein Urteil sein muss. Die Biologie setzt die Grenzen; die Politik entscheidet, wie man innerhalb dieser Grenzen lebt. Beide Ebenen zu vermischen erzeugt einen Pessimismus, der nichts erklärt und nichts vorschlägt.

Wenn der Leser eine praktische Schlussfolgerung mitnimmt, dann diese: Auf Ernährung, Ruhe und Bewegung zu achten verzögert einen Teil des Abbaus, beseitigt ihn aber nicht. Bei Gesundheitsfragen an einen Fachmann wenden.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (0 Antworten).

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