Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Spanischer Wirtschaftsverband fordert Rentenalter 68 bis 72 Jahre
Der Círculo de Empresarios aus Spanien schlägt vor, das Rentenalter auf 68-72 Jahre zu erhöhen. Kritiker bemängeln die Altersdiskriminierung am Arbeitsmarkt.
Círculo de Empresarios schlägt Erhöhung des Rentenalters auf 72 Jahre vor
Der Círculo de Empresarios (ein einflussreicher spanischer Wirtschaftsverband) hat vorgeschlagen, das gesetzliche Rentenalter auf eine Spanne von 68 bis 72 Jahren anzuheben. Der Vorschlag, über den El Confidencial berichtete, stößt in der öffentlichen Debatte auf breite Ablehnung. Kritiker weisen darauf hin, dass das gesetzliche Rentenalter bereits nahe bei 67 liegt und viele Arbeitnehmer ab 50 Jahren kaum noch Chancen auf Einstellung haben. Dies ist keine neue Idee, sondern der nächste Versuch, ein System zu reparieren, das nach Ansicht seiner Gegner an allen Ecken und Enden bröckelt.
Was genau schlägt der Círculo de Empresarios vor?
Der Vorschlag sieht keine direkten Kürzungen vor, sondern eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit, um das Umlageverfahren zu stabilisieren. Das Argument ist bekannt: Es gibt immer mehr Rentner und weniger Beitragszahler, und die demografische Pyramide hält nicht stand. Der Círculo stellt dies als mathematische Notwendigkeit dar, nicht als ideologische Wahl. Befürworter behaupten, ohne diese Anpassung werde das System zusammenbrechen und die heutigen jungen Menschen würden nichts erhalten.
Die überwiegende Mehrheit in der öffentlichen Diskussion lehnt dies frontal ab. Manche erinnern daran, dass Bankangestellte mit 50 in Vorruhestand gingen und Millionengehälter bezogen, während nun Handwerker oder Reinigungskräfte bis 72 arbeiten sollen. Der Widerspruch ist schwer zu verdauen: Rettung für die Reichen, Druck auf die Armen.
Wer stellt jemanden im Alter von 60 Jahren ein?
Das häufigste Argument betrifft den realen Arbeitsmarkt. Ab 50 ist es oft aussichtslos, einen Job zu finden. Wer mit 55 arbeitslos wird, hat noch mehr als fünfzehn Jahre bis zur Rente vor sich, ohne dass ihn jemand anruft. Der Vorschlag des Círculo ignoriert dieses Detail: Man kann das Rentenalter nicht hinausschieben, wenn das System ältere Arbeitnehmer viel früher ausschließt.
Einige schlagen eine Zwischenlösung vor: Rente nach Beitragsjahren, nicht nach Alter. Wer mit 14 anfängt und 40 Jahre einzahlt, könnte mit 54 in Rente gehen. Wer erst mit 30 anfängt, muss bis 70 arbeiten. Das Problem ist jedoch, dass heute niemand mit 14 anfängt. Der Einstieg in den Arbeitsmarkt hat sich auf die Dreißiger verschoben, was jede solche Berechnung zunichtemacht.
Das Umlageverfahren im Visier
Ein Teil der Analyse behauptet, das Umlageverfahren sei ein Schneeballsystem, das nur funktioniert, solange es mehr Beitragszahler als Rentner gibt. Die vorgeschlagene Lösung ist die Privatisierung: individuelle Konten, ähnlich den US-401k-Plänen oder dem chilenischen Modell. Das Argument lautet, dass jeder sein Geld selbst verwaltet und der Staat nicht versprechen soll, was er nicht bezahlen kann.
Die Gegenreaktion ist sofortig: Chiles Fonds sind gescheitert und viele Rentner blieben ohne Pension. Privatisierung garantiert nichts, sie verlagert das Risiko nur auf den Einzelnen. In einem Land mit niedrigen Löhnen und prekärer Beschäftigung können wenige genug sparen.
Rentner als Sündenböcke
Eine weitere Kritiklinie richtet sich gegen Rentner mit hohen Einkommen. Manche beklagen, dass ein Ehepaar im Ruhestand 5.000 Euro monatlich aus Renten und Mieteinnahmen beziehen kann, während junge Menschen unter unmöglichen Hypotheken leiden. Die unbequeme Schlussfolgerung lautet: Nicht alle Rentner sind schutzbedürftig, und manche nehmen mehr heraus, als sie eingezahlt haben.
Das Gegenargument ist, dass Verallgemeinerungen ungerecht sind. Die meisten Rentner beziehen zwischen 800 und 1.500 Euro, und viele unterstützen ihre Kinder und Enkel. Eine ganze Gruppe zum Schuldigen der Krise zu machen, ist ein Nebelkerze, die davon ablenkt, über Löhne, Wohnraum und Produktivität zu sprechen.
Was passiert mit den Renten?
Die verbreitetste Prognose ist, dass sich grundlegend nichts ändern wird. Das Rentenalter wird erhöht, die Beiträge steigen, das System wird geflickt und das Problem der nächsten Generation hinterlassen. Gewerkschaften werden protestieren, Unternehmer werden drängen und die jeweilige Regierung wird das Minimum tun, um Stimmen nicht zu verlieren. Währenddessen zahlen die heute 40-Jährigen für eine Rente ein, die sie vielleicht nie vollständig beziehen werden.
Die vollständige Berechnung mit allen demografischen und wirtschaftlichen Variablen ergibt ein Ergebnis, das niemand schriftlich festhalten möchte. Aber die Schlussfolgerung ist klar: Entweder ändert man das Modell, oder das Modell bricht von allein zusammen. Und niemand scheint es eilig zu haben, zu entscheiden, was zuerst passiert.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (133 Antworten).
Seit Juli 2023 führen die Niederlande individuelle Rentenkonto ein. Bis 2028 läuft eine fünfjährige Übergangsphase, wobei die Frage der Finanzierung offen bleibt.
Ein wissenschaftlicher Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums empfiehlt, das Renteneintrittsalter auf 73 Jahre zu erhöhen, um den Kollaps der Rentenversicherung abzuwenden.
Der spanische Politiker Pablo Iglesias schlägt ein breites linkes Bündnis unter Führung von Sánchez vor, während Podemos in Madrid und Valencia verschwindet.