Der Vermieter, der mit Gewalt gegen einen Nicht-Zahler droht
Ein Vermieter hat es öffentlich gesagt, ohne Umschweife: „Ich erreiche einen Punkt, an dem ich reingehe, ihn verprügle und rausschmeiße; das Gesetz greift nicht.“ Er tat dies in einem Fernsehinterview und würzte es mit einem Satz, der die Wut zusammenfasst: „Die Regierung ist unser größter Feind.“ Der Fall, der über einen Tweet verbreitet wurde, hat die Debatte über Hausbesetzungen und die institutionelle Reaktion wieder eröffnet. Die anschließende Diskussion entwickelte sich zu einer unangenehmeren Frage: Ist das Problem rechtlicher Natur oder liegt es am Profil des Mieters? Und warum führt der Vermieter die Drohung nicht aus, statt sie anzukündigen?
Besetzung als gescheitertes Geschäft
Der erste Punkt, der hervortritt, ist wirtschaftlicher Natur. Die Vermietung einer Wohnung ist für private Vermieter zu einer risikoreichen Tätigkeit geworden. Eine im Diskurs kursierende Berechnung vergleicht zwei Szenarien bei einer Immobilie im Wert von 250.000 Euro: Das Halten dieses Geldes auf einem Festgeldkonto mit 2,5 % Jahreszins erzeugt jährlich 6.250 Euro Bruttoertrag, während die Vermietung der Wohnung für 1.250 Euro pro Monat 15.000 Euro Bruttojahresertrag bringt. Der Unterschied ist erheblich, aber der Vermieter trägt Kosten für die Gemeinschaftsordnung, Sonderumlagen, IBI (Grundsteuer) und vor allem das Risiko von Zahlungsausfällen. Die daraus gezogene Schlussfolgerung lautet, dass sich die Mietrendite nur lohnt, wenn der Mieter zahlt. Wenn er das nicht tut, wird das Geschäft zur Blutgrube.
Laut der Darstellung des Vermieters gibt es keine institutionelle Reaktion. „Das Gesetz greift nicht“, sagt er. Und hier kommt die Kalkulation des gewaltsamen Weges ins Spiel. Ein Teil der Analyse behauptet, dass eine Körperverletzung am Mieter und die daraus folgenden strafrechtlichen Konsequenzen – etwa 2.000 Euro für Körperverletzung und Nötigung – billiger sind als jahrelange Prozesse: Anwalt und Gerichtsvollzieher, entgangener Gewinn, bezahlte Versorgungsrechnungen und oft eine von einem insolventen Mieter zerstörte Immobilie. Die Schlussfolgerung ist unbequem: Langsame Justiz belohnt den Nicht-Zahler.
Inquiokupa oder Mieter, der nicht geht?
Die Diskussion spaltete sich zwischen denen, die zwischen illegaler Besetzung und Mietrückstand unterscheiden. Im konkreten Fall vermietete der Vermieter freiwillig an eine Person mit Migrationshintergrund. Es gab keinen Hausfriedensbruch: Es gab einen Vertrag. Das Problem entstand später, als der Mieter aufhörte zu zahlen oder nicht gehen wollte. Das ist ein „Inquiokupa“ (ein Mieter, der nicht zahlt und bleibt), kein „Okupa“ (ein illegaler Besetzer). Der Unterschied ist wichtig, weil der rechtliche Rahmen unterschiedlich ist: Illegale Besetzung ermöglicht schnelleres Handeln, während Mietrückstand ein Gerichtsverfahren erfordert, das sich über Jahre hinziehen kann.
Manche behaupten, das Problem sei nicht das Gesetz, sondern der Filter. „Nicht an Paare vermieten“, „nicht an Gesindel vermieten“, sind einige der kursierenden Rezepte. Andere Stimmen erinnern daran, dass es professionelle Nicht-Zahler gibt, die alle Filter passieren, und dass das Risiko der Tätigkeit inhärent ist. Die Erfahrung von Vermietern, die jahrelang prozessieren mussten, deutet darauf hin, dass die rechtliche Schutzlosigkeit real ist und die Lösung nicht schnell kommt.
Politischer Kontext: Wohnraum als Wahlkampfwaffe
Der ursprüngliche Tweet bleibt nicht bei der Anekdote. Er enthält eine explizite politische Botschaft: „Wenn ihr PSOE oder PP wählt, haben wir das noch 20 Jahre so.“ Hausbesetzungen sind zum Dauerthema im Wahlkampf geworden. Ein Teil der Analyse behauptet, die Regierung schütze Besetzer aus wahltaktischen Gründen; andere erinnern daran, dass die Verfassung Privateigentum dem Gemeinwohl unterordnet und die Polizei keine Ressourcen hat, um vor jeder Wohnung Streife zu fahren. Die Diskussion leitet sich zum Eigentumssystem ab: Manche sehen einen koordinierten Angriff auf Wohneigentum, um die Bevölkerung zur Miete zu drängen und Großvermieter zu begünstigen.
Auch die Steuerpolitik spielt hinein. Es wird argumentiert, dass Mieten steuerlich begünstigt werden – Abschreibungen für Vermieter in angespannten Gebieten, Amortisation von Ausgaben –, was der Erzählung des erstickten Vermieters widerspricht. Die Realität ist differenzierter: Rendite existiert, aber das Risiko von Zahlungsausfällen kann sie vollständig neutralisieren.
Drohung als Strategie
Der Vermieter hat die Drohung nicht ausgeführt. Er hat sie im Fernsehen angekündigt. Das hat rechtliche Konsequenzen: Vorbedacht erschwert jede spätere Handlung. Es hat auch eine strategische Lesart: Die öffentliche Bekanntmachung setzt Institutionen unter Druck und sucht zugleich gesellschaftliche Unterstützung. Die schwebende Frage ist, ob das System nur reagiert, wenn Gewalt droht. Die Antwort lautet bisher, dass der Vermieter weiter wartet.
Prognose, mit Vorbehalten: Wenn der Fall vor Gericht landet, wird der Vermieter wahrscheinlich mehr Zeit und Geld verlieren, als wenn er eine Vereinbarung mit dem Mieter akzeptiert hätte. Der gewaltsame Weg ist kurzfristig billiger, kann ihm aber das Leben ruinieren. Und das weiß er.
Stimmen aus dem Forum
„Solche Dinge macht man, man sagt sie nicht öffentlich, schon gar nicht in einem nationalen Fernsehsender.“
„Er ruiniert sein Leben, wenn er es jetzt tut, nachdem er gesagt hat, dass er Lust dazu hat. Wenn er es ohne Warnung täte, sage ich dir, der Okupa geht und macht keinen Lärm.“
„Eigentum ist Eigentum, egal ob Hauptwohnsitz, Zweitwohnsitz oder das Lokal, in das du deine Dates mitnimmst.“
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (126 Antworten).