Spanischer Jäger erlegt die Big Seven Afrikas mit dem Bogen

Ein Jäger aus Chiclana in Spanien hat die Big Seven Afrikas mit einem traditionellen Bogen nach 18 Jahren Genehmigungsverfahren vollendet. Die Debatte: Jagd oder bezahlte Exekution?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanischer Jäger erlegt die Big Seven Afrikas mit dem Bogen
Ein Jäger aus Chiclana vollendet die Big Seven Afrikas mit dem Bogen

Kann man einen Elefanten mit einem Pfeil töten? Ja, und ein Bewohner von Chiclana de la Frontera (Cádiz) beweist es seit 2007. Julián Ramírez de Arellano ist laut der Fachzeitschrift Jara y Sedal der erste Mensch der Welt, der die sogenannten „Big Seven Afrikas“ —Löwe, Elefant, Büffel, Nashorn, Flusspferd, Leopard und Krokodil— ausschließlich mit einem traditionellen Bogen erlegt hat, ohne unterstützte Zielsysteme. Die letzten beiden Tiere, das Flusspferd und der Leopard, fielen im August 2025, doch die Tat wurde erst jetzt öffentlich gemacht.

Die Nachricht hat ein Fass zum Überlaufen gebracht. Zur sportlichen Leistung gesellt sich eine unbequeme Frage: Wie viel davon ist Jagd und wie viel eine geplante Exekution?

Achtzehn Jahre Genehmigungen, Verletzungen und Pandemie

Die Herausforderung begann 2007. Zwei Jahre später erschien das Abenteuer bereits in den Seiten des Diario de Cádiz, und damals fehlten dem Jäger noch drei Arten zum Abschluss. Seitdem, so der veröffentlichte Bericht, folgten **18 Jahre behördlicher Formalitäten** für Sondergenehmigungen, körperliche Verletzungen, die Pandemie und verschiedene persönliche Umstände. Eine Anhäufung von Hindernissen, die das Vorhaben in mehrere Etappen zerteilte.

Das technische Detail ist nicht trivial: Ein mehr Tonnen schweres Tier mit einem Pfeil zu töten erfordert, sich weit näher zu heranzutasten, als es ein Gewehr erlaubt. Der Tod durch den Pfeiltreffer tritt nicht durch hydrostatischen Schock wie bei Kugeln ein, sondern durch einen **hypovolämischen Schock** in Verbindung mit der Verletzung eines lebenswichtigen Organs. Ein sauberer Tod ist nicht die Regel, und wer ihn vollzieht, geht ein erhebliches körperliches Risiko ein. Daher dreht sich das Gespräch schnell um die logistische Unterstützung: Der Bogenschütze trägt den Bogen, doch hinter ihm stehen meist Führer, Fahrzeuge und mit großen Kalibern bewaffnetes Personal, das ihm den Rücken freihält.

Ist das Jagd oder eine Exekution mit Rechnung?

Hier scheiden sich die Geister. Eine Seite hält dafür, dass das, was in diesen Reservaten geschieht, eher an **Töten im Schlachthof** erinnert als an Jagd: Das Tier ist lokalisiert, teils mit Mikrochips und GPS markiert, und der Jäger zahlt eine Summe, die laut einer im Forum kursierenden Rechnung bei einem Elefanten rund 100.000 Dollar betragen kann. Nach dieser Logik verfliegt das Verdienst: Es gibt keine echte Pirsch, sondern einen gebuchten Service.

Die Antwort kommt von der anderen Seite. Safaris mit Anspruch kosten viel Geld und müssen Sicherheit und Effizienz garantieren: Niemand organisiert eine Expedition, von der zehn aufbrechen und vier zurückkehren. Die Profis der Branche kennen die Gefahren der Großwildjagd und verlieren den Moment der Konfrontation nie aus den Augen. Und vor Ort argumentieren die Verteidiger des Modells, dass die Jagdgebühren das Reservat selbst finanzieren und der lokalen Bevölkerung einen wirtschaftlichen Grund geben, das Ökosystem zu erhalten, statt es in Acker- oder Weideland zu verwandeln.

Nashörner: begrenzte und kontrollierte Lizenzen

Der Fall des Nashorns verdient ein eigenes Kapitel. Drei der fünf Arten —Spitzmaul-, Java- und Sumatra-Nashorn— sind vom Aussterben akut bedroht, doch in einigen Regionen Afrikas werden Jagden unter strengen Auflagen genehmigt. Nach Zahlen der Branche werden rund **zehn Lizenzen pro Jahr** vergeben, und zwar für alte, unfruchtbare, aber sehr territoriale Männchen, die jüngere Tiere angreifen und deren Fortpflanzung verhindern, oder für besonders aggressive Exemplare. Sie werden vorher ausgewählt, markiert und geolokalisiert, und internationale Organisationen werden informiert, welches Tier erlegt werden soll.

Diese Nuance verändert den Rahmen: Nicht wahllos wird gejagt, sondern ein konkretes Exemplar nach Bewirtschaftungskriterien entfernt. Die Diskussion verlagert sich damit von der Ethik des Jägers auf die des Verwalters.

Der Büffel ist keine Kuh

Unter den Big Seven gibt es eines, das weniger Schlagzeilen macht und im Gelände mehr Respekt genießt: den Büffel. Er ist weder Stier noch Kuh, und als Wildtier wird er unterschätzt. Wer ihn aus der Nähe gesehen hat, erzählt von Geweihen —Hörnern— mit mehr als zwei Metern Spannweite, die aus dem Nichts bei einem friedlichen Spaziergang auftauchen. Vor dieser Realität wirkt das Bild des Bogenschützen weniger heldenhaft als vielmehr leichtsinnig.

Der Kontrast zur Nahbereichsjagd in Spanien ist unvermeidlich. Reh oder Wildschwein wittern den Menschen auf Distanz und fliehen; das Flusspferd dagegen hat keine Angst vor dir, und das macht es doppelt gefährlich. Die Schwierigkeit bei diesen exotischen Tieren liegt nicht in der Verfolgung, sondern in der Logistik: Kontakte, Genehmigungen, Ausrüstung, Unterstützungspersonal und sehr viel Geld.



Am Ende existiert die Tat und ist dokumentiert. Was nicht ganz aufgehen will, ist das Etikett: Sport, Naturschutzverwaltung oder Luxustourismus. Es hängt davon ab, wer die Rechnung unterschreibt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (188 Antworten).

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