Spanischer Film: 196 Mio. weniger Einnahmen als Förderungen

Subventionen für den spanischen Film betrugen 2020–2023 435 Millionen Euro, gegenüber 239 Millionen Kinokasse. Ein Modell unter Verdacht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der spanische Film erzielt 196 Millionen Euro weniger an der Kinokasse als er an Subventionen erhält

Zwischen 2020 und 2023 erhielt der spanische Film 435 Millionen Euro an öffentlichen Hilfen und spielte 239 Millionen Euro an der Kinokasse ein. Die Differenz von 196 Millionen Euro ist der Preis, den der Steuerzahler für eine Industrie zahlt, die es nicht schafft, das Publikum zu erreichen. Diese Zahl ist kein Einzelfall: Das Budget für die Filmindustrie stieg von 85,68 Millionen Euro im Jahr 2020 auf 167 Millionen Euro im Jahr 2023, während die Einnahmen kaum von 39,4 auf 82,4 Millionen Euro wuchsen. Manche behaupten, dass Subventionen unerlässlich sind, um eine eigene Kulturindustrie zu erhalten, aber die Zahlen deuten darauf hin, dass das Modell zum Fass ohne Boden geworden ist.

Der Trick mit den selbst gekauften Tickets

Das Erste, was auffällt, ist, dass die Kinoeinnahmen nicht einmal annähernd die Höhe der Hilfen erreichen. Aber Kritiker gehen weiter: Sie behaupten, dass ein Teil dieser Einnahmen fiktiv ist. Der Verdacht lautet, dass viele Produktionsfirmen ihre eigenen Tickets kaufen, um die Zahlen zu schönen und die Voraussetzungen für die Hilfen zu erfüllen. Diese Praxis, schwer nachweisbar, aber weit verbreitet angeprangert, würde erklären, warum einige Filme aus den Streaming-Plattformen verschwinden und gleichzeitig öffentliche Besucherzahlen melden, die in den Kinosälen nicht sichtbar sind. Die Daten darüber, wer sie nicht einmal über Torrent findet, sind beredt: Wenn die Leute sie nicht einmal geschenkt sehen wollen, stimmt etwas am Produktionsmodell nicht.

Das Erbe des Miró-Gesetzes

Den Ursprung dieses Problems muss man im spanischen Filmgesetz von 1983 (Ley del Cine) suchen, initiiert von Pilar Miró. Jene Norm führte das System der Subventionen ein, das laut vielen Analysten das populäre Kino beendete, das in den Siebzigern die Säle füllte. Regisseure wie Mariano Ozores, mit Filmen wie „Los bingueros“, erreichten Millionen Zuschauer, ohne eine einzige Hilfe zu erhalten. Das neue Modell hingegen richtete den Film an der vorherrschenden politischen Erzählung aus und ignorierte das Publikum, das sich nur unterhalten lassen wollte. Das Gesetz von Miró fiel zudem mit dem ersten Oscar für einen spanischen Film zusammen, eine Koinzidenz, die rückblickend die Aufmerksamkeit von dem ablenkte, was an den Kinokassen passierte. Die Schattenseiten des Systems wurden 2009 sichtbar, als die damalige Kulturministerin Ángeles González-Sinde beschuldigt wurde, Druck ausgeübt zu haben, um den Start von „Saw VI“ zu verzögern und die Konkurrenz durch einen subventionierten spanischen Film zu vermeiden.

Ausnahmen, die die Regel bestätigen

Nicht jeder spanische Film funktioniert so. Die Saga von Tadeo Jones hat internationale Einspielergebnisse von über 120 Millionen Dollar übertroffen und bewiesen, dass man konkurrieren kann, ohne vom öffentlichen Haushalt abhängig zu sein. Und dennoch erhielt der vierte Teil 1,4 Millionen Euro an Subventionen. Der Fall von Santiago Segura, der seine Kinokasse unabhängig von Hilfen aufbaut, ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt: Wenn das Publikum der Richter ist, gibt es Ergebnisse. Der Rest, wie ein Branchen-Veteran sagt, braucht keine verkauften Tickets: Er braucht, dass der Hahn offen bleibt.

Die Kontroverse kehrt jedes Mal zurück, wenn ein neues Paket an Hilfen angekündigt wird. Unterdessen hat sich der Zuschauer verändert. Piraterie ist keine Ausrede mehr; Plattformen bieten unbegrenzte Inhalte für wenig Geld. Wenn der spanische Film das Publikum unter diesen Bedingungen nicht anziehen kann, wird er es kaum mit öffentlichen Mitteln tun. Die bleibende Frage ist unbequem: Wie viel mehr ist der Steuerzahler bereit, für eine Industrie zu zahlen, die sich nicht selbst tragen kann?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (130 Antworten).

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