Spanische Fans trauern um Clubs ohne Mitgliedschaft oder Stadionbesuch

In Spanien identifizieren sich viele Fans stark mit großen Vereinen, weigern sich aber, Mitgliedsbeiträge zu zahlen, und betrachten Stammesloyalität als billigen Ersatz für Zugehörigkeit.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanische Fans trauern um Clubs ohne Mitgliedschaft oder Stadionbesuch
Spanische Fans trauern um Clubs ohne Mitgliedschaft oder Stadionbesuch

Es gibt eine Figur, die in jeder Bar-Diskussion auftaucht: Jemand, der sich mit ganzer Seele einem großen Club zugehörig fühlt, bei jeder Niederlage leidet und bei jedem Sieg weint, aber kein Mitglied ist, das Stadion nie betreten hat und keinen Euro ausgeben will. Die Szene wurde ohne Scham beschrieben: "Ich bin kein Mitglied. Mann, das kostet viel Geld, und ich habe es nicht." Sofort gefolgt vom emotionalen Argument: seit Kindheit leiden "mit ganzem Herzen".

Das Muster wiederholt sich in ganz Spanien. Die Identifikation mit einer starken Marke funktioniert als billiger Ersatz für Zugehörigkeit: Es werden Rechte auf emotionales Eigentum an etwas gefordert, das einem nicht gehört, ohne irgendeine der Kosten zu tragen. Das Vereins-Trikot als Identitätsfahne, der Mitgliedsbeitrag als Kleingedrucktes, das andere zahlen.

Was kostet die Mitgliedschaft und was bekommt man dafür?

Der erste Einwand, wenn das Thema angesprochen wird, ist wirtschaftlicher Natur: der jährliche Beitrag. Eine Fußball-Mitgliedschaft wird im Gespräch oft als Blankoscheck für Betrug und Täuschung beschrieben, mit dem Nuancenunterschied, dass das Geld ohne greifbare Gegenleistung über den Stadionzugang und Stimmrechte in Versammlungen hingegeben wird, die selten etwas ändern.

Dagegen steht die Verteidigung der emotionalen Bindung ohne Karte. Manche behaupten, es gebe viele Wege, mit einem Club verbunden zu sein: einen Vater oder Großvater gehabt zu haben, der Mitglied war, Aktionär bei börsennotierten Clubs zu sein oder eine Sympathisantenkarte zu bezahlen, die Rabatte in Kinos und Freizeitparks einschließt. Sie argumentieren, dass die Sympathisantenkarte den Fan bereits zum zahlenden Kunden eines Teils des Ökosystems macht.

Das Problem ist die Asymmetrie. Der Spieler ist ein Asset, das gekauft und verkauft wird; seine Liebe zum Wappen hält so lange wie der Vertrag und die Leistungsprämien. Währenddessen projiziert der Fan ohne Karte seine Identität und Ruhmes-Träume auf eine Person, die ihn, wenn sie sich auf der Straße begegnen, wahrscheinlich bitten würde, sein Foto nicht zu ruinieren. Die Beziehung ist parasozial und das Geschäft perfekt.

Fußball als einzig mögliches Gesprächsthema

Die Kritik richtet sich nicht nur gegen jene, die keine Beiträge zahlen. Sie richtet sich gegen den Lärm. Im Gespräch taucht das Szenario auf, zehn Stunden Fußball hintereinander auf einer Baustelle im August zu hören, mit dem Zusatz, dass diesen Arbeitern das Gehalt um zwei Euro gekürzt wurde, weil es keine Arbeit gab, während sie darauf achteten, ob der Club gerade ein Schiff voller Bargeld geschickt hatte, um einen Star zu verpflichten.

Das ist der Kern der Vorwürfe: Fußball-Leidenschaft als vererbte Indoktrination, von Generation zu Generation weitergegeben. Wenn Leidenschaft zu Hause eingeimpft wird, so das Argument, dann damit das Kind versucht, Fußballprofi zu werden, nicht damit es als verlierender Fan endet, der die Party anderer bezahlt.

Der Spieler weiß nicht einmal, dass du existierst

Der letzte Punkt der Analyse kommt von der Seite des Ruhms. Der Fan wartet nach dem Training auf den Stürmer, um ein Foto zu machen, und für diesen Fan ist der Fußballer ein Gott. Für den Fußballer existiert dieser Fan nicht. Wenn er sterben würde, wäre ihm das egal. Die Hingabe ist einseitig und der Club weiß das: Er verwandelt Bewunderung in freiwillige Unterwerfung.

Der Mechanismus ist nicht exklusiv für Sport. Er wiederholt sich bei Wählern, die Politiker verteidigen, die ihre Steuern erhöhen, oder bei denen, die vom SUV aus um den Planeten weinen. Die Stammesidentifikation mit einer starken Marke ist billig und füllt eine Lücke, die eigentlich durch etwas anderes besetzt sein sollte.

Die unbequeme Frage bleibt: Wenn das Mitglied derjenige ist, der zahlt, und der Fan ohne Karte derjenige, der Forderungen stellt, wer ist dann der Narr hier? Die Antwort ist nicht eindeutig. Der Club rechnet ab, der Spieler kassiert und derjenige, der kostenlos weint, weint weiter.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (19 Antworten).

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