Spanische Familien greifen zum Kredit, um die Inflation zu überstehen

Die Inflation treibt die Nutzung von Kreditkarten hoch: 330 Euro Mehrkosten pro Monat. Die Verschuldung der Haushalte liegt bei 43 % des BIP, doch der Konsum bleibt stark.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanische Familien greifen zum Kredit, um die Inflation zu überstehen
Inflation lässt Kreditkartennutzung zum Überleben am Monatsende steigen

40 Euro mehr für Strom, weitere 40 für Gas, 100 für den Wocheneinkauf, 100 für die Hypothek und 50 für Benzin. Diese Summe passt nicht zum Gehalt der meisten spanischen Familien, und die Lösung, die die Banken anbieten, ist so alt wie das Bankgewerbe selbst: die Differenz mit Plastik finanzieren. Interne Daten der Institute, die El Confidencial vorab veröffentlicht hat, zeigen, dass Kunden zunehmend für ihre alltäglichen Einkäufe zur Kreditkarte greifen und Stundung bzw. Ratenzahlung beantragen.

Die Kosten des Einkaufs passen nicht mehr ins Portemonnaie

Die Inflation ist zu einer unsichtbaren Steuer geworden, die sich in jede Rechnung einschleicht. Die Mehrkosten, die die Banken nennen, sind vernichtend: 40 Euro mehr für Strom, 40 für Gas, 100 für den Einkauf, 100 für die Hypothek und 50 für Benzin. Das sind 330 Euro im Monat, die nicht im Budget eingeplant waren. Für viele Familien ist der einzige Weg, die Bücher auszugleichen, das Leihen von Geld. Und nicht nur für große Anschaffungen: auch für den Supermarkt.

Leichter Kredit, schwer zu bremsender Konsum

Die Banken haben eine Goldader entdeckt. Revolving-Kreditkarten mit Zinsen von oft über 20 % sind zum "Polster" der Haushalte geworden. Manche Analysten bezeichnen sie als "Wahnsinn", der in einem halbwegs seriösen Land illegal sein müsste. Doch Kredit ist nicht nur für Notfälle da. In Geschäften wie Fnac oder MediaMarkt tritt der Produktpreis hinter der finanzierten Monatsrate zurück. Ein Laptop für 500 Euro wird zu "20 Euro im Monat". Die Versuchung ist offensichtlich, und die Kultur des Ratenkaufs breitet sich wie ein Fleck aus.

Krise oder Trugbild? Volle Terrassen und moderate Verschuldung

Manche behaupten, die Apokalypse sei nicht eingetreten: Die Terrassen sind voll, Hypotheken werden in Rekordtempo abgeschlossen, und die Verschuldung der spanischen Haushalte liegt bei 43 % des BIP, weit unter den 64 %, die 2002 erreicht wurden. Diese Lesart kollidiert mit der Realität derjenigen, die zusehen, wie sich ihre Kaufkraft verflüchtigt. Die Löhne sind seit 2008 eingefroren, und die Inflation hat die nominalen Erhöhungen aufgefressen. Der Kaufkraftverlust ist brutal, und der Kredit ist das Schmerzmittel, das ihn überdeckt.

Das letzte Paradox

Die verblüffende Zahl: Während Familien Kredit aufnehmen, um den Einkauf zu bezahlen, bleiben die Terrassen voll. Das Paradox einer Wirtschaft, die sich verschuldet, um den Konsum zu halten, aber nicht, um zu investieren. Das amerikanische Credit-Score-Modell, in dem Verschuldung eine Tugend ist, setzt sich durch. Doch in Spanien ist die Kultur des "Nicht-Bezahlens" noch lebendig, und die Frage ist, wie lange das Gleichgewicht zwischen leichtem Kredit und der Inflationsrechnung halten kann.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (35 Antworten).

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