Rendite von 7,15%: Spekulation oder Risiko für den kleinen Vermieter?
Laut Daten von pisos.com bringt die Vermietung einer typischen Wohnung in Spanien eine Bruttorendite von 15.681 Euro pro Jahr, also 7,15% des durchschnittlichen Kaufpreises von 219.240 Euro. Doch diese 7,15% sind brutto: Sie berücksichtigt weder Steuern, noch Wohnungsgebühren, Grundsteuer (IBI), Versicherung, Reparaturen oder das Risiko von Zahlungsausfällen und Hausbesetzungen.
Das Kleingedruckte hinter den 7,15%
Eine detaillierte Aufschlüsselung zeigt, dass die Nettorendite schnell schmilzt. Von den 15.681 Euro brutto müssen mindestens 19% Einkommensteuer (IRPF), rund 1.200 Euro Wohnungsgelder, 400 Euro IBI-Grundsteuer, 400 Euro Versicherung sowie Reparaturen und Sonderumlagen abgezogen werden. Ist die Wohnung mit einer Hypothek belastet, schmälern Zinsen und Tilgung den Gewinn zusätzlich. Dazu kommen die Kaufkosten: Grunderwerbsteuer (ITP) und weitere Abgaben, die die Anfangsinvestition um 10% verteuern. Das Nettoergebnis kann unter 3% real liegen, vergleichbar mit risikoarmen Finanzprodukten.
Der Trugbild der Statistiken
Die Zahl der durchschnittlichen Monatsmiete von 1.306 Euro stammt von Portalen wie Idealista und Fotocasa, die Preise aus Inseraten neuer Angebote erfassen, nicht aus bestehenden Verträgen. Das verzerrt den Durchschnitt nach oben, besonders in angespannten Lagen. Zudem berücksichtigt die berechnete Durchschnittsrendite nur Wohnungen, die tatsächlich vermietet sind, und ignoriert Leerstandszeiten, Zahlungsausfälle oder die Rechtskosten einer Räumungsklage. Die reale, um diese Faktoren bereinigte Zahl wäre deutlich niedriger.
Das Fazit lautet: Trotz der reißerischen Schlagzeile ist das Vermieten einer Wohnung heute kein Schnäppchen für den kleinen Eigentümer. Die Abwägung zwischen rechtlichen, steuerlichen und Instandhaltungsrisiken führt dazu, dass viele ihre Wohnungen leer stehen lassen – und das Angebot knapp wird dadurch noch verschärft.
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