Spanische Armee rückt nach Valencia ein

Nach tagelangem Warten trifft das spanische Militär in Valencia für operative und logistische Aufgaben ein. Die Debatte konzentriert sich auf die Gründe für die verspätete Aktivierung der Entsendung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanische Armee rückt nach Valencia ein
Spanische Armee rückt nach Valencia ein

Die Mobilisierung aller drei Teilstreitkräfte der spanischen Streitkräfte für operative, logistische und Unterstützungsaufgaben in Valencia erfolgt, als die Katastrophe bereits seit Tagen Opfer fordert. Die Ankündigung, von einigen begrüßt und von anderen mit Skepsis aufgenommen, beantwortet nicht die Frage, die durch jede Nachricht geht: Warum wurde sie nicht früher aktiviert? Die wiederholte Antwort ist unbequem: Niemand forderte den Einsatz an, solange es unmöglich war, die Lage zu bewältigen.

Die Nachricht, die das Gespräch eröffnet, sagt es unverblümt: "Hoch an der Zeit, ich füge nichts hinzu. Besser spät als nie." Der Satz fasst die allgemeine Stimmung zusammen, eine Mischung aus Erleichterung und Ärger. Denn die Ankündigung der Mobilisierung kommt nicht allein. Sie folgt auf tagelange Diskussionen darüber, wer zuständig war, wer schuld war und warum verfügbare Mittel nicht dort waren, wo sie hätten sein sollen.

Warum die Armee jetzt eintrifft

Das vorherrschende Narrativ ist das einer blockierten Befehlskette. Einige Nachrichten behaupten, die Armee habe nicht früher gehandelt, weil die Person, die sie hätte anfordern müssen, dies versäumt habe. "Die Armee hat nicht früher gehandelt, weil dieser Großmaul sie nicht angefordert hat", fasst eine Intervention zusammen, die den Mehrheitswillen widerspiegelt. Der Vorwurf richtet sich nicht nur an die Zentralregierung, sondern auch an die Generalitat (Regionalregierung Valencias), der vorgeworfen wird, die Anforderung von verfügbarer Hilfe verzögert zu haben.

Das technische Argument, das immer wieder auftaucht, ist das der Zuständigkeit. Im autonomen Staatssystem Spaniens ist Katastrophenschutz eine übertragene Kompetenz. Das bedeutet, dass die Armee nicht eigeninitiativ eingreifen kann: Sie benötigt einen formellen Antrag. "Finden Sie es normal, dass ein Präsident einer autonomen Gemeinschaft die Armee zum Handeln autorisieren muss?", fragt eine Nachricht, die den Fokus auf das institutionelle Design legt. Die Nachricht selbst antwortet, dass dieses Design jede Katastrophe in ein politisches Tauziehen verwandelt.

Manche gehen weiter und weisen darauf hin, dass das Problem nicht nur die Autorisierung ist, sondern das Fehlen eines einheitlichen Kommandos. "Es bringt nichts, die Armee zu Lande, See und Luft zu rufen, wenn kein einheitliches Kommando eingerichtet wird, das fähig ist, Operationen effektiv zu planen, zu koordinieren und auszuführen", heißt es in einer Kritik. Die Kritik richtet sich nicht gegen die Armee als Institution, sondern gegen die Struktur, die sie in den Kasernen warten lässt.

Die Rolle des Königs und der UME bei der Ankündigung

Die Ankündigung der Mobilisierung hat den Fokus auf den König gelenkt. Einige Nachrichten sind der Ansicht, Felipe VI hätte vom ersten Moment an die Initiative ergreifen sollen. "Als Oberbefehlshaber aller Armeen hätte er in Minute zwei das Kommando übernehmen und die Regierung informieren sollen, dass Truppen und notwendige Mittel zur Hilfeleistung mobilisiert werden", argumentiert eine Intervention, die eine Geste der Autorität fordert. Andere reagieren mit dem Regelwerk: "Der König ist nur eine Ehrenposition (er kommandiert die Armee nicht mehr als ein Klempner). Es ist die Regierung, die Befehle gibt und daher verantwortlich ist."

Die UME (Militärische Einheit für Notfälle) taucht in fast allen Nachrichten auf, nicht immer positiv. Manche unterscheiden zwischen der Bereitstellung von Einheiten und der tatsächlichen Mobilisierung. "Er sagt, er stelle die UME für alles Erforderliche bereit, nicht dass die drei Teilstreitkräfte mobilisiert wurden", warnt eine Nachricht und bittet, die Ankündigung nicht mit dem tatsächlichen Einsatz zu verwechseln. Das Misstrauen ist explizit: "Ob sie es tatsächlich tun, steht auf einem anderen Blatt..."

Das unbequemste Zeugnis stammt von einem freiwilligen Soldaten, der Berichten zufolge live erklärte, er und seine Kameraden seien bereit und wollten gehen, würden aber nicht gelassen. Die Verbindung wurde unterbrochen, eine andere Reporterin kam dran. Falls bestätigt, fasst dieses Detail besser als jede Pressemitteilung die Distanz zwischen Ankündigung und Realität vor Ort zusammen.

Soldaten und Geld: Warum Auslandseinsätze bevorzugt werden

Eine Nachricht führt einen wirtschaftlichen Faktor ein, der oft aus der Erzählung herausfällt: die Vergütung. "Auch weil die, die ins Ausland gehen, gut bezahlt werden, deshalb machen sie gerne Auslandseinsätze und verdienen das Dreifache ihres Gehalts", lautet die Behauptung. Der Vergleich zieht Parallelen zu jedem qualifizierten Arbeiter, der wegen höherer Löhne emigriert. "Wenn es hier in Spanien passierte, bekämen sie Almosen", fügt er hinzu.

Dieses Argument ist in einem Kontext, in dem die Reaktionsfähigkeit debattiert wird, nicht unerheblich. Wenn internationale Missionen mit Zuschlägen vergütet werden, die das Gehalt vervielfachen, hängt die Verfügbarkeit für Inlandsoperationen auch von wirtschaftlichen Anreizen ab. Es ist keine bewiesene These, aber eine Hypothese, die erklärt, warum manche das Ausland bevorzugen.

Eine weitere Nachricht bringt die direkte Erfahrung eines Mannes, der seinen Wehrdienst in einer Logistikunterstützungseinheit absolvierte. "Ich leistete meinen Militärdienst in einer Logistikunterstützungseinheit, was dem ähnelt, was in Valencia gebraucht wird. Unsere Gruppe (Aalog81) hatte Ärzte, Essen, Maurer, Lastwagen und Mechaniker", detailliert die Quelle. Die Schlussfolgerung ist, dass Ressourcen vorhanden sind, aber nicht eingesetzt wurden.

Vergleich mit internationalen Missionen

Der am häufigsten geäußerte Vorwurf ist der doppelte Maßstab. "Erdbeben in der Türkei oder Marokko und sie rasen binnen Stunden hin. Hier bekommen unsere Leute nicht einmal Wasser", fasst eine Nachricht den Unmut zusammen. Der Vergleich mit internationalen Rettungsmissionen unterstreicht, dass schnelle Reaktionskapazität existiert, aber im Inland nicht angewendet wird.

Die Kritik erstreckt sich auf das gesamte autonome System. "Das System der autonomen Gemeinschaften in Spanien ist Krebs, abgesehen davon, dass es ein Loch für öffentliche Gelder ist und ein riesiger Brutkasten für Diebe", behauptet eine Intervention, die das territoriale Design für die Langsamkeit verantwortlich macht. Als Beispiel dient ein Waldbrand in Katalonien, bei dem die Generalitat angeblich zunächst die Hilfe der UME ablehnte.

Laut den härtesten Nachrichten ist das Ergebnis, dass man in einer echten Notsituation "ALLEIN ist und Hilfe Tage oder Wochen brauchen würde, wenn sie überhaupt kommt". Die angekündigte Mobilisierung zerstreut dieses Gefühl nicht: Sie kommt spät und erst nachdem die öffentliche Meinung Druck ausgeübt hat.

Was vom Einsatz erwartet werden kann

Die Ankündigung erwähnt alle drei Teilstreitkräfte und vielfältige operative, logistische und Unterstützungsarbeiten. Auf dem Papier umfasst dies Ingenieure, Pioniere, Pumpausrüstung, Feldmedizin und Transportkapazität. In der Praxis beantwortet niemand die Frage mit Daten, wie viele Personal, mit welchen Mitteln und in welchen Fristen.

Das Misstrauen ist nicht unbegründet. Erfahrungen aus anderen Katastrophen, wie dem Vulkanausbruch auf La Palma, werden als Präzedenzfall für gebrochene Versprechen zitiert. "Lasst es die Leute auf La Palma erzählen, die in Müllcontainern leben", steht in einem Kommentar. Die Referenz erinnert daran, dass die Ankündigung von Hilfe nicht gleichbedeutend mit ihrer Lieferung ist.

Mit diesen Elementen ist die vernünftigste Vorhersage, dass der Einsatz stattfinden wird, aber spät und stückweise. Falls bestätigt, wird die bleibende Frage nicht sein, wie viele Soldaten gegangen sind, sondern warum sie nicht früher gegangen sind. Und keine Pressemitteilung wird diese Antwort liefern.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (121 Antworten).

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