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Spanische Anleihe springt 200 Punkte hoch, obwohl die EZB noch kauft
Die Rendite zehnjähriger spanischer Anleihen ist um 200 Punkte gestiegen, während die EZB noch immer kauft. Deutschland ging von -0,5 % auf 1 %, die USA liegen über 3 %. Das sieht schlecht aus.
Spanische Anleihe springt 200 Punkte hoch, obwohl die EZB noch kauft
Die Rendite zehnjähriger spanischer Anleihen war seit 2015 nicht mehr so hoch, und innerhalb weniger Tage hat sie das Niveau von 2014 wieder erreicht. Die deutsche Referenzanlage ist von -0,5 % auf 1 % gestiegen, die US-Rendite liegt bereits über 3 %. Und das alles, wie der Ausgangspunkt dieser Diskussion betont, während das Ankaufprogramm der EZB noch nicht einmal vollständig beendet ist. Es sieht tatsächlich schlecht aus, ja.
Die Reihenfolge ist entscheidend: Zuerst schießt die Rendite hoch, dann kommt das Ende des billigen Geldes. Das in der Analyse geteilte Chart zeigt, dass seit 2015 der einzige relevante Käufer spanischer Schulden die EZB war, so die Lesart eines Teilnehmers. Die blauen Balken sind Käufe; die negativen, Verkäufe. Die schwarze Linie ist die Emission. Fast alles andere ist Schweigen.
Was es bedeutet, dass die EZB der einzige Käufer ist
Das Argument, das das Gespräch zusammenhält, ist unbequem: Wenn die Zentralbank aufhört zu kaufen, wer will dann zehnjährige Anleihen mit 2 %? Die Frage stellte ein Teilnehmer, und niemand antwortete mit Namen. 2013 lag die Anleihe bei etwa 5 % oder 6 %, und verlockend war das auch damals nicht. Heute wirkt die 2 % wie ein Schnäppchen im Vergleich zu dem, was kommt – oder wie ein Direktticket ins Feuer.
Manche halten dafür, dass die EZB die Zinsen nicht anheben kann, ohne die Länder des Südens zu ruinieren. Das spanische Strukturdefizit und die Abhängigkeit vom QE zeichnen ein Bild, in dem das Tapering eine direkte Bedrohung ist, so diese These. Die vorherrschende These im Thread: Die Jahre des Gratisgeldes werden wir mit Kürzungen, Steuern und Privatisierungen bezahlen. Die Party zahlt irgendjemand, und dieser Jemand wird mit Sicherheit nicht der sein, der sie veranstaltet hat.
Die Risikoprämie ist zurück im Fernsehen
Die Frage, die in der Luft liegt, ist, ob wir die Risikoprämie wieder in den Nachrichten sehen werden. Die implizite Antwort lautet: Sie kommt bereits zurück, nur unter anderem Namen und mit weniger Dramatik. Die Spreads der Peripherieländer weiten sich gleichzeitig aus. Deutschland steigt, die USA steigen, und Spanien steigt mehr. Der Differential kennt keine Gnade.
Das technische Detail, das sich in die Diskussion eingeschlichen hat: Das Pandemie-Notfallkaufprogramm (PEPP) und das Anleihekaufprogramm (APP) stellen die Nettokäufe im Juni ein, die getilgten Beträge werden jedoch reinvestiert. Die Fed dagegen baut ab Juli ihre Bilanz ab, mit 47,5 Milliarden Dollar pro Monat, eine Zahl, die sich im Oktober verdoppelt. Der Hahn wird von zwei Seiten zugedreht.
Das Szenario, das niemand beim Namen nennen will
Das Wort Rezession taucht vorsichtig auf. Es wird angemerkt, dass Zentralbanken und Regierungen es nicht aussprechen, weil das Einkalkulieren eine Kettenreaktion auslösen würde: Der Konsument würde weniger konsumieren, und wer den Kauf eines Hauses oder Autos geplant hatte, würde ihn verschieben. Das Ergebnis wäre, die Rezession um einige Monate vorzuziehen. Besser schweigen und weitermachen.
Das pessimistischste Szenario, das kursiert, spricht von systemischen Bankenzusammenbrüchen, Zahlungsausfällen von Erste-Welt-Ländern und einem „Big Reset“, der die Ersparnisse mit sich reißen würde. Es gibt keine Belege für diese Roadmap, aber das Misstrauen gegenüber der offiziellen Erzählung ist der Treibstoff. Der Vergleich mit der Dotcom-Krise und der Immobilienblase bleibt nach Ansicht einiger sogar zurück.
Die Analyse bleibt genau hier stecken: Niemand weiß, ob die EZB ohne Käufe durchhält oder verdeckt zur Rettung zurückkehrt. Die Zinsen steigen derweil weiter nicht. Die Anleihe derweil bleibt außer Kontrolle.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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