Im Auto wohnen, um ein Haus zu kaufen: die Rechnung, die nicht aufgeht
Ein 1,85 Meter großer Mann verbracht die Nächte in einem 20 Jahre alten SEAT Ibiza. Er verdient 21.000 Euro brutto im Jahr und spart seit sechs Jahren, um eine Wohnung bar zu kaufen, ganz ohne Bank. Sein Ziel: 40.000 Euro. Sein Problem: Weder in der Comunidad de Madrid noch in Asturien findet er zu diesem Preis ein bewohnbares Haus. Die Geschichte, die in sozialen Medien viral gegangen ist, hat die Debatte über die Wohnungsnot in Spanien neu entfacht – und über die Grenzen individuellen Verzichts angesichts eines Immobilienmarkts, der sich schneller bewegt als jede Sparquote.
Die Zahlen der unmöglichen 'Herausforderung'
Laut den kursierenden Angaben verdient der Mann 21.000 € brutto im Jahr. Mit maximal 700 € Ersparnis pro Monat (abzüglich minimaler Kosten für Essen, Versicherung und Sprit) hätte er in sechs Jahren rund 40.000 € angespart. Ein Betrag, für den man in Madrid kaum einen Abstellraum oder eine Garage bekommt. In Gegenden wie Ostasturien beginnen die Preise für sanierte Wohnungen bei 65.000 €, und Grundstücke mit ruinösen Gebäuden kosten nicht weniger als 40.000 € – zuzüglich der Grunderwerbsteuer ITP (8 %) und Notarkosten von rund 5.000 €. Bleiben also effektiv etwa 35.000 € für den Kauf – zu wenig für eine bewohnbare Wohnung mit funktionierender Küche, Heizung und Bad.
Die Wohnmobil-Alternative und der 'Bankenkollaps'
Eine Strömung meint, da Kaufen unmöglich sei, sei die Lösung das Nomadenleben. Gebrauchte Wohnmobile für 90.000 € sind unbezahlbar, aber ausgebaute Camper-Vans könnten die Hälfte kosten. Der Mann hat jedoch gestanden, dass er ein festes Zuhause will, kein rollendes. Ein weiteres wiederkehrendes Thema ist die Angst, dass die Ersparnisse verschwinden, falls das Bankensystem kollabiert: Es wird erwähnt, dass die spanische Einlagensicherung (Fondo de Garantía de Depósitos) kaum 3.000 Millionen für 1,2 Billionen an Einlagen hat und dass die Banco Popular 'für einen Apfel und ein Ei' verkauft wurde. Auch wenn diese Ängste eher in den Bereich Verschwörungstheorie gehören, spiegeln sie ein reales Misstrauen gegenüber dem Finanzsystem wider, das manche dazu bringt, Bargeld und Direktkauf zu bevorzugen.
Der Fall dieses 'umherirrenden Wolfs' ist kein Einzelfall. Immer mehr Menschen in prekären Verhältnissen leben im Fahrzeug, um ausbeuterischen Mieten zu entkommen. Doch die Frage bleibt: Lohnt sich extremer Verzicht, oder sorgt – wie Skeptiker vorhersagen – der Immobilienmarkt dafür, dass das Ziel immer einen Schritt weiter rückt? Derweil schläft der Mann weiter in seinem Auto, mit 40.000 € in der Tasche und einem Traum, der mit jedem Monat mehr verblassst.
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