El Corte Inglés in Spanien: Welle von Ladenschließungen und alternde Kundschaft

Die Supercor-Märkte gehen an Carrefour, unrentable Häuser schließen: El Corte Inglés steht vor einer Schließungswelle und verliert seine Stammkundschaft.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

El Corte Inglés in Spanien: Welle von Ladenschließungen und alternde Kundschaft
El Corte Inglés schließt Filialen, während seine Stammkundschaft ausstirbt

Frankreich erklärt Shein den Krieg, und währenddessen löscht El Corte Inglés in Spanien weiter Lichter. Die Schließungswelle, die sich für 2024 abzeichnet, nimmt konkrete Form an: Die Supercor-Supermärkte werden an Carrefour übergeben, und mehrere Stadtteilhäuser schließen ohne Nachfolger. Madrid hält durch, Barcelona hält durch, und nicht viel mehr.

Hinter jedem Rollladen steckt eine Szene, die in der Bilanz nicht auftaucht. Zwei treue Kundinnen, Schwestern, 90 und 94 Jahre alt, kauften bis vor Kurzem in Preciados, in Argüelles, in Goya und im Haus an der Generalísimo. Jetzt kaufen sie nicht mehr. Sie waren der harte Kern des Hauses, die Generation von Krieg und Nachkriegszeit, und dieser Kern leert sich, ohne dass jemand nachrückt.

Was schließt El Corte Inglés 2024?

Der Rückzug ist kein Flurfunk-Gerücht. Die Supercor-Märkte sind die sichtbare Spitze: In manchen Vierteln hängen Abverkaufs-Schilder, in anderen hängt seit Monaten das Übernahmeschild, ohne dass es jemand abnimmt. Die inoffizielle Zählung der Beschäftigten dieser Läden deutet darauf hin, dass von rund zwanzig besuchten Märkten nur einer – der an der Pío XII – ein Kundenaufkommen hat, das das tägliche Öffnen rechtfertigt. Der Rest läuft auf Trägheit weiter.

Das Unternehmen bündelt, was übrig bleibt, dort, wo die Kasse stimmt, und lässt den Rest der Landkarte ziehen. Es gibt keinen geordneten Rückzug und keine klar kommunizierte Strategie: Es ist ein Tropfen lokaler Entscheidungen, die in Summe eine gestaffelte Schließung ergeben.

Die alternde Kundschaft und die, die zu Vinted abwanderte

El Corte Inglés verliert nicht wegen der Preise, es verliert wegen der Alterspyramide. Sein natürlicher Käufer kam seit den sechziger Jahren durch die Drehtür und ist heute zwischen siebzig und neunzig Jahre alt. Eine Berechnung, die in Branchenanalysen kursiert, schreibt dem Konzern einen Verlust von fast 60 Prozent seiner historischen Kundschaft zu. Keine Prüfung bestätigt das, aber es passt zu den Schließungen ganzer Etagen.

Während diese Gruppe verschwindet, hat die nächste den Kanal gewechselt: Secondhand auf Vinted, Ultra-Fast-Fashion bei Shein und Primark, und digitaler Einkauf, ohne das Einkaufszentrum zu betreten. Der Generationenwechsel kam nicht bis zur Herrenabteilung – er ging woandershin.

Warum scheiterte El Corte Inglés im E-Commerce?

Das Unternehmen hatte das Teuerste schon aufgebaut: Logistiknetz, Lagerhäuser und Präsenz in jeder Hauptstadt. Es kam zu spät. Während andere Marktplätze aufbauten, widmete das Haus weiterhin ganze Gebäude der Möbelpräsentation. Branchendaten ordnen seine Plattform in Spanien hinter Amazon und vor AliExpress ein: zweite Reihe, kein Verschwinden.

Die Reaktion existiert. Die App funktioniert, ermöglicht die Abholung von Bestellungen an nahen Punkten und kommt an die Erfahrung der Großen heran. Das Problem ist der Zeitplan: Jede Verbesserung kommt, während es weniger Quadratmeter zu verteidigen gibt.

Primark, Shein und die Kleidung, die einen Sommer hält

Die französische Nationalversammlung hat der Ultra-Fast-Fashion Grenzen gesetzt – ein Kampf, der in Spanien in den Umkleidekabinen ausgetragen wird. Manche verteidigen die Eigenmarke mit dem Argument, sie halte länger als Saisonware; das oft wiederholte Beispiel ist eine Eigenmarke namens Dustin, mit fünfzehn Jahren Nutzung auf dem Buckel. Das Argument hat seine kaufmännische Logik und seinen Haken: Wenn die Kleidung hält, kauft man weniger, und dieses Ersatzgeschäft frisst ein anderer.

Der Kunde, der weiter den Aufpreis zahlt

Es bleibt ein Käufer, der nicht abtrünnig geworden ist: der, der verfügbare Größen will, korrekte Behandlung und nicht wie ein laufendes Werbeplakat gekleidet sein möchte. Er kauft wenig, erneuert aus Notwendigkeit und lässt Trends links liegen. Er ist treu, aber er trägt keine Struktur mit Tausenden Gehältern.

Da liegt der Knoten. Das Unternehmen überlebt wegen dem, was es war, nicht wegen dem, was es verkauft. Und jede Schließung macht es schwerer, dass jemand wieder durch die Drehtür eintritt. Niemand hat beziffert, wie viele Jahre an Ausgleich diesem Modell noch bleiben: Die einzige Zahl, die kursiert – 60 Prozent verlorener historischer Kundschaft –, ist keine Prognose, sie ist eine Bestandsaufnahme.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (46 Antworten).

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