Spaniens Wohnungsdekrete: 900.000 Wohnungen drohen vom Markt zu verschwinden

Die spanischen Wohnungsdekrete gefährden 900.000 Wohnungen, und Investorenfonds stoppen bereits Projekte für bezahlbaren Mietwohnraum, während Junts die Unterstützung verweigert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Wohnungsdekrete: 900.000 Wohnungen drohen vom Markt zu verschwinden
Die Wohnungsdekrete bedrohen 900.000 Wohnungen mit dem Verschwinden vom Markt

Ein Fonds hatte Grundstück, Genehmigung und den institutionellen Mieter für einen gesamten Block bezahlbarer Mietwohnungen bereits gesichert. Nun hat er das Projekt eingefroren. Der Fall wiederholt sich: Einige Projektentwickler haben ihre Pläne für günstigen Mietwohnraum komplett gestoppt, bis sie sehen, was am Freitag im Kongress mit den beiden Wohnungsdekreten passiert. Die Zahl, mit der die Branche den Schaden beziffert, lautet 900.000 Wohnungen, die vom Markt verschwinden, wenn der Text in seiner jetzigen Fassung verabschiedet wird. Und es gibt eine weitere Zahl, die bereits Realität ist: Seit 2021 sind fast 400.000 Wohnungen vom Mietmarkt verschwunden.

Steuer auf Leerstand: der Hebel, der Investoren verschreckt

Zwei Maßnahmen stoßen auf den meisten Widerstand. Die erste ist die Abgabe auf leerstehende Wohnungen, in der Branchensprache zusammengefasst als fette Steuer darauf, eine Wohnung unvermietet zu lassen. Die zweite ist die rechtliche Unsicherheit: Verträge, Fristen und Preise, die sich per Dekret ändern können, jedes Mal, wenn das Parlament zusammentritt.

Vor diesem Hintergrund ist die Rechnung der Investoren einfach. Weniger erwartete Rendite, weniger neue Investitionen. Wenn der Projektentwickler keine stabile Rendite über zehn Jahre sieht, legt er keinen einzigen Ziegel, egal was das Schild über bezahlbaren Mietraum verspricht.

Über das tatsächliche Ausmaß des Schadens herrscht kein Konsens. Das aggressivste Szenario spricht von diesen 900.000 Wohnungen, die vom Markt genommen werden; gemäßigtere Schätzungen sehen die Auswirkungen weit darunter. Unbestritten ist jedoch der frühere Aderlass: fast 400.000 Wohnungen weniger im Mietangebot seit 2021, mit oder ohne Dekret.

Warum Fonds Projekte für bezahlbaren Mietwohnraum stoppen

Bezahlbarer Mietwohnraum entsteht mit Geld, das moderate Renditen im Gegenzug für langfristige Stabilität akzeptiert. Wenn sich der rechtliche Rahmen jedes Quartal verschiebt, diskutiert dieses Geld nicht: Es wandert in eine andere Branche oder in ein anderes Land. Das ist der Kern der Sache.

In der Praxis zeigt sich die Lähmung bei Projekten, die bereits Grundstück, Genehmigung und durchgerechnete Zahlen hatten. Sie liegen auf Eis und warten auf das Ergebnis der Abstimmung. Eine unter Investoren kursierende Rechnung geht noch weiter und behauptet, dass sich der gebundene Bestand – addiert man, was verkauft und was enteignet werden könnte – mit dem geschätzten Wohnungsmangel deckt.

Junts sagt nein, Podemos sagt ja: die Arithmetik des Freitags

Junts hat angekündigt, bei beiden Wohnungsdekreten mit «nein» zu stimmen. Sein Argument in einem Wort: «Pfusch». Ohne diese Stimmen wird die Mehrheit schwierig, und die Regierung muss Unterstützung neu zusammensetzen, die sie gestern noch nicht hatte.

Podemos wird dagegen zustimmen. Und zwar mit einem Satz, der den Pragmatismus der Woche zusammenfasst: «Ein paar Brosamen sind besser als nichts», so der Mieterverband nach der Ankündigung. Der Ministerpräsident veröffentlichte ein Video, in dem er die Fraktionen zur Verantwortung aufrief, und erklärte sich «vorsichtig optimistisch». Die Angst in der eigenen Partei ist eine andere: dass eine Ablehnung Neuwahlen am 29. November erzwingen könnte.

Die Räumung, die zur politischen Waffe wurde

Eine geräumte Mieterin, öffentlich bekannt als Maricarmen, hat Pedro Sánchez direkt für ihre Lage verantwortlich gemacht: «Er weiß es entweder nicht oder will es nicht wissen», erklärte sie. Ihr Fall ist ohne Zwischenstopp von der Lokalnachricht in die Wahlkampfveranstaltung gewandert.

Der territoriale Rahmen sorgt für zusätzlichen Lärm. In Ceuta wurde der Unmut beziffert: 85.000 Einwohner, die laut Sprecher Melchor León dasselbe erleiden wie die Betroffenen der Entscheidungen der Zentralregierung. Jede Krise wird am Ende mit demselben Maß gemessen.

Das Dekret erschreckt mit 900.000 Wohnungen. Die Statistik hat derweil bereits fast 400.000 verschlungen, ganz ohne Abstimmung. Das Mietproblem begann deutlich vor dem Freitag.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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