Spaniens Verkehrsminister Oscar Puente und seine Fixierung auf die Madrider Metro

Der spanische Verkehrsminister kritisiert die Metro von Madrid und sperrt Nutzer, die ihm widersprechen. Mehrere Nutzer kontern mit stehenden Zügen und der Nutzung seines Dienstwagens.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Óscar Puente hat die Metro von Madrid zum wiederkehrenden Ziel seiner Beiträge gemacht, und sein Konto sperrt einen Großteil derer, die ihm antworten. In den Erwiderungen geht es um stehende Züge, politische Schadenfreude und die Nutzung des Dienstwagens.

## Ein Minister, der sperrt und nachschießt

Der Verkehrsminister hat einen Teil der Nutzer, die ihm auf X antworten, blockiert. Seine Beiträge lassen sich daher nur über die Antworten anderer rekonstruieren. Diese Praxis ist in der spanischen Politik nichts Neues, doch in einem Amt, das **Renfe** und die staatliche Infrastruktur verwaltet, bekommt sie ein anderes Gewicht.

Seine Kommentare zur **Metro von Madrid** sind längst keine Anekdote mehr. Ein Nutzer fasst den Unmut in einem knappen Satz zusammen: Züge stehen „an einem Tag ja, am anderen auch“. Die Kritik macht bei keiner Partei und keiner politischen Farbe Halt.

## Der Vorwurf der Doppelmoral

Der häufigste Einwand richtet sich nicht gegen den Service selbst, sondern gegen die Haltung. Ein Nutzer hält es für schwer vorstellbar, dass es in einem anderen Land einen **Verkehrsminister** gibt, der sich daran erfreut, wie schlecht ein öffentliches Verkehrsmittel funktioniert, nur weil die Stadt von einer anderen Partei regiert wird als seine eigene. Er nennt das politische Niedertracht.

Ein anderer Beitrag thematisiert die Nutzung des Dienstfahrzeugs: Er fragt, ob der Minister mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit Chauffeur unterwegs ist. Die Frage, ob er predigt, was er selbst praktiziert, zieht sich durch fast alle Antworten.

## Sprüche und öffentliches Amt

Manche fordern Mäßigung im Ton. Über bestimmte Themen Witze zu machen, so ein Nutzer, solle man sich verkneifen, wenn man ein öffentliches Amt bekleidet, das von Bürgern bezahlt wird, die den Service selbst am eigenen Leib erlebt haben. Ironie hat in der Politik ihren Preis.

Die **Metro von Madrid** beförderte 2023 mehr als **600 Millionen Fahrgäste**, wie Daten der Regionalregierung zeigen. Sie ist das größte U-Bahn-Netz Spaniens. Sie vom Ministerium aus zu kritisieren, das einen Teil des Systems finanziert, ist etwas anderes als Kritik von einem anonymen Konto.

## Was von der Debatte übrig bleibt

Die Diskussion über die Metro vermischt sich mit der Territorialpolitik und mit dem Stil des Ministers. Keine der Antworten liefert überprüfte Zahlen zu Störungen. Der Vorwurf betrifft Haltung und Doppelmoral, es ist kein technischer Bericht. Wer Daten zur Pünktlichkeit sucht, wird hier nicht fündig.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (14 Antworten).

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