Spaniens Rentensystem weist seit 14 Jahren ein Beitragsdefizit auf

Das spanische Rentensystem verzeichnet nun seit 14 Jahren in Folge ein Beitragsdefizit. Die Rücklage wird durch höhere Beiträge wieder aufgebaut, während die Ausgaben über 12 % des BIP liegen.

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Spaniens Rentensystem weist seit 14 Jahren ein Beitragsdefizit auf
Vierzehn Jahre Defizit und ein Sparstrumpf, der nicht aufgeht

Das spanische Rentensystem verzeichnet nun seit 14 Jahren in Folge ein Beitragsdefizit. Das belegen die Zahlen, die in einer aktuellen Analyse auf den Tisch gekommen sind: Seit 2011 decken die Beiträge die Ausgaben für Leistungen nicht, und die Lücke wird mit Staatstransfers und Schuldenaufnahme gestopft. Die Diagnose ist unbequem für die offizielle Erzählung, aber die Daten sind hartnäckig. Er lügt wie gedruckt, fasst der Autor der Analyse zusammen; wer behaupte, das System in seiner jetzigen Ausgestaltung sei tragfähig, sage schlicht nicht die Wahrheit.

Die Pyramide, die nicht aufgeht

Das Problem ist kein Verwaltungsproblem, es ist ein demografisches. Die Babyboom-Generation geht allmählich in Rente, und die spanische Bevölkerungspyramide hat sich umgekehrt. Trotz historischer Beschäftigungsrekorde —mehr als 22 Millionen Beitragszahler— reichen die monatlichen Beiträge nicht aus, um die steigenden Leistungsausgaben auszugleichen. Die Ausgaben für beitragsbezogene Renten liegen inzwischen bei rund 12-13 % des BIP, mehr als 200.000 Millionen Euro pro Jahr — eine der höchsten Quoten in der EU, auf dem Niveau von Frankreich und Italien und über Deutschland oder den nordischen Ländern. Die durchschnittliche spanische Rente ist großzügig bemessen am letzten Gehalt: Die Rentenniveau-Quote gehört zu den höchsten der OECD.

Der Reservefonds: ein buchhalterisches Etikett

Der Rentensparstrumpf, der Reservefonds (Fondo de Reserva), hatte in der Boomzeit rund 67.000 Millionen Euro angehäuft. Er wurde mit Überschüssen aufgebaut, die 2007 bei 2,2 % des BIP lagen. Über Jahre hinweg wurde Kapital entnommen, bis kaum noch etwas übrig war. Jetzt versucht man, ihn mit dem MEI wieder aufzubauen — einem Mechanismus, der nichts anderes ist als eine versteckte Beitragserhöhung. Die Kritik: Der Fonds investiert fast alles in spanische Staatsanleihen. Die Sozialversicherung leiht dem Staat also zu einem Satz, der dem entspricht, zu dem sich der Staat selbst finanziert. Same shit, andere Verpackung, fasst ein Analyst zusammen. Der praktische Effekt auf die Staatskasse in dem Jahr ist fast null. Es ist kein Cofidis-Kredit zu 20 %, aber neue Wertschöpfung entsteht auch nicht.

Wer füllt den Sparstrumpf, wer leert ihn?

Manche behaupten, das Defizit sei in Wahrheit eine Plünderung: Gefüllt werde der Sparstrumpf von den Arbeitnehmern des Privatsektors, geleert von den Beamten des alten Systems und den Empfängern von nicht beitragsbezogenen Renten. Die Nuance ist wichtig: Die Beamten im System der Clases Pasivas (dem vor 2011 geltenden Beamtenversorgungssystem) werden nicht von der Sozialversicherung bezahlt, sondern direkt aus dem Staatshaushalt, in einem eigenen Posten von rund 22.000-25.000 Millionen Euro pro Jahr. Die nicht beitragsbezogenen Renten werden ebenfalls aus Steuern finanziert. Das Beitragsdefizit ist Demografie und eine großzügige Berechnungsformel, keine langen Finger in der Kasse. Nur zahlt am Ende eben doch immer derselbe Steuerzahler alles.

Die Bankenrettung als Spiegel

Der Vergleich mit der Bankenrettung liegt nahe. Spanien hat rund 66.577 Millionen Euro an öffentlichen Hilfen zur Sanierung des Finanzsystems ausgezahlt, davon kamen 41.333 Millionen** aus dem Kredit des ESM. Bislang wurden rund 34.000 Millionen zurückgezahlt. Dieselben Bankenchefs, die die Rettung erhalten haben, kassieren weiter Boni. Das war kein Pech, das war Politik, stellt ein Analyst fest. Das Argument dahinter: Bevor die Renten reformiert werden, müssen die nutzlosen und korrupten Ausgaben aller Verwaltungsebenen gestrichen werden.

Zurückgenommene Reformen und politisches Kleinkriegsgetöse

Die historische Abfolge verteilt die Verantwortung. Der Nachhaltigkeitsfaktor war bereits in Zapateros Reform von 2011 vorgesehen und wurde im Gesetz von Báñez 2013 konkretisiert. Der erste Schlag kam 2018, noch unter Rajoy: Um den Haushalt mit der PNV durchzubringen, wurden die Renten an das CPI statt an 0,25 % angepasst und der Faktor auf 2023 verschoben. Dann begrub Escrivás Reform ihn 2021 und führte die automatische Anpassung an das CPI ein. Das Gezänk darüber, wer was zurückgenommen hat, ist Talkshow-Posen, aber das Ergebnis ist dasselbe: Das System geht weiterhin nicht auf.

Was in 20 Jahren passieren kann

Stagnierende Produktivität und eine strukturelle Arbeitslosigkeit von 10 % bedeuten weniger Beitragszahler pro Rentner. Da hilft keine Erzählung. Einwanderer zahlen wenig ein und konsumieren Leistungen, so die verfügbaren Daten. Auf 20 Jahre gesehen ist das wahrscheinlichste Szenario eine Kombination aus Beitragserhöhungen, Kürzungen der Höchstrenten und wachsenden Staatstransfers. Brot für die heutigen Rentner, Hunger für alle morgen, fasst der Autor der Analyse zusammen, der mit 61 Jahren und über 40 Beitragsjahren sagt, dass eine Nichtreform bedeutet, Steine auf das eigene Dach zu werfen.



Die Diagnose ist klar. Die Lösung weniger. Mit diesen Differenzialen müsste die Reform unausweichlich sein. Sie bleibt ein Wahlkampf-Tabu. Niemand will dem Kater die Schelle anhängen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (50 Antworten).

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