Spaniens Rentensystem: Die Rechnung geht nicht auf

Forum-Berechnungen sehen monatliche Kosten von 13,6 Mrd. Euro und neue Schulden von 10 Mrd. Euro. Diskussion um Anpassungen bis 2035.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Rentensystem: Die Rechnung geht nicht auf
Renten in Spanien: Die monatliche Rechnung über 13,6 Milliarden Euro, die niemand unterschreiben will

Ein 40-jähriger Arbeitnehmer zieht Bilanz: zwei Jahrzehnte prekärer Verträge, zwei Krisen, eine Pandemie, hohe Inflation und unbezahlbarer Wohnraum. Sein Fazit – das einer ganzen Generation – ist, dass er mit Steuern Renten finanziert, die er selbst nie erhalten wird. Der Auslöser des Ärgers ist keine Kleinigkeit: Laut einer im Forum kursierenden Berechnung zahlt das System 13,6 Milliarden Euro pro Monat an Leistungen aus, während die öffentliche Verschuldung weitere 10 Milliarden Euro monatlich zunimmt. Die Debatte über die Nachhaltigkeit des Umlageverfahrens hat den Stammtisch verlassen.

Was das Rentensystem wirklich kostet

Der am häufigsten genannte Punkt der Analyse ist die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben. Beitrags- und Hinterbliebenenrenten beziehen sich auf rund 9 Millionen Menschen, eine Zahl, die mehr als das Zehnfache der Kohorte beträgt, die den Spanischen Bürgerkrieg erlebte; heute sind nur noch etwa 650.000 bis 700.000 Personen über 90 Jahre alt. Diese Nuance ist wichtig: Die meisten heutigen Rentner durchliefen keinen Krieg, sondern profitierten von der Phase mit dem stärksten Wirtschaftswachstum und der niedrigsten Steuerlast der jüngeren Geschichte.

Manche argumentieren, das Problem sei nicht die Rentenausgabe, sondern die Einnahmestruktur. Die kursierende Berechnung vergleicht Positionen: Die Schuldzinsen übersteigen in manchen Jahren bereits die Leistungsausgaben, während der Rest der öffentlichen Ausgaben auf Gehälter im öffentlichen Dienst, Ministerien und Transfers entfällt. Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist unbequem: Es gibt keinen Spielraum für Kürzungen dort, wo man nicht anfassen will.

Die Mehrwertsteuer von 1986 und die Generation, die weniger zahlte

Die steuerliche Chronologie widerlegt Teile der Erzählung. Die IVA (Mehrwertsteuer) wurde am 1. Januar 1986 eingeführt und ersetzte die alte IGTE. Wer heute üppige Renten bezieht, leistete einen großen Teil seines Arbeitslebens ohne diese Steuerbeiträge und mit deutlich niedrigeren Grenzsteuersätzen als heute. Das Mindesteinkommen zur Eingliederung existiert seit 1997, die Nicht-Beitragsrenten seit 1991. Das bedeutet, dass die Schutzmechanismen, die heute als unhaltbar gelten, seit Jahrzehnten funktionieren.

Gegenargumente kommen von denen, die daran erinnern, dass die öffentliche Verschuldung nicht von einer einzigen Generation verursacht wurde. Die Parteien, die von den Älteren gewählt wurden, gestalteten die heute kritisierten Politiken, aber auch jüngere Kohorten stimmten dafür. Die Diskussion über die Verantwortung verwickelt sich, wenn man ins Wahl-Detail geht.

Was passiert mit Beitragsjahren und zukünftiger Rente?

Die verbreitetste Prognose deutet auf eine stille Anpassung hin. Das Szenario umfasst eine Erhöhung der erforderlichen Beitragsjahre von den aktuellen 38,5 auf 42, eine Verlängerung des Berechnungszeitraums der Rente von 25 auf 35 Jahre sowie eine Anhebung des Rentenalters. Nichts davon wird im Wahlkampf angekündigt. Das schwedische Modell, basierend auf Kontenmodellen (Notional Defined Contribution), wird als gangbarer Weg zitiert: Die Ausgaben passen sich automatisch den Einnahmen an, ohne drastische Dekrete.

Das demografische Problem erhöht den Druck. Die ausländische Bevölkerung in Spanien stieg laut den im Austausch genannten Daten in wenigen Jahren von 9,8 % im Jahr 2017 auf 19,8 %. Ein Teil dieser Arbeitnehmer zahlt Beiträge auf Basis der Mindestsätze oder erhält das Existenzminimum (IMV), was ihren Beitrag zum System begrenzt. Die zukünftige Nachhaltigkeit hängt davon ab, ob diese Beiträge steigen.

Privatisieren, kürzen oder auf den Bankrott warten

Die Standpunkte teilen sich in drei Blöcke. Eine Gruppe befürwortet Steuersenkungen und Leistungskürzungen: Keine Rente sollte über 1.600 Euro liegen, behaupten sie, und das Wahlrecht sollte durch eine Art Kompetenztest gefiltert werden. Ein anderer Block sieht die Privatisierung als Endziel des Systems, mit dem Argument, dass es um Milliarden gehe und der Generationenkonflikt von den politischen Verantwortlichen ablenke. Eine dritte, kleinere Gruppe vertraut darauf, dass das System hält, bis die Inflation die Schulden entwerte.

Das Datum, das am häufigsten als Point of No Return genannt wird, ist 2035, wenn die Babyboomer-Kohorten in Rente gehen. Danach wird das Loch laut den pessimistischsten Berechnungen unüberbrückbar. Die Lösung, die niemand unterschreibt, besteht darin, die Renten um 20 % oder mehr zu senken.



Die Rechnung ist einfach und das Ergebnis unbequem: 13,6 Milliarden Euro monatlich an Leistungen gegenüber 10 Milliarden Euro neuer Schulden. Mit diesen Zahlen lautet die Frage nicht, ob das System reformiert wird, sondern wer die politischen Kosten dafür trägt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (143 Antworten).

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