Spaniens PP streicht Valencianisch-Pflicht bei 73% der Lehrerprüfungen

Valencianisch ist für 73% der Fachrichtungen der Lehrereinstellungsprüfung 2027 nicht mehr verpflichtend, bleibt aber für 1.855 Sekundarschullehrer erforderlich.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens PP streicht Valencianisch-Pflicht bei 73% der Lehrerprüfungen
Valencianisch keine Voraussetzung mehr für drei von vier Stellen

Bewerber für Berufsbildungsstellen in der Autonomen Gemeinschaft Valencia müssen ihre Kenntnisse des Valencianischen nicht mehr nachweisen, um sich auf eine Stelle zu bewerben. Sekundarschullehrer hingegen schon. Die neue Ausschreibung für die Lehrereinstellungsprüfung 2027, vorgestellt vom Conselleria de Educación (Bildungsministerium der Region), bricht mit der ungeschriebenen Regel, dass alle Bewerber Kenntnisse der autonomen Sprache bescheinigen mussten. Das Ergebnis ist eine interne Kluft: Die Anforderung entfällt bei 73 % der ausgeschriebenen Fachrichtungen, bleibt aber für die 1.855 Sekundarschullehrer bestehen, die die Mehrheit der 2.052 Stellen ausmachen.

Die Maßnahme kommt mit einem Anstieg der offenen Stellen —445 mehr als 2025—, verlängerten Einspruchsfristen und einer vollständig elektronischen Abwicklung, die physische Aushangtafeln der Prüfungsausschüsse überflüssig macht. Der linguistische Kleingedruckte hat jedoch die Debatte entfacht.

Wer braucht Valencianisch bei den Prüfungen 2027 und wer nicht

Die Verteilung ist chirurgisch genau. Von der Anforderung befreit sind Stellen an Sprachschulen, für Bildende Kunst und Berufsbildung. Beibehalten wird sie für die Sekundarbildung, den Hauptteil der Stellen. Das Bildungsministerium beruft sich auf die Anwendung des Ley de Libertad Educativa (Gesetz zur Bildungsfreiheit) und darauf, es könne „nichts anderes tun, als sich an die geltende Gesetzgebung zu halten“, so die Antwort an die Gewerkschaften im Sektoralkomitee.

Die größte Gewerkschaft, STEPV, ließ dieses Argument nicht gelten. Sie bezeichnete es als Ausdruck von „sprachlicher Feindseligkeit gegenüber dem Valencianischen“ und warnte, die Maßnahme „gefährdet die Kontinuität der Vertretungslehrkräfte“. CC OO fügte eine eigene Beschwerde hinzu: Der praktische Teil der Prüfung werde von 3 auf 2,5 Stunden verkürzt. Zwei Fronten der Unzufriedenheit in einem einzigen Treffen.

Das Argument der Hürde gegen das Argument der Muttersprache

Einige vertreten die Ansicht, die Valencianisch-Anforderung habe als Zugangsfilter fungiert und deren Abschaffung öffne die Tür für Kandidaten von außerhalb. Die Angst, die Stellen könnten zum Selbstbedienungsladen werden, zieht sich durch viele Beiträge, wobei der Fokus darauf liegt, dass jeder frisch von der Schule kommende Absolvent bisher das regionale Zertifikat hatte und nun benachteiligt gegen Bewerber ohne diese Ausbildung antreten muss.

Auf der Gegenseite lautet das Argument berufliche Nützlichkeit. Ein Chirurg beispielsweise müsse eine lokale Sprache nicht beherrschen, um zu operieren; er müsse seine Fachkompetenz nachweisen. Die sprachliche Verpflichtung wird hier als künstliches Hindernis gelesen, das Talente vertreibt und den Generationenwechsel in Sektoren wie Gesundheit oder technischer Bildung erschwert.

Die Diskussion wanderte schnell auf härteres Terrain: die Hierarchie zwischen Sprachen. Gegen jene, die behaupten, Valencianisch sei ein Dialekt des Katalanischen oder eine Variante des Spanischen, wird eingewandt, es erfülle die linguistischen Kriterien einer Sprache und sein Schutz sei eine kulturelle, keine politische Frage. Die Ironie bezüglich des Silbo Gomero (Pfiffsprache der Kanaren) und regionaler Zertifikate als Verdienst für Operationen im OP-Saal fasst den Ton dieses Abschnitts zusammen.

Die Lobby der regionalen Zertifikate

Eine der am häufigsten wiederholten Strömungen weist auf wirtschaftliche Interessen hinter der Anforderung hin. Die Zahl der Menschen, die vom Unterricht und der Zertifizierung kooffizieller Sprachen leben, wird als etabliertes Geschäft beschrieben, und die Maßnahme der PP wird eher als Schlag gegen dieses Geflecht denn als Bildungsreform gedeutet. Genannt wird die Zahl von 73 % der freigestellten Fachrichtungen; die vollständige Berechnung, wie viele Stellen und indirekte Arbeitsplätze von dieser Zertifizierung abhängen, ist nirgends abgeschlossen.

Zur Kritik gesellt sich politischer Verdacht: Dass die Maßnahme von Vox stammt und die PP sie widerwillig umsetzt, unter Rückgriff auf die Marginalisierung des Spanischen in Galizien als Munition gegen Feijóo. Die institutionelle Antwort beschränkt sich derweil auf rechtliche Rechtfertigung.

Was ist mit Kastilisch und Englisch?

Der Faden verzweigt sich in einen größeren Streit: Warum Kastilisch die einzige Amtssprache des Staates ist und nicht Valencianisch oder Galizisch. Die verfassungsrechtliche Antwort wird zitiert: Artikel 3.1 erklärt Kastilisch zur Amtssprache des Staates. Von dort teilt sich die Diskussion zwischen jenen, die im Spanischen eine globale Sprache sehen —die zweitmeistgesprochene der Welt, nützlich in Dutzenden von Ländern— und jenen, die daran erinnern, dass kooffizielle Sprachen auch Sprachen mit Grammatik und Literatur sind, kein Folklore.

Englisch taucht als Maximalvorschlag auf: Wenn es um Wettbewerbsfähigkeit geht, dann mehr Englisch und weniger Dialekt. Diese Idee löst das Grundproblem nicht, stellt aber eine unbequeme Frage: Wenn das Argument die berufliche Nützlichkeit ist, warum wird dann die autonome Sprache verlangt und nicht die globale?



Es bleibt eine verwirrende Tatsache. Die Ausschreibung wächst um 445 Stellen, die Abwicklung wird digitalisiert und die Fristen werden verlängert. Alles klingt nach Modernisierung. Aber die Anforderung, die jahrelang den Zugang zum Lehrberuf vereinheitlichte, spaltet sich je nach Fachrichtung in zwei Regime, und niemand hat bisher erklärt, welches pädagogische Kriterium einen Sekundarschullehrer von einem Berufsbildungslehrer unterscheidet.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (170 Antworten).

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