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Trillo, der Yak-42-Absturz und Spaniens selektive Erinnerung an 75 Tote
Der Yak-42-Absturz in der Türkei forderte 2003 75 Todesopfer. Die Frage nach dem damaligen Rücktrittsforderungen gegen Verteidigungsminister Trillo bleibt unbeantwortet.
Trillo, der Yak-42-Absturz und Spaniens selektive Erinnerung an 75 Tote
Im Mai 2003 stürzte eine vom spanischen Verteidigungsministerium gemietete sowjetische Jakowlew Jak-42 in der Türkei ab. Dabei kamen 75 Menschen ums Leben, darunter 62 spanische Soldaten. Zwanzig Jahre später stellt sich im Hinblick auf die politische Verantwortung bei Flugunfällen eine unbequeme Frage: Wie viele derjenigen, die heute nach jedem Unglück Köpfe fordern, verlangten damals den Rücktritt – oder gar die Inhaftierung – des Ministers Federico Trillo? Die Antwort ist ein beredtes Schweigen.
Dieser Vorfall ist zum Lieblingsbeispiel für alle geworden, die doppelte Standards vermuten. Der Vorwurf lautet: Es handelte sich um ein Flugzeug sowjetischer Technologie, hergestellt von einem staatlichen Unternehmen, mit mangelhafter Wartung und vorherigen Warnungen der Soldaten, die damit fliegen sollten. Vor allem aber war das Krisenmanagement danach laut vielen Stimmen schlampig.
Was geschah mit den sterblichen Überresten der Opfer?
Der größte Empörungspunkt ist nicht das Flugzeug selbst, sondern das Danach. Berichten zufolge wurden die Särge mit vermischten, nicht identifizierten Körperteilen von Dutzenden verschiedenen Personen gefüllt, und jede Familie erhielt eine zufällige Mischung aus Überresten. Zudem soll ein Fernsehteam am Absturzort Ausweisdokumente, Fotos und persönliche Gegenstände gefunden haben, die niemand einsammeln wollte.
Die Kritik beschränkt sich nicht auf materielle Fehler. Es wird vorgeworfen, dass Trillo die Angehörigen mit einer dürftigen Ausrede belogen habe, als eine Identifizierung unmöglich war, anstatt dies von Anfang an zuzugeben. Für viele ist dies – und nicht der Flugzeugvertrag – die Ursünde dieser Affäre.
Das Flugzeug und die Vertragsstrukturen
Detaillierte Berichte deuten auf ein Zwischenglied hin: Spanien habe die Flüge über eine NATO-nahe Agentur für Wartung und Versorgung gebucht, die die Mission weitervergab und Provisionen einbehalt. Der Preis für den Transport der 62 Soldaten lag deutlich über den tatsächlichen Kosten des beauftragten Fluges. Die Schlussfolgerung lautet, dass das Verteidigungsministerium dieses undurchsichtige Geflecht nicht hinterfragen wollte.
Manche gehen weiter und behaupten, die Jak-42 sei ein Schrotthaufen mit schlechter Wartung gewesen, der von anderen Ländern aus Sicherheitsgründen abgelehnt wurde. Die Insassen hätten sich geweigert, einzusteigen. Man habe sie gezwungen, um Geld zu sparen. Ohne diese Fahrlässigkeit, so die Argumentation, hätte es weder die 75 Toten noch den Konflikt mit den Familien gegeben.
Die unbequeme Frage: Wo waren die Gerechtigkeitsfanatiker?
Der Kern der Sache ist die Symmetrie. Wie viele, die heute einen Minister oder Präsidenten wegen der Fahrlässigkeit eines Lotsen als Mörder beschimpfen, taten dies 2003 gegenüber dem Minister, der seine Soldaten in ein zerfallendes Flugzeug schickte? Der Vorwurf der Parteilichkeit geht in beide Richtungen; keiner geht rein hervor.
Die Gegenseite argumentiert, der aktuelle Unfall sei durch die Fahrlässigkeit eines Lotsen – mit möglichen strafrechtlichen Folgen – erklärbar, weshalb die politische Verantwortung des jeweiligen Ministers weniger klar sei. Die Entgegnung lautet, dass es 2003 sehr wohl vorherige Warnungen, ignorierte Hinweise und einen intransparenten Vertrag gab. Die vollständige Aufschlüsselung der Vertragskette mit ihren Provisionen und Preisaufschlägen bleibt der Punkt, an dem jede Analyse scheitert.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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