Oktober endet ohne den Crash, den manche vorhergesagt hatten

Der Oktober geht zu Ende, ohne dass der von manchen angekündigte Crash eingetreten ist. Schwelende Krisen, der Wahlkalender und der Präzedenzfall von 2006 erklären, warum niemand…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Oktober endet ohne den Crash, den manche vorhergesagt hatten
Der Oktober neigt sich dem Ende zu, und der Zusammenbruch, den manche für sicher hielten, bleibt aus

Es war im Sommer 2006, als in bestimmten Internetkreisen eine wiederkehrende Botschaft die Runde machte: Im Oktober werde etwas Großes passieren, und es treffe den Immobilienmarkt voll. Der Oktober kam und ging, und nichts geschah. Neunzehn Jahre später dreht sich das Rad erneut. Der zehnte Monat des Jahres 2025 ist vorbei, und die Frage ist dieselbe: Wo bleibt die angekündigte Katastrophe?

Die kurze Antwort: Sie ist nicht eingetreten. Die lange Antwort ist unbequemer: Es hängt davon ab, was man unter Katastrophe versteht. Denn während manche einen plötzlichen Absturz erwarteten, zählen andere eine Liste von Bränden auf, die, so ihre These, bereits schwelen. **Paris, Mailand, Barcelona**, Unruhen, Neuwahlen in Spanien. Nichts davon ist ein Finanzcrash, aber es ist auch keine Ruhe vor dem Sturm.

Der Kalender, der nie versagt und nie recht behält

Die Oktober-Prophezeiung hat etwas von einer umgekehrten selbsterfüllenden Prophezeiung: Sie wird jedes Jahr wiederholt, geht jedes Jahr daneben und wird jedes Jahr neu formuliert. Der meistzitierte Präzedenzfall ist der von 2006, als eine beharrliche Botschaft über ein unmittelbar bevorstehendes Ereignis am Immobilienmarkt monatelang kursierte, ohne dass etwas Relevantes geschah. Die Blase blähte sich weiter auf. Das echte Platzen kam, als es kam, im **März 2008**, nicht im Oktober, wie ein Forennutzer anmerkt. Dieses chronologische Detail wird oft vergessen.

Manche halten den zeitlichen Rahmen für eine Falle. Die Wirtschaftsindikatoren seien manipuliert, die externen Faktoren unkontrollierbar, und die großen Bewegungen kündigen sich nicht mit Datum an. Die vorherrschende These unter den Skeptikern lautet, dass der Oktober der Katalysator für etwas sein kann, das **erst Monate später explodiert**. Der globale Schuldenmarkt und die Lage in Frankreich werden als Beispiel für einen langsamen Prozess genannt, nicht für eine sofortige Explosion.

Was geschehen ist, während niemand hinsah

Die Bestandsaufnahme derjenigen, die das Nichts-Passieren-Leugnen ablehnen, ist vielfältig. Aktuelle Konflikte in **Sudan, Äthiopien, Jemen, Iran, Israel und Syrien**, so ein Teilnehmer. Energieknappheit. Inflation. Europäische Banken unter Beobachtung. Das ist kein Crash, das ist eine Anhäufung. Der Unterschied zwischen einer Krise und einer schleichenden Erosion ist derselbe wie zwischen einem Herzinfarkt und Arteriosklerose – und der zweite Prozess tötet genauso, nur langsamer.

Die Diskussion über den Wahlkalender fügt eine weitere Ebene hinzu. Die **US-Zwischenwahlen am 3. November** werden als die Mauer genannt, die jede abrupte Bewegung vor diesem Datum verhindert. Und im Binnenblick erscheinen der 29. November und seine Folgen als nächster Wendepunkt. Politik als Bremse und als Auslöser zugleich.

Das Thermometer auf der Terrasse

Es gibt einen Indikator, der in keiner offiziellen Statistik auftaucht und dieser Tage Hochkonjunktur hat: das Kurzarmhemd. In Valencia werden Ende Oktober **27 Grad** gemessen, wie ein Forennutzer berichtet. Für manche ist das der endgültige Beweis, dass nichts Ernstes geschieht; für andere der Beleg, dass das Klima aus den Fugen geraten ist und der alte Kalender nicht mehr gilt.

Die Anekdote hat Substanz. Vor zwei Jahren, in einer identischen Diskussion über den Oktober, antwortete jemand, es seien noch Tage übrig. In derselben Nacht begann die DANA-Flutkatastrophe in Valencia. Der Zufall verwandelte eine Floskel in ein wiederkehrendes Argument: **Es ist noch nicht vorbei**. Der Monat ist nicht zu Ende. Der 1. November, sagen die Vorsichtigen, sei der Tag für die Bilanz.

Die Vorhersage als literarische Gattung

Das eigentliche Problem ist nicht, ob der Oktober sein Versprechen einlöst oder nicht. Es ist, dass die Wirtschaftsprognose zu einem Spektakel des schnellen Konsums geworden ist, bei dem der Treffer gefeiert und der Fehlschlag ebenso schnell vergessen wird. Wer 2006 den Crash ankündigte, lag bei Jahr und Monat falsch, aber die Botschaft überlebte, weil es immer einen neuen Oktober gibt, um es erneut zu versuchen.

Unterdessen nimmt die Realwirtschaft ihren Lauf: Die Gastronomie füllt die Terrassen, die Banken halten sich, die Konflikte nehmen zu, und der Wahlkalender gibt den Takt vor. Ist das die Katastrophe? Oder ist es einfach das Leben, das sich selten an die Fristen hält, die wir ihm setzen?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (57 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver