Spaniens Pflegeheime: Protokolle, Zuständigkeiten und die UME

Debatte über die Protokolle in spanischen Pflegeheimen während der Pandemie: Daten, Zuständigkeiten und die Berichte der UME.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Pflegeheime: Protokolle, Zuständigkeiten und die UME
Pflegeheime: Das Protokoll, das niemand unterzeichnete, aber alle anwandten

Jedes Mal, wenn das Thema wieder in den Vordergrund rückt, öffnet die Debatte über die Protokolle für Pflegeheime, die während der schlimmsten Monate der Pandemie angewandt wurden, dieselbe unbequeme Frage: Wer hat sie unterzeichnet, wer hat sie angeordnet und wer hätte sie stoppen können? Auf dem Tisch liegen Dokumente mit Datumsangaben, gerichtliche Beschlüsse, die jede Seite auf ihre Weise interpretiert, und kein rechtskräftiges Urteil, das Verantwortliche benennt.

Es gibt einen Fakt, der das ganze Labyrinth ordnet. Das Protokoll, das als Ursache des Desasters in den Madrider Pflegeheimen gilt, ist auf den 26. Mai 2020 datiert. Das Argument, das sich auf dieses Datum stützt, besagt, dass der Höhepunkt der Sterblichkeit zu diesem Zeitpunkt bereits überschritten war. Die Anklage antwortet mit einem anderen Datum, dem 19. März 2020, als das Gesundheitsministerium die Verordnung erließ, die die Regionen später lediglich umsetzten. Es ist dasselbe Dokument, gelesen von vorne und von hinten. Die monatliche Aufschlüsselung der Todesfälle – welcher Prozentsatz in welchem Abschnitt des Alarmzustands fiel – ist genau das, was jede Seite nach Belieben handhabt.

Wer war während des Alarmzustands für die Pflegeheime zuständig?

Hier wird die Debatte hitzig und hier findet auch jede Seite ihr Alibi. Auf dem Tisch liegt das Real Decreto 463/2020, das den Alarmzustand ausrief, zitiert als das Instrument, das die Zuständigkeiten bei der Zentralregierung konzentrierte. Mit diesem Argument springt die Verantwortung für das, was in den Pflegeheimen geschah, von den autonomen Gemeinschaften zum Ministerium. Nach den kursierenden Beschlüssen hätte ein Richter bereits festgestellt, dass die Verwaltung der Pflegeheime während der Pandemie dem Staat und nicht der Region oblag.

Die gegenteilige Version bestreitet nicht das Dekret, sondern dessen Auslegung. Sie behauptet, dass die gesundheitlichen Zuständigkeiten nie die Regionen verlassen hätten, dass die Protokolle von den regionalen Diensten ausgeführt wurden und dass wer Madrid regiert, für das verantwortlich ist, was sein Ressort tat. Die Rolle, sagen sie, wäre in jeder Region dieselbe: eine Kopie dessen, was das Ministerium anordnete. Und im Hintergrund taucht die These auf, die die Schuld zwischen Pedro Sánchez, Pablo Iglesias und den übrigen Präsidenten der autonomen Gemeinschaften verteilt, die eine Seite als Mitschuldige derselben Maschinerie bezeichnet.

Triage: Wen behandelt man, wenn keine Beatmungsgeräte verfügbar sind?

Der unbequemste Punkt ist nicht juristisch, sondern klinisch. Wenn die Krankenhäuser überlastet sind, entscheidet jemand, wen man intubiert und wen man sediert. Eine der am häufigsten wiederholten Versionen behauptet, dass das Protokoll vorsah, dass ein Koordinator – und nicht der Hausarzt – die Einweisung ins Krankenhaus bewerten sollte, was in der Praxis danach diskriminierte, wo man lebte, und nicht nach der Lebenserwartung. Eine andere Lesart, die hart verteidigt wird, fügt hinzu, dass dieses Protokoll nur den Transport regulierte, nicht die Aufnahme, und dass Angehörige, die ihre Älteren nach Hause bringen wollten, dies tun konnten.

Der Gegenschlag ist direkt: Bei einer Gesundheitskatastrophe existieren Protokolle, um nicht improvisieren zu müssen, und die Alternative zum Triage ist nicht, alle zu retten, sondern keinen zu retten. Man diskutiert mit Überlebensraten in der Hand. Ein junger Mensch mit einer 80%-Chance durchzukommen gegenüber einem alten Menschen mit 15%. Den Ersteren zu wählen ist eine Entscheidung, die niemand unterzeichnen will und die, nach dieser Version, fast alle trafen. Die Verteidiger des Kriteriums erinnern daran, dass es nicht für ein bestimmtes Pflegeheim entworfen wurde, sondern für jedes Szenario mit begrenzten Ressourcen.

Die juristische Front: Olona, die UME und die Akten des Obersten Gerichtshofs

Parallel zur gesundheitspolitischen Debatte läuft die politische. VOX hat die Sache auf juristischem Weg wiederbelebt: Ihre Sprecherin, Macarena Olona, kündigte eine neue Beschwerde bezüglich der Pflegeheime an und behauptete, die Regierung habe den Obersten Gerichtshof bei der Bearbeitung der vorherigen Beschwerde angelogen. Das erklärte Ziel ist es, die Berichte der UME (Militärische Notfall-Unit) zu erhalten, als ihre Kräfte in die Altenheime einrückten. „Alle werden erfahren, was unsere Helden dort vorfanden“, schrieb sie. Es sind parteiische Behauptungen und bisher ohne Urteil, das sie stützt.

Von „Sie hat es getan“ zu „Alle haben es getan“

Eine dritte These gewinnt an Boden: Die Schuld ist geteilt. Dass der Befehl aus Madrid kam, aber dass der Rahmen von der Zentralregierung gesetzt wurde und dass der Rest der Regionen ähnliche Protokolle anwandte. Aus dieser Lesart ist die Abrechnung mit einer einzigen Präsidentin eine Art, die Verantwortung des gesamten Systems abzuschieben. In dieselbe Richtung weisen jene, die fordern, dass das medizinische Personal, das diese Protokolle anwandte, die Gerontologen, die sie verfassten, und die Heimleiter, die wegsahen, zur Rechenschaft gezogen werden.

Darin liegt der Knoten: Jedes Glied hat eine Ausrede, die auf das nächste zeigt. Der Heimleiter wird sagen, er habe einen Befehl befolgt; der Regionalminister, er habe einem ministeriellen Protokoll gefolgt; der Bundesminister, er habe das Gesetz vollzogen. Die Kette bricht nirgends, und das erklärt, warum niemand für das bezahlt hat, was in den Zimmern geschah.

Was kann jetzt passieren?

Mit diesem Material ist es vorhersehbar, dass der Fall auf juristischem Weg voranschreitet, ohne kurzfristig gelöst zu werden, und dass jede neue Beschwerde dieselbe Diskussion über die Daten wieder eröffnet. Wenn die Gerichte bestätigen, dass die Zuständigkeit beim Staat lag, verschiebt sich der Fokus auf das Ministerium; wenn sie die regionale Zuständigkeit bestätigen, kehrt er nach Madrid zurück. Und wenn sie nichts bestätigen, bleibt alles genau dort, wo es ist: in einem Kreuzfeuer der Anschuldigungen ohne Verantwortlichen. Keine dieser Lösungen wird die Toten zurückbringen, und das – so sei erinnert – ist das Einzige, worüber keine Seite streitet.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (194 Antworten).

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