Sánchez' Zensurgesetz kollidiert mit vier Verfassungsprinzipien, Nutzerbericht
Kann ein Gesetz verabschiedet und durchgesetzt werden, das von internen juristischen Berichten als verfassungswidrig eingestuft wird? Genau dies schlägt der Gesetzentwurf der spanischen Regierung zur Kontrolle sozialer Medien vor. Laut einem Forumsnutzer warnen die Rechtsdienste, dass der Text „vier Verfassungsprinzipien verletzt“. Vier. Nicht eines, nicht zwei. Vier. Dennoch treibt die Exekutive das Dekret voran, überzeugt davon, dass Politik ein dauerhafter Ausnahmezustand ist, in dem Recht nur im Weg steht.
Die Reaktion ließ nicht auf sich warten. Viele Analysen sehen darin keinen technischen Fehler, sondern den Beweis, dass das Rechtssystem bedeutungslos wird, wenn es der Macht im Wege steht. „Als wäre die Verfassungswidrigkeit eines Gesetzes ein Grund, es nicht anzuwenden“, fasst eine wiederholte Bemerkung ironisch zusammen. Die Paradoxie ist bitter: Theoretisch sollte Verfassungswidrigkeit jede Norm vor der Umsetzung stoppen. In der Praxis wird sie verabschiedet, angewendet und dem Verfassungsgericht überlassen, das erst Jahre später urteilt, wenn der Schaden bereits angerichtet ist.
Welche Verfassungsprinzipien verletzt werden und warum das wichtig ist
Artikel 14 der Verfassung garantiert Gleichheit vor dem Gesetz „ohne Diskriminierung aufgrund von Geburt, Rasse, Geschlecht, Religion, Meinung oder sonstigen persönlichen oder sozialen Umständen“. Juristische Berichte weisen darauf hin, dass der Text direkt gegen dieses Prinzip verstößt, sowie gegen drei weitere, die in der Diskussion nicht detailliert werden, aber ausreichen, um den Staatsapparat zu alarmieren. Die Paradoxie besteht darin, dass das Verfassungsgericht, das solche Konflikte lösen sollte, aus Richtern besteht, die von genau den Parteien ernannt wurden, die das Gesetz vorantreiben. Manche fragen unverblümt: „Wer kontrolliert das Verfassungsgericht?“ Die Antwort ist zwar bekannt, bleibt aber unbequem.
Das meistzitierte Präzedenzurteil ist das Organische Gesetz zum umfassenden Schutz gegen geschlechtsspezifische Gewalt von 2004. Stimmen erinnern daran, dass damals schon vor der Verfassungswidrigkeit wegen ungleicher Behandlung gewarnt wurde, das Gericht das Gesetz jedoch bestätigte. Dieses Ereignis dient als Prophezeiung: Wenn damals ein Gesetz mit verfassungsrechtlichen Mängeln durchging, wird auch dieses durchgehen. Der Unterschied, so argumentieren einige, liegt darin, dass die Kontrolle von Informationen nun das direkte Ziel ist, nicht nur eine Nebenwirkung.
Das Präzedenzurteil der Lockdowns: illegal, aber durchgesetzt
Die Pandemie lieferte eine Anleitung. Häusliche Ausgangssperren wurden vom Verfassungsgericht für illegal erklärt, aber monatelang mit Zustimmung der Bevölkerung durchgesetzt. „Passierte etwas den Verantwortlichen? Gar nichts“, fasst ein Kommentar zusammen, der direkt mit der aktuellen Debatte verknüpft wird. Die Parallele ist offensichtlich: Wenn verfassungswidrige Maßnahmen ohne Konsequenzen für die Unterzeichner durchgesetzt werden können, welcher Anreiz besteht dann, die Verfassung zu respektieren?
Harte Analysen deuten darauf hin: keiner. Die Exekutive kontrolliert Finanzen, die Steuerbehörde (AEAT) und Sicherheitskräfte. Mit diesen Mitteln ist formale Legalität nur Dekoration. „Wenn die AEAT Ihrer Bank sagt, Konten einzufrieren, gehorcht die Bank widerspruchslos“, bemerkt einer der Beiträge. Die Schlussfolgerung lautet, dass Gewaltenteilung keine operative Realität ist, sondern ein rhetorisches Relikt, das in Reden beschworen, in der Praxis aber ignoriert wird.
Die Falle des Dekretgesetzes und der Wahlkalender
Das gewählte Instrument, das Dekretgesetz, ermöglicht die Verabschiedung ohne die übliche parlamentarische Prüfung. Es ist ein Kurzweg, um unangenehme Debatten und Änderungsanträge zu umgehen. Stimmen weisen darauf hin, dass die Regierung mehrere offene Fronten hat: Medienfinanzierung, Maskenpflicht, Altersverifizierung für Erwachsenencontent, der Muface-Konflikt und die Reform der Post. Zu viele Fronten für ein einzelnes Dekret.
Optimistische Berechnungen gehen davon aus, dass Wahlen erst stattfinden, wenn die Zahlen gesichert sind. Pessimistische Ansichten legen nahe, dass Sánchez nur Monate, nicht Jahre bleiben, und der Fall Maduros in Venezuela die spanische Regierung zwangsläufig mitreißen könnte. Zwischen den Szenarien eine Gewissheit: Gerichte haben bereits Klagen von Manos Limpias, Iustitia Europa und UACD vorliegen. Das Spiel wird in den Gerichten gespielt, nicht im Kongress.
Das Kernproblem: eine selektiv angewendete Verfassung
Ein wiederkehrendes Argument besagt, dass die Verfassung zu einer opportunistischen Waffe geworden ist. „Es ist ihre Verfassung, und sie brechen sie, wann immer sie wollen“, fasst ein Kommentar das allgemeine Empfinden zusammen. Die Kritik unterscheidet nicht zwischen Parteien: Sowohl PP als auch PSOE haben loyale Richter am Verfassungsgericht platziert. Das Ergebnis ist ein Tribunal, das bestätigt, was seine Förderer benötigen.
Die übergreifende Frage ist, ob es noch einen institutionellen Mechanismus gibt, der eine Norm stoppen kann, die von staatlichen Juristen selbst als verfassungswidrig eingestuft wird. Die jüngste Erfahrung sagt nein. Illegale Lockdowns wurden durchgesetzt. Das Gesetz gegen geschlechtsspezifische Gewalt ging trotz Zweifeln durch. Das Zensurgesetz für soziale Medien wird dem folgen. Jahre später, wenn das Gericht urteilt, wird der Schaden irreparabel sein, und niemand wird dafür bezahlen.
Letztlich ist die Schlussfolgerung altbekannt: Die Verfassung ist ein großartiger Text, der nur angewendet wird, wenn er nicht stört. Wenn er stört, wird ein Dekret erlassen, durchgesetzt und Zeit und Bürokratie ihren Lauf nehmen lassen. Demokratie wird als das am wenigsten schlechte System bezeichnet. Bei diesem Tempo werden wir uns sogar danach sehnen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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