Spaniens Monster: Macías und das koloniale Erbe in Guinea

Antonio Caño eröffnet die Debatte neu: Hätte Franco die Diktatur von Macías Nguema verhindern können? Spaniens besondere Kolonialisierung von Äquatorialguinea und ihre Folgen bis heute.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Monster: Macías Nguema und Spaniens koloniales Erbe in Guinea

Die Veröffentlichung der Biografie "Spaniens Monster" von Antonio Caño, ehemaliger Chefredakteur von El País, hat die Debatte über Francos Verantwortung für das Desaster in Äquatorialguinea neu eröffnet. Caño behauptet, das Franco-Regime habe keinen Staatsstreich gegen Macías Nguema unternommen, als dies noch möglich gewesen sei, und die Kolonialmacht habe die Macht einem Tyrannen übergeben, der aus dem Inneren ihrer eigenen Kolonialverwaltung hervorgegangen war. Die These ist nicht neu, doch ihre Herkunft — ein Journalist aus dem Establishment — hat diejenigen verärgert, die in der spanischen Dekolonisierung ein Musterbeispiel von Zurückhaltung sehen im Vergleich zu den Blutbädern Frankreichs oder Portugals.

Eine Kolonie namens Provinz

Äquatorialguinea hatte einen besonderen Rechtsstatus. Ab 1959 waren Fernando Poo und Río Muni formell spanische Provinzen, mit eigenem Personalausweis und eigener Peseta. Doch dieser Status kam nur neun Jahre vor der Unabhängigkeit und löschte die frühere Realität nicht aus: ein Kolonialregime mit Kategorien von nicht emanzipierten, halb emanzipierten und emanzipierten Indigenen. Die Emanzipierten genossen volle Rechte, doch die Mehrheit der schwarzen Bevölkerung unterlag einer Sonderjustiz, die nach manchen Analysen milder war als die allgemeine — außer bei Kannibalismus, der mit dem Strang geahndet wurde. Der Mythos der "Schwesterprovinz" existiert neben der Tatsache, dass die spanischen Investitionen gering waren und das Gebiet Defizite machte.

Die Unabhängigkeit, die niemand kontrollierte

Der Unabhängigkeitsprozess beschleunigte sich 1968 unter dem Druck der UNO. Spanien rief Wahlen aus, die Francisco Macías Nguema gewann, ein Kandidat, der die Vertreibung der Spanier versprach. Im Umfeld Francos wirkte der Anwalt Antonio García-Trevijano als Berater von Macías und förderte nach mehreren Quellen dessen Aufstieg. Trevijano, eine umstrittene Figur und Freund des Diktators, soll dazu beigetragen haben, dass Spanien keinen genehmen Kandidaten durchsetzte, anders als Frankreich oder Portugal es taten. Die Frage, die in der Luft hängt: Hätte Franco einen Staatsstreich verüben können, oder wollte er einfach nicht? Die Antwort spaltet diejenigen, die glauben, ein militärisches Eingreifen hätte die Katastrophe verhindert, von denen, die meinen, Guinea sei den politischen Kosten einer unhaltbaren Kolonie nicht wert gewesen.

Die Wüste nach der Unabhängigkeit

Macías errichtete eine brutale Diktatur: Er verbot Bildung, schaltete den Strom ab und folterte und ermordete Zehntausende Menschen. Man schätzt, dass ein Drittel der Bevölkerung starb oder floh. Die letzten Spanier verließen das Land unter Schüssen entlang der Startbahn des Flughafens. Der rituelle Kannibalismus, der bei manchen Ethnien vorkam, wurde von der Propaganda genutzt, um das Regime zu dämonisieren, wobei Zeitzeugen ihn als Einzelfall bestätigen. Äquatorialguinea wandelte sich vom wohlhabendsten Land Zentralafrikas — mit Löhnen, die Arbeitskräfte aus Nigeria und Kamerun anzogen — zu einem gescheiterten Staat, von dem das spanische Außenministerium heute empfiehlt, keinerlei Region zu besuchen.

Im Laufe der Jahre wurde Guinea unter der Diktatur von Teodoro Obiang Nguema, einem Neffen von Macías, der dasselbe Repressionsmodell fortführt, zum Erdölförderer. Das spanische Kolonialerbe hinterließ Sprache und kulturelle Bande, aber auch eine politische Klasse, die in Unterwerfung und Gewalt geprägt war. Die letzte Ironie: Franco, dem vorgeworfen wurde, nicht eingegriffen zu haben, war vielleicht der einzige europäische Diktator, der einem Volk die Macht ohne Massaker übergab... und das Ergebnis war ein Blutbad.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (80 Antworten).

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