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Risorgimento: Eroberung des Südens oder unausweichliche Einigung?
Das Königreich beider Sizilien war reicher als der Norden und hatte die erste Eisenbahn Italiens. Zerstörte es wirklich eine Freimaurerverschwörung? Daten und Geopolitik.
Risorgimento: Freimaurerische Eroberung des Südens oder unausweichliche Einigung?
Dass die italienische Einigung eine Auferlegung des Nordens über den Süden war, bestreitet heute kaum noch jemand. Die piccola legge und der Brigantaggio hinterließen eine Spur der Repression, die italienische Schulbücher jahrzehntelang beschönigt haben. Aber von dort bis zur Erzählung eines bourbonischen Paradieses, das von einer nfreimaurerischennfreimaurerischennfreimaurerischennfreimaurerischen Verschwörung zerstört wurde, ist es ein weiter Weg, den die seriöse Geschichtsanalyse ohne Daten nicht geht.
Das Königreich beider Sizilien war nicht der idyllische Garten, den die Neobourbonen malen. Es hatte seine eigenen Widersprüche: einen Feudaladel, der das Land an sich riss, verkrustete Institutionen und eine Verwaltung, die nicht hinterherkam. Das ändert nichts daran, dass es eine Industriemacht war. Es hatte die erste Eisenbahn Italiens (Neapel-Portici, 1839), die erste öffentliche Straßenbeleuchtung, erstklassige Werften und eine Stahlindustrie, die mit der des Nordens konkurrierte. Das Pro-Kopf-BIP des Südens lag 1860 laut mehreren Studien über dem des Nordens.
Die Rolle der Banken und die Geopolitik
Hier kommt der Faktor ins Spiel, von dem die offizielle Erzählung nichts erzählt: die finanziellen Interessen. Einer der vier Zweige des Bankhauses Rothschild war in Neapel tätig. Jahrzehntelang finanzierte er die Bourbonen ohne Probleme. Doch als das Geschäft zu bröckeln begann und Garibaldi auf Sizilien landete, stoppten die neapolitanischen Rothschilds die Finanzierung von König Franz II. und schlossen die Niederlassung. Das Bankgeschäft wurde von der Pariser Filiale übernommen, die das Zweite Französische Kaiserreich unterstützte, den wichtigsten Fürsprecher der Einigung. Wie eine Analyse sagt: Kapital hat kein Vaterland, nur Interessen.
Hinter der Einigung standen nicht nur Freimaurer und Liberale. Es gab auch eine britische Strategie. Mit dem Suezkanal in Betrieb brauchte das Vereinigte Königreich die Kontrolle über das zentrale Mittelmeer. Das Königreich beider Sizilien war das Tor. Es ist kein Zufall, dass die Einigung sich genau nach dem beschleunigte, als Disraeli die Kanalaktien mit einem Kredit der Rothschilds kaufte. Die Route nach Indien war gesichert, und Süditalien wurde zum Anhängsel des Nordens.
Die schwarze Legende des Südens und ihre Erben
Heute haftet Süditalien ein Stigma von Armut, Mafia und Rückständigkeit an, das sich normalisiert hat. Wer nach Sizilien, Kalabrien oder Kampanien reist, findet ein verfallenes monumentales Erbe vor, das der Vorstellung einer immer armen Region widerspricht. Die neobourbonischen Bewegungen, mit Anhängern sowohl links als auch rechts, reklamieren diese Erinnerung. Sogar die Lega Nord, die jahrelang die Rhetorik vom parasitären Süden verwendete, musste verstummen angesichts der Tatsache, dass auch der Norden massenhaft auswanderte (mehr als 25 Millionen Italiener zwischen 1861 und 1914, die meisten aus dem Norden).
Ein Feld, das man besser aufmacht
Wie eine aktuelle Analyse feststellt, täte Italien gut, dieses Feld aufzumachen. Den Norditalienern sollte man ins Gedächtnis rufen, dass der Süden arm ist, weil sie ihn so gemacht haben; den Süditalienern sollte es um den Wiederaufbau ihres Selbstbewusstseins jenseits von Camorra und Cavalleria Rusticana gehen. Das Problem: Seit der Einigung wird versucht, die kulturelle Identität des Südens auszulöschen, indem man das Standarditalienische und eine zentralistische Geschichtserzählung aufzwingt. Das Ergebnis: mehr als 50 noch lebendige Dialekte, aber eine Kluft, die sich nicht schließt.
Was kommt: die historische Schuld
Die EU hat Geld in die Infrastruktur des Südens gepumpt, doch die historische Ungerechtigkeit wirkt nach. Wird sie nicht angegangen, werden die künftigen Probleme größer. Fest steht: Der Mythos vom faulen, armen Süden hält den Daten nicht stand. Und das Risorgimento war, mehr als ein glorreiches Epos, eine Operation politischer und finanzieller Ingenieurskunst, deren Wunden noch bluten. Wer weiß, ob der neue einheitsnationalistische Nationalismus, der in Foren wie Italic Roots entsteht, die beiden Italien versöhnen kann – oder ob die Kluft, wie manche vorhersagen, unüberbrückbar wird. Vorerst bleibt die Debatte offen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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