Forumsnutzer bringt Juan March mit Francos Flug nach Afrika in Verbindung

In einem Forum wird die Darstellung debattiert, wonach Juan March und der MI6 hinter Francos Flug nach Afrika 1936 und hinter der britischen Nichtintervention steckten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Forumsnutzer bringt Juan March mit Francos Flug nach Afrika in Verbindung
Franco und die anglo Spur: vom Dragon Rapide zur Nichtintervention

Wer bezahlte das Flugzeug, das Franco im Juli 1936 von den Kanarischen Inseln nach Marokko brachte? Und warum, so diese Lesart, betrieb Großbritannien eine Nichtintervention, die der Republik die Hände band, während Hitler und Mussolini die putschende Seite bewaffneten? Eine Analyseströmung vertritt die Auffassung, der General sei nicht nur Anführer der Africanistas, der in Marokko erprobten Heeresfraktion, gewesen, sondern die Speerspitze eines Schachbretts, auf dem London die Fäden zog. Andere Antworten lehnen diese These ab. Die Debatte wird seit Jahrzehnten ohne Einigung geführt.

Wer finanzierte Francos Flug nach Afrika?

Der Name, der immer wieder auftaucht, ist Juan March, der mallorquinische Finanzier, der Mitte der dreißiger Jahre über eines der größten Vermögen Spaniens verfügte. Nach dieser Version bezahlte March nicht nur Francos Lufttransport von den Kanaren, sondern den Putsch selbst, und soll in London eine stille, abgesicherte Rückzugsklausel für den General und seine Familie für den Fall des Scheiterns vereinbart haben. Die Maschine, ein Dragon Rapide, wurde – stets nach dieser Darstellung – von einem Agenten des britischen Geheimdienstes MI6 geflogen, der die Pläne im Voraus kannte. Der Beitrag macht aus einem Militäraufstand etwas viel Größeres.

Zur Liste der Geldgeber stoßen amerikanische Unternehmer: Ford oder Rockefellers Texaco, die dem Kriegsaufgebot Lastwagen und Öl geliefert haben sollen. Und ein weiterer Verdacht schwebt über allem: dass March als Strohmann agierte, als Mann der angelsächsischen Finanzinteressen in Spanien.

Die Nichtintervention und das angebliche britische Doppelspiel

Am 17. Juli 1936, in Spanisch-Marokko, taucht ein Hinweis auf, den die Darstellung besonders betont: Gibraltar verschaffte Kindelán eine direkte Telefonleitung nach Berlin und Rom. Daraus wird gefolgert, dass die britischen Interessen den Putsch unterstützten. Die Politik der Nichtintervention, angeführt von England mit einem davon abhängigen Frankreich, habe genau diesen Zweck gehabt: die Republik handlungsunfähig zu lassen, während Deutschland und Italien Franco großzügig halfen. Nach Jalta intervenierte noch Churchill, um eine alliierte Invasion Spaniens zu verhindern.

Die Lesart schließt, dass die anglo Hand vor, während und nach dem Putsch den General unterstützte. Sie stützt sich auf einen Satz, den Franco selbst 1944 zum Grafen von Rodezno gesagt haben soll: Seine öffentlichen Auseinandersetzungen mit Briten und Amerikanern hätten keine Bedeutung, denn der wahre Charakter seiner Beziehungen zu den Angelsachsen sei ein Geheimnis zwischen ihnen und ihm gewesen.

Die Africanista-Armee und die Methoden des Kolonialkriegs

Franco übernimmt das Kommando als Chef der Africanistas, einer Armee, die in den Feldzügen Nordafrikas gehärtet war. Die zentrale These besagt, dass diese Armee die gleichen drakonischen Methoden, die sie im Rif angewandt hatte, auf die spanische Zivilbevölkerung übertrug. Diese Darstellung behauptet, die eingesetzten nordafrikanischen Truppen begingen Plünderungen, Vergewaltigungen und Morde an spanischen Zivilisten, und dass die aufständischen Kräfte selbst sie ins Land brachten. Der Vergleich wird mit Italien gezogen, wo – derselben Argumentation zufolge – Ausländer die Kolonialtruppen einführten.

Die Behauptung ist eine der umstrittensten. Wer die These ablehnt, bestreitet oder relativiert sie und verweist auf andere Episoden des Konflikts.

Das Vermögen des Clans und die Parallele zu anderen Diktatoren

Eine andere Linie richtet den Blick aufs Geld. Das Vermögen des Franco-Clans wird in dieser Version auf zwischen 20.000 Millionen und 100.000 Millionen Peseten geschätzt, ein Vermögen, das im Schatten der Staatsführung aufgebaut wurde. Die Parallele zu den hispanoamerikanischen Diktatoren – der starke Mann eines unterentwickelten Landes mit bereicherter Familie – fällt häufig. Über alle Unterschiede hinweg, so diese Analyse, gab es keinen großen Unterschied zu einem nicaraguanischen Somoza: Die USA hätten bei Franco dieselbe Strategie angewandt, die sie später bei anderen hispanoamerikanischen Diktatoren anwendeten.

Hier kommt auch der innere Streit im Siegerlager hinein. Es wird argumentiert, dass die Nationale Revolution, welche die Falangisten der ersten Stunde forderten, nie kam: José Antonio wurde einbalsamiert, um einen Märtyrer zu erschaffen, und die Falange wurde ausgehöhlt, indem man sie mit dem Carlismus und den Resten der CEDA verschmolz. Der Franquismus, so das Fazit dieser These, war keine Anomalie, sondern die Fortsetzung des alten Pakts zwischen Thron und Altar, mit Franco auf dem Platz des Königs.

Das Gegenargument: „Er war kein Sadist“

Gegen diese Lesart zeichnet sich die gegenteilige Ansicht ab. Ein Teilnehmer hält Franco für nicht besonders hart gegenüber den Spaniern und meint, das Land habe nach dem Chaos der Republik eine feste Hand gebraucht. Die ambitionierteste Version vergleicht ihn mit dem japanischen Meiji: ein Herrscher, der Spanien aus der fast feudalen Rückständigkeit geholt und in den sechziger Jahren zur achten Weltmacht gemacht haben soll, mit einer Mittelschicht, die zum ersten Mal eine Wohnung und einen eigenen SEAT besaß. Die Debatte ist weiterhin offen.

Vor diesem Hintergrund lautet die Frage nicht, ob Franco ein Sadist oder ein Pragmatiker war. Sie lautet, warum wir so viele Jahrzehnte später noch darüber streiten, wer das Flugzeug stellte, wer das Geld gab und wer wegsah.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (74 Antworten).

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