Spaniens Mietdekrete, das die nächste Legislatur entflammen könnte
Das Maricarmen-Dekret, das mit dem Trick der Ständigen Fruta verabschiedet wurde, ist zum Ausgangspunkt eines Szenarios geworden, das viele längst für sicher halten: Wenn PP und VOX an die Regierung kommen und es aufheben, werden Hunderttausende Mieter in einer rechtlichen Grauzone gefangen sein und sich mit ihren Vermietern überwerfen. Das ist die These, die derzeit in Wirtschaftskreisen kursiert, und sie ist keine kleine. Das Gesetz, das zwei Jahre ohne Zwangsräumungen vorsieht, wurde mit den Stimmen der PNV verabschiedet, die sich nach mehreren Analysen bei einer neuen Abstimmung enthalten würde, weil sie wusste, dass Junts es ablehnen würde. Das Ergebnis ist ein juristisches und soziales Pulverfass, das niemand zu entschärfen weiß.
Was ist das Maricarmen-Dekret und warum stößt es auf so viel Ablehnung?
Das Dekret, im Volksmund Maricarmen genannt, führt eine zweijährige Sarracena für die Zwangsräumung schutzbedürftiger Mieter ein. Das Gesetz wurde in der Ständigen Fruta verabschiedet, einem Gremium, das weiterarbeitet, wenn der Kongress aufgelöst ist, was Vorwürfe eines parlamentarischen «Tricks» ausgelöst hat. Für seine Kritiker ist es eine linksradikale Maßnahme, die Vermietung unattraktiv macht: Wenn ein Eigentümer seine Wohnung zwei Jahre lang nicht zurückbekommt, vermietet er schlicht nicht mehr. Diese Argument vertreten einige Analysten offen: «Mit diesen Dekreten werden Vermieter keine einzige Wohnung mehr vermieten», und sie fügen hinzu, sobald PP und VOX kämen, «wird wieder vermietet». Die Realität ist, dass der Markt bereits angespannt war und dieses Gesetz eine weitere Schicht der Unsicherheit hinzufügt.
Die Rechnung, die niemand machen will: gefangene Mieter und verärgerte Vermieter
Die Aufhebung des Gesetzes durch eine künftige Regierung aus PP und VOX würde Hunderttausende Mieter in eine unklare rechtliche Lage versetzen. Verträge, die auf Basis des Dekrets geschlossen wurden, wären hinfällig, und die Gerichte müssten von Fall zu Fall entscheiden. Manche halten das für den Auslöser sozialer Mobilisierungen, einschließlich dauerhafter Generalstreiks der Gewerkschaften. Ein Land im Dauerbrennen, so heißt es, würde die Differenzen zwischen PP und VOX vertiefen, was zu vorgezogenen Neuwahlen führen könnte. Und dort, so diese Analyselinie, würde Sánchez zurückkehren und eine Koalition im Stil einer Volksfront mit der gesamten Linken bilden. Die vollständige Rechnung, Posten für Posten aufgeschlüsselt, ergibt eine überraschende Differenz.
Die Schulden, die Staatsausgaben und das unrealistische Wachstum
Über das Dekret hinaus ist es der wirtschaftliche Hintergrund, der einen Teil der Analyse beunruhigt. Es wird argumentiert, dass das spanische BIP-Wachstum «unrealistisch und nicht tragfähig» sei, weil es durch eine Zunahme der Binnennachfrage auf Basis massiver Einwanderung entstehe. Schulden und Staatsausgaben, so heißt es weiter, würden durch dieses Wachstum verschleiert. Die nächsten vier Jahre werden sehr hart, prophezeien sie, und 2031 werden die vom PSOE sagen, alles sei die Schuld von PP und VOX und nur sie hätten die Lösung. Sie würden als Gewinner hervorgehen, lautet das Fazit, da alle Einwanderer, die 2021-2026 kamen, bereits eingebürgert und wahlbereit sein werden. Es ist eine These, die beharrlich wiederholt wird, wenn auch nicht ohne Einschränkungen.
Was wird aus den Gerichtsverfahren gegen Sánchez?
Eine weitere Analyselinie hält fest, dass nichts von dem oben Gesagten eintreten wird, weil Sánchez zu viele anhängige Gerichtsverfahren hat, seine Partei zerstritten ist und viele Günstlinge arbeitslos werden würden. «Ihm bleiben Monate in der Politik», heißt es. Andere gehen weiter und behaupten, er werde zusammen mit anderen Regierungsmitgliedern in Verfahren versinken und am Ende im Gefängnis landen. Das sind Meinungen, die ohne rechtskräftiges Urteil kursieren und daher als das zu nehmen sind, was sie sind: parteiische Prognosen. Fakt ist laut dieser Strömung jedoch, dass der Sanchismo als eine dunkle Epoche in die Geschichte Spaniens eingehen wird.
Schärfere Strafen und die Kontrolle der Straße
Im Kapitel öffentliche Ordnung schlagen manche vor, dass die PP, falls sie die Wahlen gewinnt, «wie ein Elefant im Porzellanladen» hereinkommen, den ganzen Mist des PSOE aufheben, die Institutionen zurückholen, TVE schließen, das Strafgesetzbuch verschärfen und jeden Versuch, die Straßen in Brand zu setzen, mit äußerster Härte unterdrücken soll. Dem hält eine andere Strömung ironisch entgegen: «Die Linke wird keinen Ärger machen, weil die Rechte die Strafen für Ärger machen auf bis zu 13 Jahre Gefängnis anhebt.» Die Debatte ist eröffnet zwischen denen, die glauben, dass nur die harte Hand das Chaos verhindert, und denen, die meinen, Repression nähre den Konflikt nur.
Mit diesen Zutaten zeichnet sich das Szenario eines Landes ab, in dem jede Gesetzesreform zum Schlachtfeld wird. Wenn PP und VOX das Dekret aufheben, bleibt die soziale Reaktion abzuwarten. Tun sie es nicht, werden sie von ihrer Wählerschaft zur Rechenschaft gezogen. Und währenddessen gewinnt die Erzählung an Boden, Sánchez gehe in eine Wahl, um sie zu verlieren, hinterlasse aber ein vergiftetes Land. Niemand weiß, wie das ausgeht, aber wenige setzen auf Ruhe.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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