Madrid verkaufte 2013 1.860 Sozialwohnungen an einen Fonds

Der spanische Rechnungshof verurteilte Ana Botella und sieben hohe Beamte zunächst wegen des Verkaufs von 1.860 Sozialwohnungen an einen Fonds im Jahr 2013; 2020 wurden sie freigesprochen…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Madrid verkaufte 2013 1.860 Sozialwohnungen an einen Fonds
Der Verkauf von Sozialwohnungen an einen Investmentfonds: ein Fall, der weiterhin für Diskussionen sorgt

Erinnern Sie sich, als 1.860 Sozialwohnungen an einen Investmentfonds verkauft wurden? Der Fall um die öffentlichen Wohnungen in Madrid zeigt bis heute, dass die Wohnungskrise keine Parteigrenzen kennt. Im Jahr 2013 verkaufte die Stadt Madrid, damals regiert von Ana Botella, ein Paket öffentlicher Wohnungen an einen Investmentfonds. Der spanische Rechnungshof (Tribunal de Cuentas) verurteilte die Ex-Bürgermeisterin und sieben ihrer hohen Beamten zunächst zu einer Zahlung von 25,7 Millionen Euro wegen des Geschäfts, doch der endgültige Freispruch folgte 2020. Die Geschichte hinterließ jedoch eine Spur betroffener Mieter und eine unbequeme Frage: Warum scheinen sich Linke und Rechte darin zu überbieten, wer den öffentlichen Wohnungsbestand schlechter verwaltet?

Der Ursprung: 1.860 Wohnungen und ein Investmentfonds

Das Geschäft wurde 2013 abgeschlossen. Die Stadt Madrid unter Ana Botella verkaufte 1.860 geförderte Wohnungen an einen Investmentfonds. Der Preis: 68.000 Euro pro Einheit, laut Branchenangaben. Der Verkauf wurde als Sanierung der Stadtkasse gerechtfertigt, doch der Rechnungshof sah Anzeichen von Unregelmäßigkeiten und verurteilte die Ex-Bürgermeisterin und sieben ihrer ehemaligen hohen Beamten 2018 zu einer Zahlung von 25,7 Millionen Euro. Der endgültige Freispruch kam 2020 und ließ den Fall in einem juristischen Schwebezustand zurück, der bis heute nachwirkt.

Was danach geschah, ist ebenso relevant: Mieter, die diese Wohnungen mit Kaufoption erworben hatten, stellten fest, dass ihr Vertrag nicht mehr wert war, was sie glaubten. Manche wurden zwangsgeräumt. Andere zahlten weiter, aber nicht mehr an eine öffentliche Verwaltung, sondern an einen Fonds, der nur auf Rendite schaute. Die Paradoxie: Dasselbe Geschäft, das als Lösung des kommunalen Defizits präsentiert wurde, endete in einem sozialen Problem ersten Ranges.

Warum auch die Linke schlecht dasteht

Der Fall der öffentlichen Wohnungen in Madrid ist kein Einzelfall. Am anderen Ende des politischen Spektrums wird der Zentralregierung vorgeworfen, SAREB-Wohnungen an Blackstone zur Verwaltung übergeben zu haben. Das Geschäft, das laut Branchenangaben im August dieses Jahres unterzeichnet wurde, hat ähnliche Kritik ausgelöst: Es ist öffentlicher Wohnungsbau, der in private Hände gerät, mit demselben Ergebnis wie immer: Die Mieter verlieren, die Fonds gewinnen.

Viele ziehen den Schluss, dass das Problem nicht an den Parteibuchten liegt, sondern am Modell itself. Die kommunalen Wohnungsgesellschaften haben ein strukturelles Problem: Mieter zahlen nicht, verwüsten die Wohnungen, und die Instandhaltungskosten explodieren. Deshalb sind öffentliche Wohnungsbestände in Spanien marginal, während sie in Wien oder vielen deutschen Städten mit jährlichen Einnahmen von 8.000 bis 10.000 Euro pro Wohnung funktionieren. Hier dagegen ist der unpfändbare Teil des Einkommens so hoch, dass es fast unmöglich ist, Leistungen bei Nichtzahlern zu streichen.

Das Geschäft mit dem öffentlichen Wohnungsbau: Zahlen, die nicht aufgehen

Die Zahlen im Fall Botella sprechen für sich. 1.860 Wohnungen zu je 68.000 Euro bedeuten eine Ausgabe von 126,5 Millionen Euro für den kaufenden Fonds. Der Rechnungshof hielt fest, dass das Geschäft der öffentlichen Hand einen wirtschaftlichen Schaden zugefügt hatte, und verurteilte die Verantwortlichen zu 25,7 Millionen Euro. Der spätere Freispruch ließ die Zahl in der Schwebe, doch der Fruta war bereits geschehen.

Währenddessen eskaliert das Wohnungsproblem weiter. 2013 war Wohnen laut Umfragen das neunzehntgrößte Problem für die Spanier. Sieben Jahre später ist es die größte Sorge. Das Versprechen, 184.000 Wohnungen im letzten Wahlkampf zu bauen, verlief im Sand. Geblieben ist nur eine Performance mit einer Mieterin aus einem Altmietvertrag und eine Reihe von Verordnungen, die das Kernproblem nicht gelöst haben.

Die Erzählung der Rechten und die der Linken

Die Rechten sagt, das Problem seien Hausbesetzungen und Zahlungsausfälle. Die Linken sagen, es seien Spekulation und Investmentfonds. Beide Erzählungen haben einen wahren Kern und beide verschweigen den Teil, der ihnen unangenehm ist. Die Rechte verkaufte öffentliche Wohnungen an einen Fonds. Die Linken übergab SAREB-Wohnungen an einen anderen Fonds. Dazwischen: die Mieter.

Der Fall des Verkaufs öffentlicher Wohnungen in Madrid erinnert daran, dass das Wohnungsproblem nicht mit Parteibuchten gelöst wird, sondern mit funktionierenden Politiken. Und die hat bisher niemand gefunden. Der Freispruch für Botella im Jahr 2020 hat den Fall nicht abgeschlossen, nur aufgeschoben. Die Frage bleibt offen: Wer zahlt den Preis, wenn öffentlicher Wohnungsbau zum Geschäft wird?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (82 Antworten).

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