Irene González vertritt in Vozpópuli die Auffassung, dass Spanien vor seiner "letzten Chance" steht und dass der Weg dorthin darüber führt, dass der PSOE bei den Wahlen am 29. November als dritte Kraft hinter VOX landet. Die Autorin schlägt vor, die Macht des Staates vom ersten Tag an zu nutzen, um die Vorschriften der Regierung Sánchez zurückzunehmen.
Manche Kolumnen lesen sich wie eine Diagnose, andere funktionieren wie ein Fahrplan. Der Text, den **Irene González** am **8. Oktober 2026** in **Vozpópuli** veröffentlichte, gehört zur zweiten Kategorie. Ihre These lautet, dass es in den kommenden Monaten nicht bloß um einen Regierungswechsel oder das Ende eines Zyklus geht, sondern um das letzte Mal, dass Spanier als Mehrheit wählen werden. Die Autorin formuliert es ohne Umschweife: die letzte Chance, Spanien zu retten.
Der Text beginnt mit einem grundsätzlichen Vorwurf. Fünf Jahrzehnte lang sei das Schicksal des Landes von Kräften gesteuert worden, die sie als zersetzend beschreibt — von der Linken und den substaatlichen Separatismen —, und die Regierenden hätten ihre Macht nicht zum Gemeinwohl der Nation ausgeübt. Diese Phase habe als Beruhigungsmittel für die früheren Generationen gewirkt, die den **PSOE** (Spaniens sozialistische Partei) als unangefochtene staatliche Institution akzeptiert hätten, ohne zwischen Spanien und denen zu unterscheiden, die es regieren. Das ist eine politische Deutung, kein Fakt, und sollte auch so gelesen werden.
## Der 29. November und das Ziel, den PSOE auf Platz drei zu drängen
Das Datum, das die Kolumne zusammenhält, ist der **29. November**. González präsentiert ihn als schmale Gelegenheit, den PSOE für Jahrzehnte, vielleicht für immer, in den Orkus der Geschichte zu schicken. Die Bedingung, die sie festlegt, ist konkret: Die sozialistische Partei muss als dritte Kraft hinter **VOX** landen. Sie räumt ein, dass keine Umfrage darauf hindeutet und keine Erwartung das vorsieht, und antwortet darauf mit einem Satz, der ihre Haltung zusammenfasst: Sie sei nicht da, um zu kommentieren, was andere erwarten, sondern um diese Wirklichkeit zu bauen.
Das Argument stützt sich auf einen europäischen Vergleich. Nach Ansicht der Autorin sind die Sozialisten im übrigen Europa verschwunden oder haben ihre parlamentarische Präsenz erst dann reduziert, als der Zerfall bereits irreversibel war; Frankreich führt sie als Beispiel dafür an, dass es überall passieren kann. Daraus zieht sie den Schluss, dass Spanien einen ethnisch geprägten Bürgerkrieg, den sie der globalistischen extremen Linken zuschreibt, nur abwenden kann, wenn es den PSOE in die politische Bedeutungslosigkeit schickt, bevor sich ihrer Wortwahl nach der Ersatz durch Masseneinwanderung vollzieht. Es werde keine weiteren Wahlen geben, bevor nicht weitere Millionen Menschen organisiert und eingebürgert worden seien, was ihrer Ansicht nach das Ende des spanischen Volkes bedeuten würde.
## Ein Omnibusdekret und Reformen im BOE binnen 30 Tagen
Der gestalterische Teil des Textes beschreibt, was zu tun ist, wenn dieses Szenario eintritt. Wäre der PSOE dritte Kraft, wären die beiden größten Parteien die **Partido Popular** von **Núñez Feijóo** und VOX unter **Santiago Abascal**. González weist die Idee zurück, der PSOE werde nicht verschwinden, solange das Regime nicht verschwunden ist, und argumentiert, wer das behaupte, verachte die Macht des Staates — die einzige Kraft, die das Regime reformieren könne, ohne dass es zum Krieg komme.
Ihr operativer Vorschlag ist ein Omnibusdekret zur Wiederherstellung der demokratischen Normalität, das am ersten Tag alles streicht, was **Sánchez** verabschiedet hat, sowie die Veröffentlichung struktureller Reformen im **BOE** (dem offiziellen Staatsanzeiger) binnen weniger als **30 Tagen**, um das Überleben der Nation und des spanischen Volkes zu sichern. Entscheidend sei, schreibt sie, nicht, das Regime von **1978** am ersten Tag abzubauen, sondern seine Macht zu nutzen, um die Vorschriften der vorherigen Regierung zurückzunehmen.
Zum Szenario, das sie dem PSOE zuschreibt, erwartet die Autorin eine Regierung aus PP und VOX, die ein Jahr hält, mit Straßenschlachten und Gewalt sowie unbekannten Krisen. Dem stellt sie entgegen, man müsse am zweiten Regierungstag Mauern errichten, um das, was sie die verräterische Opposition nennt, und seine Tentakel außerhalb der Parteien auszuschalten. Zu den von ihr aufgeführten Maßnahmen gehören die Streichung der Finanzierung für Medien, die sie als Generaldirektionen des PSOE und des Anti-Spanien bezeichnet, sowie für den ihnen dienenden Vereinsapparat, der sich ihrer Aussage nach großteils von außen über **Soros** finanziert. Außerdem fordert sie härtere Strafen für Gewaltanwendung, mit dem Camp auf der **Puerta del Sol** als Beispiel, und eine Säuberung der hohen institutionellen Hierarchien, die, so ihre Behauptung, gegen Spanien gearbeitet hätten. Das sind Vorschläge der Autorin, keine vollendeten Tatsachen.
## Die Warnung vor einer zweiten Amtszeit Rajos
Der Schluss richtet sich gegen die PP. González schreibt, Spanien könne es sich nicht leisten, eine zweite Amtszeit von **Rajoy** zu erleben, und zeigt Feijóo auf, wie er den Wahlkampf mit dem Thema Krankschreibungen eröffnet, neben einem **Borja Sémper**, den sie als Vertreter einer feigen, gefälligen Mittelmäßigkeit beschreibt, die sich denen anbiedert, die uns verachten. Das ist eine interne Kritik am rechten Lager, keine Wahlprognose.
Der Text endet mit einer Idee, die den Anfang aufgreift: Was in den kommenden Monaten geschieht, bestimmt den Lauf der Geschichte — und diese Geschichte entscheiden diejenigen, die Teil davon sind, und ihre Entschlossenheit, Spanien zu retten. Die Kolumne liefert keine eigenen Umfragen und keine Mandatsprognosen, und die Autorin selbst räumt ein, dass keine Erwartung das von ihr verteidigte Szenario vorsieht. Es handelt sich also um einen Meinungs- und Strategietext, keine demoskopische Analyse.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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