Spaniens König bricht sein Schweigen zu Ceuta nach Kritik

Nach Tagen im Urlaub und im Schweigen erklärt Felipe VI., über die Ceuta-Krise empört zu sein. Die Kritik an seinem Zögern reißt nicht ab. Die wichtigsten Punkte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der König spricht über Ceuta, doch der institutionelle Schaden ist bereits geschehen

Das Schweigen des Königs in den ersten Tagen der Ceuta-Krise ist zur großen Schlagzeile eines Notstands geworden, der ohnehin schon zu viele hat. Während die autonome Stadt eine Massenankunft von Menschen über ihre Grenzen bewältigte, äußerte sich das Staatsoberhaupt und Capitán General der Streitkräfte nicht. Als er schließlich eine Erklärung seiner "Empörung" abgab, hatte sich die Unzufriedenheit der Bürger bereits in einer unbequemen Frage festgesetzt: Warum so viel Schweigen?

Die offizielle Antwort, später an die Medien durchgestochen, war knapp: "Der Staat muss für die Sicherheit sorgen und verhindern, dass sich diese Vorfälle wiederholen." Institutionell korrekte Worte, aber sie kamen, nachdem man ihn auf Mallorca mit seinem neuen Boot gesehen hatte, dessen Vorbereitung auf die Copa del Rey zum perfekten Kontrapunkt zum Notstand an der Südgrenze wurde. Die Kosten des Boots, rund eine Million Euro, nährten den Vergleich zwischen den Prioritäten des Monarchen und denen der Bevölkerung.

Die Millionenyacht und der Schatten der Gleichgültigkeit

Die Kritik richtete sich nicht nur gegen das Fehlen einer frühzeitigen Erklärung. Das Detail des Boots, angeschafft für einen Sportwettbewerb, tat der Wunde zusätzlich weh. Während die Migrationsreaktion koordiniert wurde, gab das Königshaus nicht einmal eine Geste von sich. Wer die Krone verteidigte, verwies darauf, dass sich der Monarch durchaus für die Lage interessiert hatte, mit einem Anruf beim Präsidenten von Ceuta. Eine diskrete Geste, die für seine Verteidiger ausreichend war: Die Verfassung gibt ihm keine exekutive Rolle im Krisenmanagement. Für seine Kritiker hingegen kann der Capitán General nicht abseits stehen, wenn es um die Integrität des Staatsgebiets geht.

Hochverrat: die Debatte, die bis zum Strafgesetzbuch reichte

Die Unzufriedenheit führte auf tückischeres Terrain: der Anschuldigung des Hochverrats. Es wurden die Artikel 582 und 583 des Organgesetzes 10/1995, des Strafgesetzbuchs, zitiert, die den Spanier, der dem Feind die Einreise nach Spanien erleichtert oder dessen Vorrücken begünstigt, mit Freiheitsstrafen von zwölf bis zwanzig Jahren bestrafen. Eine extreme Auslegung ohne juristische Aussicht auf Erfolg, die aber zeigt, wie weit die Entfremdung bereits reicht. Die historische Parallele rundete das Bild ab: Es wurde daran erinnert, dass der Vater des heutigen Königs, Juan Carlos I., die Sahara übergeben hatte und dass sich, dieser Erzählung zufolge, die Geschichte mit Ceuta und Melilla wiederholen könnte. Sogar die Kanarischen Inseln wurden als nächster Konfliktherd erwähnt.

Wenn das Land das nächste Mal brennt, wird der Blick von der ersten Minute an auf den Zarzuela-Palast gerichtet sein. Und das Schweigen, das diesmal als institutionelle Agenda gerechtfertigt wurde, wird weniger Nachsicht finden. Inzwischen lautet das Fazit dieser Krisentage unbequem: Als die Krone am dringendsten gebraucht wurde, entschied sie sich für Rhetorik. Und Rhetorik klingt in einem Moment echter Notlage wie eine Ausrede.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (77 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver