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Spanien an Meloni: Kontrollen aufheben oder die Kosten tragen
Italien führt erneut Schengen-Kontrollen für Reisende aus Spanien ein, und Sánchez fordert deren Abschaffung bis zum 9. August – in einer offiziellen Note, die als ungewöhnlich scharf gilt.
Krise mit Italien: Sánchez fordert von Meloni die Abschaffung der Kontrollen für Spanier
Der Streit zwischen Madrid und Rom hat sich von der Diplomatie im Korridor zu einem Ultimatum mit Frist entwickelt. Die spanische Regierung hat Italien bis Sonntag, den 9. August, Zeit gegeben, die Passkontrollen abzuschaffen, die Rom für Reisende aus Spanien wieder eingeführt hat. Die offizielle Note, in der italienischen Presse als «äußerst scharf» bezeichnet, hält die Maßnahme für «ungerecht, gegen die Interessen der EU und diskriminierend».
Italien begründete die Kontrollen mit einer ernsten Bedrohung der öffentlichen Ordnung und der inneren Sicherheit im Rahmen des Migrationsdrucks. Madrid reagierte umgehend, doch der Handlungsspielraum Brüssels ist geringer, als die offizielle Darstellung vermuten lässt. Die wirtschaftliche und politische Debatte ist zum Thermometer der Entfremdung zwischen zwei Gründungspartnern des Schengen-Raums geworden. Was die EU-Regeln über Binnengrenzkontrollen sagen
Der Schengen-Grenzkodex, Verordnung 2016/399, erlaubt jedem Mitgliedstaat, vorübergehend Binnengrenzkontrollen wieder einzuführen, wenn er eine ernste Bedrohung der öffentlichen Ordnung oder Sicherheit geltend macht. Die Anforderungen sind verfahrensrechtlich: Mitteilung an die Kommission, die anderen Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament sowie Begründung von Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit. Die Kommission kann eine Stellungnahme abgeben, die Maßnahme aber weder aufheben noch Geldstrafen verhängen. Mit anderen Worten: Rom kann durchhalten, bis die Frist abläuft.
Die Reform von 2024, die Verordnung 2024/1717, ist seit Juli in Kraft und stärkt den Rahmen für solche Aussetzungen. Nach verfügbaren Informationen sind die italienischen Kontrollen mindestens bis zum 15. August vorgesehen. Das spanische Ultimatum vom 9. August liegt nur sechs Tage vor dem natürlichen Ende der Maßnahme. Manche sehen darin ein Sommergewitter: politischer Lärm mit Verfallsdatum. Der Brenner-Präzedenzfall und die Doppelmoral gegenüber Marokko
Die Krise hat aktuelle Präzedenzfälle. Vor einem Jahrzehnt führte Österreich Kontrollen am Brennerpass ein, einem strategischen Punkt für die italienische Wirtschaft, ebenfalls wegen der Migrationskrise. Sie dauerten nicht lange, wurden aber durchgesetzt. Die Analogie wurde herangezogen, um daran zu erinnern, dass schlechte Migrationspolitik Folgen für die europäischen Partner hat.
In der Debatte fällt ein weiterer unbequemer Vergleich auf: Die Härte gegenüber Italien steht im Kontrast zum Fehlen von Kontrollen an der Grenze zu Marokko, über die die irreguläre Einreise ein ständiger Strom ist. Dieser Kontrast nährt die Lesart, dass das Ultimatum eher auf innenpolitischen Kalkülen beruht als auf einer kohärenten Verteidigung der Freizügigkeit.
Zwischen Befürwortern und Kritikern der italienischen Maßnahme herrscht wenig Konsens. Die meisten Analysen unterstützen Roms Entscheidung, seine Grenzen zu schützen, während eine Minderheit darin eine übertriebene Geste sieht, die sich innerhalb einer Woche erledigt. Unbestritten ist, dass die Krise dem Image Spaniens als «verlässlicher Partner» in Europa geschadet hat. Wenn sich Italien und Spanien bei Pässen verheddern, profitiert nur der EU-kritische Diskurs. Niemand im Moncloa scheint bereit, das einzugestehen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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