Spaniens Kastilien-León führt bei PISA, Baskenland trotz hoher Ausgaben schwach

Kastilien-León übertrifft das Baskenland bei den PISA-Ergebnissen, obwohl das Baskenland fast doppelt so viel pro Schüler ausgibt und Bevölkerung verliert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Kastilien-León führt bei PISA, Baskenland trotz hoher Ausgaben schwach
Kastilien-León führt bei PISA, während das Baskenland hinterherhinkt

Wie kann eine alternde, entvölkerte Region mit der Hälfte der Ausgaben pro Schüler bessere Ergebnisse erzielen als diejenige, die am meisten investiert? Diese Frage steht im Zentrum des aktuellen PISA-Berichts und seines Moduls für kreatives Denken, in dem Kastilien-León erneut vor dem Baskenland liegt. Der alles umspannende Fakt: Die Ausgaben pro Schüler im Baskenland sind etwa doppelt so hoch wie in Kastilien-León. Von diesem Punkt aus sind Schlussfolgerungen in Debatten und Kneipen leicht gezogen. In den Statistiken ist es komplexer.

Was sagen die PISA-Ergebnisse?

Die Prämisse ist klar: Kastilien-León, oft als „das Preußen des Südens“ bezeichnet, schlägt das Baskenland, obwohl dieses die Ausgaben pro Schüler verdoppelt. Das Modul für kreatives Denken unterstreicht dies: Spanien insgesamt rangiert über dem übrigen Europa und der OECD. Innerhalb des Landes gehören Kastilien-León, Navarra, Galizien, Kantabrien und Madrid zur Spitze, vor dem Baskenland, Katalonien, Andalusien und der Comunidad Valenciana. Kurz gesagt: Die Region mit den höchsten Ausgaben führt nicht die Tabelle an, und die führende Region verliert jedes Jahr Einwohner. Zwei unbequeme Fakten, die je nach Lager unterschiedlich interpretiert werden.

Warum erzielt Kastilien-León bessere Noten bei geringeren Ausgaben?

Weil Geld nicht der einzige Input eines Bildungssystems ist und das Schülerprofil schwerer wiegt als die Statistik zugibt. Klassengrößen, Armutskonzentration in bestimmten Schulen und Personalstabilität erklären einen großen Teil der Lücke. In Kastilien-León gibt es weniger Schüler pro Klasse und weniger Heterogenität als im Baskenland oder Katalonien: Alterung und Entvölkerung, die andere Bereiche belasten, wirken hier statistisch positiv.

Eine andere Lesart besagt, dass ein Großteil der Ausgaben für Gehälter und Struktur draufgeht, nicht für Ergebnisse: Mehr Geld in dieselbe Klasse zu stecken, kauft keine Punkte in Mathematikkompetenz. Eine dritte, umstrittene These behauptet, ein Teil des Vorteils liege daran, dass anteilig weniger Schüler mit Migrationshintergrund dabei sind. Sie kursiert mit Teildaten; die Stichprobe disaggregiert diesen Faktor nicht, daher sollte sie als Hypothese und nicht als Schlussfolgerung behandelt werden.

Öffentlich gegen staatlich finanziert privat: Die Karte passt nicht

Hier bricht das Klischee zusammen. Über 50 % der Schüler in Madrid besuchen öffentliche Schulen, und bei den letzten Zugangsprüfungen zur Universität (Selectividad) schnitten Madrider öffentliche Institute angeblich besser ab als private und staatlich finanzierte, wobei das Zentrum mit dem besten Durchschnitt außerhalb des privaten Netzes lag. Kastilien-León hält ein starkes öffentliches System aufrecht, während das Baskenland, Navarra und Katalonien mehr Gewicht auf staatlich finanzierte und private Bildung legen. Das Paradoxon, zusammengefasst in einer häufigen These: Von rechts regierte Regionen neigen zu besseren öffentlichen Systemen, von links regierte zu mehr privatem Unterricht. Innerhalb des öffentlichen Netzes in Madrid wählen zudem zweisprachige Zweige in Englisch und Deutsch Schüler aus.

Die Prüfung, die Kastilien-León nicht besteht

Es bildet die Besten aus und exportiert sie dann. Dies ist die schmerzhafteste Diagnose, und niemand widerspricht ihr. Eine Region, die Exzellenznoten erzielt, aber keine Industrie hat, um ihre Absolventen aufzunehmen, wird zum Lieferanten von Technikern und Teamleitern für Unternehmen anderswo: Sie bildet mit eigenen Ressourcen aus, während das Talent im Ausland geerntet wird. Die älteste Provinz Europas, Industriepole wie Burgos und die Nachfrage nach Tech-Profilen in León, die keine Kandidaten finden, zeichnen einen Arbeitsmarkt, der ebenso ungleich ist wie der Bildungssektor.

Sprache als Vorwand

Ein Teil der Analyse behauptet, die Immersion in ko-offizielle Sprachen koste Stunden und Leistung, besonders für Schüler, die spät ins System kommen oder von außen zuziehen. Korrelation existiert; Kausalität ist nicht bewiesen. Regionen ohne solchen Sprachkonflikt liegen tiefer in der Tabelle, was das Argument auf der elementarsten Ebene bricht.

Bei diesem Bild sollten Familien und Firmen logischerweise massenhaft in die beste Lehrregion ziehen. Tun sie nicht. Kastilien-León gewinnt bei PISA, verliert aber Einwohner. Jemand muss erklären, warum der beste Schüler der Klasse immer noch weg will.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (113 Antworten).

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