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Spaniens Innenministerium: Skandal um Liste mit regierungsfreundlichen Talkshow-Gästen
Eine umstrittene Liste regierungsfreundlicher Talkgäste, in Auftrag gegeben vom spanischen Innenministerium, grenzt ans Groteske. Warum stößt diese Initiative auf so viel Kritik?
Eine Liste regierungsfreundlicher Talkgäste, die vom spanischen Innenministerium in Auftrag gegeben wurde, hat wegen ihres offenbaren Sektierertums und ihrer amateurhaften Umsetzung für Kontroversen gesorgt.
## Der Ministeriumsauftrag und seine Umsetzung
Das Innenministerium unter der Leitung von **Fernando Grande-Marlaska** ist durch das Bekanntwerden einer Liste in einen Skandal geraten. Das Dokument, das angeblich von einem Praktikanten erstellt wurde, sollte Medienschaffende aus Talkshows und Diskussionsrunden kategorisieren und vermerken, ob ihre Meinungen gegenüber der Regierung wohlwollend, ablehnend oder ambivalent waren. Offenbar ging es darum, ein Verzeichnis darüber anzulegen, wer an Fernseh- und Radiodebatten teilnahm und welche politische Position diese Personen vertraten.
Die Umsetzung dieser Aufgabe wurde von einigen Beobachtern als "Bullshit" und "Blamage" bezeichnet. Kritisiert wird die Nutzlosigkeit einer so primitiven Arbeit, zumal in einer Zeit, die von künstlicher Intelligenz und der Ökonomie des Immateriellen geprägt ist. Die Liste offenbart weniger einen impliziten Autoritarismus als vielmehr tiefe Dummheit und Strategielosigkeit. **Juan Carlos Girauta** selbst hat diese Initiative mit den Methoden verglichen, mit denen seinerzeit **Al Capone** vom Finanzamt überführt wurde, und angedeutet, dass sie trotz ihrer Unbeholfenheit der Auslöser für den Sturz des Ministers sein könnte.
## Die Kritik an der subtilen Manipulation
Über die Unbeholfenheit des Auftrags hinaus richtet sich die Kritik auf die Manipulation, die hinter der Auswahl und Förderung bestimmter Profile in den Medien stecken kann. Es wird vermutet, dass Produzenten und Redaktionsleitungen ohne explizite Listen längst eine mentale Vorauswahl der Talkgäste treffen. Die wirksamste Strategie sei es demnach nicht, sichtbare Listen zu erstellen, sondern Personen mit versteckten Agenden auf subtile Weise einzuschleusen.
Diese Profile, oft als neutral oder der allgemeinen Meinung nahestehend präsentiert, können anschließend umstrittene Diskurse "injizieren", etwa Antisemitismus oder Sympathie für autoritäre Regime. Das zuvor beim Publikum aufgebaute Vertrauen erleichtert die Akzeptanz dieser Botschaften, die andernfalls abgelehnt würden. Marlaskas Liste wäre in diesem Sinne ein Beispiel für einen gescheiterten Kontrollversuch, der von heimtückischeren und wirksameren Überzeugungsmethoden überschattet wird, die bereits in der Medienlandschaft am Werk sind.
## Die Nutzlosigkeit einer "miesigen Liste"
Die besagte Liste wurde als "undemokratisch, aber dumm, sektiererisch, aber schwerfällig, heimlich, aber veröffentlicht, nutzlos, aber laut" beschrieben. Ihr offensichtlicher Mangel an Raffinesse macht sie zum Gegenstand des Spotts, zu einer "billigen Schularbeit". Trotz der schwerwiegenden "Tritte gegen die Freiheit", die der jetzigen Regierung und dem Innenministerium vorgeworfen werden, wird diese konkrete Liste als Fehlkalkulation wahrgenommen, als Ablenkung, die nicht das Gewicht anderer Maßnahmen erreicht.
Der Autor der Analyse ironisiert, dass ein geschickterer Praktikant ein weitaus nützlicheres Dokument für eine Regierungs-Kommunikationsstrategie hätte erstellen können, etwa indem er die "schwerfälligsten oder feigsten" rechten Talkgäste markiert hätte, um ihre Anstellung in öffentlichen Medien zu befördern. So, wie sie nun vorliegt, erweist sich die Liste über ihren sektiererischen Charakter hinaus jedoch als bloße Groteske, als Ausdruck von Inkompetenz, die dem **Marlaska** paradoxerweise den Posten kosten könnte.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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