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Spaniens „Gewissheitsdefizit“: eine Forums-These zur Wirtschaft
Ein Foristen zufolge schleppt die spanische Wirtschaft ein „Gewissheitsdefizit“ mit sich herum, das in keinem Haushalt auftaucht – mitten in der Debatte um Ceuta.
Das Gewissheitsdefizit, das in keine Haushaltsposition passt
Es gibt einen Aufwand, der nach einer der Thesen, die in der Debatte kursieren, in keinem Haushalt auftaucht und dennoch täglich bezahlt wird: die Kosten dafür, nicht zu wissen, wer wofür verantwortlich ist. Die spanische Wirtschaft – so die Argumentation im Thread – stolpert nicht nur über die Zinsen oder die Energierechnung, sondern schleppt auch ein Ungleichgewicht mit sich herum, das keine Makrotabelle erfasst: das der institutionellen Gewissheit. Wer diese Lesart vertritt, behauptet, dass Entscheidungen aufgeschoben und der Konsum schrumpft, sobald ein Teil der Bevölkerung davon ausgeht, dass die Institutionen aufgehört haben, als Gegengewicht zu funktionieren. Und in diesem Vakuum, so der Einwand, erscheine der Staat weniger als öffentlicher Dienst und mehr als Polizeiaufgebot. Die Frage, die über der Sache schwebt, ist nicht rhetorisch: Was kostet es in harten Euro, keine Anlaufstelle zu haben?
Warum in Spanien von einem Gewissheitsdefizit die Rede ist
Der Begriff stammt nicht aus einem Makroökonomie-Lehrbuch, doch wer ihn verwendet, übersetzt ihn mühelos in eine Bilanz. Nach dieser Logik verlangen die wirtschaftlichen Akteure eine höhere Risikoprämie, wenn sie den institutionellen Rahmen nicht antizipieren können: Projekte werden verschoben, Verträge mit kürzeren Laufzeiten abgeschlossen, Ersparnisse fliehen in liquide Anlagen. Die Legitimität der Macht zu diskutieren wäre aus dieser Sicht kein intellektueller Luxus, sondern eine weitere Variable der Kapitalkosten. Ein Teilnehmer bringt es ungeschminkt auf den Punkt: „Die Wirtschaft läuft seit Monaten mit einem Defizit, das nicht in den Haushalten auftaucht“ – dem der Gewissheit. Wenn sich der Gesellschaftsvertrag abnutzt, so sein Zusatz, werde die Reparatur am Ende auf einer anderen Position bezahlt.
Ceuta, Marokko und der Streit um die Grenze
Der Blick verlagerte sich nach Ceuta. Nach einer Meldung von The Objective, die im Thread verbreitet wurde, soll Marokko den Vorfall mit zwei Spionagesatelliten überwacht haben – ein Detail, das offiziell nicht bestätigt ist. Parallel kursierte eine Erklärung, die dem marokkanischen Justizminister in einem arabischen Fernsehsender zugeschrieben wurde, über Verhandlungen über den Status von Ceuta und Melilla, Städte, die Rabat laut diesem Material als eigen ansieht. Zu diesem Stück kam ein weiteres mit internationaler Dimension: Nach einem im Tweet verbreiteten Tweet sollte in dem Treffen mit dem Generalsekretär der Allianz der Rückzug der USA aus der NATO behandelt werden.
Die im Thread vorherrschende Lesart deutet die Ankunft von Menschen in der Stadt als kalkulierten diplomatischen Druck – sie nennt es „Invasion“ –, ohne einen Beleg vorzulegen; andere hingegen bezweifeln die Authentizität der verbreiteten Materialien. Der zeitliche Rahmen ist den Teilnehmern wichtig: Es seien Bausteine eines sich bewegenden Spielfelds, das ihrer Ansicht nach ohne jede Erklärung in Bewegung gerät.
Ein Staat, der im Transporter und mit Schild ankommt
Im Ton der Debatte kehrt ein unbequemer Gedanke wieder, formuliert von einem Teilnehmer: Der Staat zeige sich eher durch öffentliche Ordnung als durch öffentliche Dienste. Derselbe Teilnehmer hält fest, er erscheine „eher als Bereitschaftspolizei denn als öffentliche Dienste“, und warnt: Wenn jemand die Bereitschaftspolizei vor der Tür habe, werde er sich das schon merken. Der wiederkehrende ironische Kommentar fragt, wozu ein Staatsoberhaupt taugt, das in Momenten der Spannung unsichtbar bleibt, und ob der Ministerpräsident überhaupt existiert oder nur für Fotos da ist. Das ist die Art von Frage, die an keiner Börse notiert wird, aber die Risikowahrnehmung jedes ordnet, der Geld im Land gebunden hat.
Die Kosten der Unsicherheit erscheinen nach dieser Lesart nicht in der Makrotabelle, werden aber jedes Quartal genauso bezahlt. Wie lange hält eine Wirtschaft durch, wenn die Antwort auf diese Frage weiter ausbleibt?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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