Spaniens Gewerkschaften rufen ab 27. Januar zum Streik auf

Gewerkschaften im spanischen Gesundheitswesen starten einen unbefristeten wöchentlichen Streik gegen das neue Rahmenstatut angesichts eines akuten Pflegenotstands.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Gewerkschaften rufen ab 27. Januar zum Streik auf
Gewerkschaften rufen ab 27. Januar zu unbefristeten Dienstagstreiks auf

Die Gewerkschaften der Tarifverhandlungen des Rahmenstatuts (SATSE-FSES, CCOO, UGT, CSIF und CIG-Saúde) haben einen unbefristeten Streik im nationalen Gesundheitssystem ab dem 27. Januar angekündigt, der jeden Dienstag wiederholt wird, „solange es nötig ist“. Der Aufruf fällt mit der Endphase der Verhandlungen über das neue Rahmenstatut zusammen, das die Arbeitsbedingungen für Ärzte, Pflegekräfte und andere Gesundheitsberufe festlegen soll. Die Protestaktion folgt auf einen landesweiten Ärzte-Streik vom 9. bis 12. Dezember gegen dasselbe Statut unter dem Motto „Der Beruf hat genug gesagt“.

Personalmangel als Hintergrund

Der Konflikt ist ohne den strukturellen Personalmangel nicht zu verstehen. Spanien hat nur halb so viele Pflegekräfte wie der OECD-Durchschnitt: 6,2 pro 1.000 Einwohner gegenüber 8,2, eine Zahl, die sich seit letztem Jahr verschlechtert hat. Das Gesundheitsministerium bestätigt einen Mangel von 100.000 Pflegekräften in Spanien. Hinzu kommt die Abwanderung von Ärzten: „Sie werden uns dazu bringen, Spanien zu verlassen“, fasst einer der Slogans zusammen, die durch die Krankenhausflure hallen.

Wie viel verdienen Gesundheitsberufe in Spanien?

Die Debatte über die Vergütung ist ein Kernpunkt des Konflikts. Laut Angaben der Beschäftigten erhält ein Strahlentechniker mit Risikoexposition nur 1.400 Euro netto monatlich. Ein Transportarbeiter verdient 1.200 Euro netto ohne Dienstalterszulagen oder Nachtschichten, obwohl er Rücken-, Lenden- und Knieverletzungen riskiert. Eine Pflegekraft verdient 1.600 Euro netto. Am anderen Ende können erfahrene Pflegekräfte im Baskischen Gesundheitsdienst (Osakidetza) mit Zuschlägen für Feiertage und Nachtarbeit 3.000 Euro erreichen; die Grundgehälter für ATS (technische Hilfskräfte) ohne Zuschläge liegen bei etwa 38.000 Euro jährlich, Strahlentechniker bei 32.000 Euro und Hilfskräfte/Transportarbeiter bei 26.000 Euro. Der Vergleich zwischen den autonomen Gemeinschaften ist selbst ein Pulverfass.

Arbeitszeiten, die das Arbeitsgesetz sprengen

Spanien verstößt gegen die EU-Arbeitszeitrichtlinie: Assistenzärzte (MIR) überschreiten 62 Wochenstunden, obwohl das Limit bei 48 liegt. Das Arbeitnehmerstatut bestätigt, dass es illegal ist, weniger als 12 Stunden nach Schichtende wieder anzufangen. Eine Gynäkologin berichtete während des Gesundheitsstreiks von Wochen mit bis zu 80 Stunden. „Wir wollen einfach nur Ärzte sein“, fasste sie zusammen. Eine Bereitschaftsstunde bringt einem Arzt im Praktikum kaum mehr als 10 Euro netto ein, etwas mehr für Fachärzte, ohne Beitragszahlungen zur Rentenversicherung.

Politisches Tauziehen: Mónica García und das Rahmenstatut

Die Verhandlungen über das Rahmenstatut sind zum Schlachtfeld geworden. Ministerin Mónica García rächt sich angeblich an den Ärzten, indem sie versprochene Verbesserungen aus dem Entwurf streicht, so die Gewerkschaft CESM, die erklärt, der letzte Entwurf enthalte nicht einmal die bescheidenen Fortschritte, die das Gesundheitsministerium in den Gesprächen mit dem Streikkomitee gemacht hatte. „Uns wurde gewarnt, dass wir entweder das Angebot akzeptieren oder alles verlieren“, heißt es aus der Gewerkschaft. Während das Ministerium den Mangel von 100.000 Pflegekräften bestätigt, bewegt es sich bei den Arbeitsbedingungen nicht.

Universelle Gesundheitsversorgung und Kosten irregulärer Migranten

Der Ministerrat gab grünes Licht für das Gesetz zur Universalität des SNS, das sich nun im Kongress befindet. Schätzungen zufolge benötigen Gesundheitszentren 6.000 zusätzliche Ärzte, um irreguläre Migranten zu versorgen. Die Gewerkschaften bitten das Ministerium, sie in die „Analyse des Problems“ einzubeziehen und sicherzustellen, dass die erweiterte Versorgung „nicht unsere eigene Bevölkerung vernachlässigt“. Die Einwanderung kostet die Kanarischen Inseln 30 Millionen Euro. Die Debatte darüber, wer die Rechnung zahlt, ist eröffnet.

Privatisierung im Hintergrund

Eine Audioaufnahme enthüllt, dass das Krankenhaus von Torrejón Patienten ablehnt, um mehr Geld zu verdienen. Die Gruppe Ribera, die das Krankenhaus betreibt, fordert ihre Führungskräfte zu Anpassungen auf, um einen Gewinn von „vier oder fünf Millionen“ zu erzielen. Premierminister Pedro Sánchez tweetete: „Dies ist das Modell der PP: Gesundheit zum Geschäft machen und Krankheit zur Chance nutzen, um reich zu werden. Dass ein CEO über das Leben der Menschen entscheidet: Darin besteht die Privatisierung des Gesundheitswesens. Längere Wartelisten, höhere Rentabilität, mehr Ungerechtigkeit.“ Der Schatten der Privatisierung liegt über jedem Streikaufruf.

Pflegehilfskräfte und der Rest der Kette

Die Pflegehilfskräfte (TCAE) mobilisieren diesen Donnerstag in ganz Spanien: „Die Geduld tausender Fachkräfte ist erschöpft.“ Die Staatliche Plattform TCAE Vereinigt für C1 hat gleichzeitige Kundgebungen vor den Gesundheitsämtern aller autonomen Gemeinschaften organisiert, um die prekären Arbeitsbedingungen anzuprangern. „Pascual perpetuiert die Prekarität der TCAE, indem er sie in einer unpassenden Gruppe belässt und sie mit bis zu 300 Euro weniger pro Monat abstraft“, klagen sie an. Im Gesundheitswesen fielen in zwei Monaten 23.500 Stellen weg, während die Krankenhäuser weiterhin überlastet sind.



Der Konflikt im Gesundheitswesen deutet keine kurzfristige Lösung an. Der unbefristete Dienstagstreik, die Demonstration am 8. Februar von Gewerkschaften und Bürgervereinen sowie die Proteste der Ärzte in Barcelona – „Unser Gesundheitswesen wird kollabieren, wie es bei Rodalies geschah“ – zeichnen ein Bild langanhaltender Konfrontation. Währenddessen behaupten die Fachkräfte weiterhin, dass Berufung keine Ausbeutung ist und das öffentliche Gesundheitswesen Stück für Stück abgebaut wird. Der Punkt, an dem die Analyse feststeckt: Niemand weiß, wie viele weitere Fachkräfte nötig wären, damit das System nicht mehr knarzt, noch wer bereit ist, dafür zu zahlen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (115 Antworten).

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