Günstiger Wohnraum aus der Franco-Ära: 45 m², die niemand erneuert
Ein Wohnzimmer mit 16 Quadratmetern, zwei 80 cm breite Betten an der Wand, eine Küche, die wie ein großer Schrank wirkt, und ein Wäschetrockner mit einem leeren Vogelkäfig. Die Anzeige sagt es ohne Schnörkel: "Alter: 1950er Jahre. Preis verhandelbar, Renovierung nötig." Diese Wohnung mit 45 Quadratmetern und zwei oder drei Schlafzimmern ist das Günstigste, was fast jede spanische Stadt bietet, und zugleich der letzte sichtbare Überrest des Sozialwohnungsgesetzes, das das Franco-Regime 1954 einführte. Siebzig Jahre später sind jene, die dort einzogen, neunzig. Jene, die erben, sind über sechzig. Und sie wissen nicht, was sie mit ihnen tun sollen.
Der Ursprung: Ein Land ohne Häuser und ohne Geld für deren Bau
Diese Wohnungen entstanden so, weil Spanien eine arme Wirtschaft war. In den 1940er Jahren wuchs das BIP weniger als 1,2 % pro Jahr, und das Land baute kaum 1.200 Wohnungen pro Jahr. Es gab keine Materialien, keine Finanzierung, keine Unternehmen. Was es gab, waren Slums: Allein in Madrid wurden 20.000 Baracken gezählt, in denen 120.000 Menschen lebten. Die Landflucht füllte Barcelona, Bilbao und die Hauptstadt schneller, als gebaut werden konnte.
Während seines ersten Jahrzehnts interessierte sich das Regime für Architektur als symbolische Schaufensterpuppe, bevorzugte palastartige Gebäude. Das eigentliche Problem kam mit jenen, die vom Dorf kamen und keinen Schlafplatz hatten. Dort änderte sich das Paradigma. Die Norm von 1954 und ihre spätere Ausgestaltung definierten das Szenario für den großen wirtschaftlichen Sprung: Die Hygiene-Revolutionsbewegung, der Aufbau einer Mittelschicht und ein Großteil der Entwicklung der Marktwirtschaft lassen sich durch diese Wohnungen erklären.
Was kostete ein günstiges Haus der 1950er Jahre?
Die Entwürfe waren per Dekret preislich festgelegt. Es gab drei Kategorien – Minimal-, Reduziert- und Sozialtyp –, die sich vor allem durch ihre Baukosten unterschieden: 800 Peseten pro Quadratmeter, 1.000 Peseten pro Quadratmeter und maximal 25.000 Peseten insgesamt, letzteres entspricht heute etwa 10.000 Euro. Typen bis zu 100 Quadratmetern waren vorgesehen, aber fast die gesamte Produktion blieb zwischen 35 und 58 Quadratmetern.
Die Karte umfasste Siedlungen zur Aufnahme von Slumbewohnern und Notfallmaßnahmen, die bis ins 21. Jahrhundert dauerten. 1969 kostete eine solche Wohnung eine Familie 1.000 Euro der damaligen Zeit (170.000 Peseten), laut einem der Zeugnisse, die im Gespräch kursieren. Eine andere erinnert sich an 300.000 Peseten für eine Dreizimmerwohnung mit Familienzimmer. Heute kostet der Bau von 60 Quadratmetern nach geltenden Vorschriften mindestens 70.000 Euro, ohne Grundstückspreis.
Kinder sind 65, die Wohnung bleibt bestehen
Der Architekt Juan Pedro Sanz, Autor einer Doktorarbeit über diesen sozialen Wohnungsbau, stellt das Alter in den Mittelpunkt des Problems: Ein Paar, das mit Anfang zwanzig in eine dieser Wohnungen zog, ist nun um die neunzig. "Offensichtlich sterben auch viele Menschen. Oder sie sind in prekären Verhältnissen und können sich nicht mehr um diese Wohnungen kümmern", fasst er zusammen. Die Arithmetik ist gnadenlos: 1960 betrug das Durchschnittsalter der Erstgebärenden 24 Jahre; wenn diese Frauen 84 werden, sind ihre Kinder um die 60.
Der Schriftsteller Manuel Calderón, Gewinner des Comillas-Preises und Autor von Descampados, erzählt es von innen: Seine 92-jährige Mutter lebt immer noch in der Wohnung, die sie mit seinem Vater in L'Hospitalet gekauft hat. "Die Wohnung war Teil eines Lebensprojekts, das darauf abzielte, dass wir Kinder studieren. Meine Eltern waren begeistert." Die Paradoxie kam später, als jene Kinder bessere Häuser kennenlernten: "Wir begannen, etwas undankbar zu sein."
Sanieren, zusammenlegen oder abreißen?
Der Oberste Rat der Architektenkammern unterhält ein Programm zur Beratung von Gemeinschaften, die in dieser Situation gefangen sind: Suche nach Finanzierung, technische Unterstützung und Prüfung von Lösungen. Passt ein Aufzug an die Fassade? Kann die Dämmung verbessert werden? Können Wohnungen durch äußere Galerien erweitert werden, wie Lacaton und Vassal es in dem Block in Bordeaux taten, der den Mies-van-der-Rohe-Preis gewann? Ja, aber es hängt von der Vitalität der Nachbarn ab.
Hier öffnet sich der Riss. Manche behaupten, die Strukturen dieser Blöcke seien praktisch ewig und eine umfassende Sanierung, bei der zwei oder drei Wohnungen horizontal zusammengelegt werden, um Platz zu gewinnen, sei sinnvoll. Das wäre billiger als ein Neubau, argumentieren sie. Im Gegensatz dazu steht eine andere Strömung, die klar ist: Wenn die Bauqualität schlecht ist, ist es besser, abzureißen und Gebäude für die nächsten achtzig Jahre zu errichten.
Zentral, klein und mit Warteliste
Die Szene der günstigen Anzeige verbirgt ihren eigenen Widerspruch. Diese Blöcke wurden in Peripherien errichtet, die das städtische Wachstum integriert hat: Sie sind nun begehrtes Land. Und doch gibt es selbst davon kaum. Die Mieten für Wohnungen dieses Alters in Barcelona liegen zwischen 900 und 1.000 Euro pro Monat, mit Wettbewerb um sie. Für eine alleinstehende Person ist diese 45-Quadratmeter-Wohnung ohne Dämmung immer noch besser als das, was sie sich leisten kann.
Nicht jeder akzeptiert das Bild. Mehrere Stimmen behaupten, man habe das Schlechteste des in diesen Jahrzehnten erbauten Bestands herausgesucht, und weisen darauf hin, dass es auch Altmietwohnungen mit 120 nutzbaren Quadratmetern gibt, zentral gelegen und sogar mit Garage, mit drei Schlafzimmern und großer Küche. Alles hängt vom Jahr und vom Bauträger ab, erinnern sie, in einem Bestand, dessen Großteil damals entstand.
1960 betrug das Durchschnittsalter der Erstgebärenden 24 Jahre. Dieses Baby ist nun über 60, und seine Mutter ist um die 84. Keiner von beiden wird da sein, um zu entscheiden, was mit einer 45-Quadratmeter-Haus passiert, das 25.000 Peseten kostete und jetzt verhandelbar, renovierungsbedürftig, angeboten wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (133 Antworten).