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Spaniens Flughäfen legen im Juli um 10 % zu trotz Tourismus-Krise
Spanien verzeichnete 2023 über 84 Millionen Besucher. Trotz Berichten über sinkende Nachfrage stieg der Flugverkehr im Juli um 10 %.
Rekordflugverkehr widerlegt die Erzählung vom Einbruch des Tourismus
Booking öffnen, drei Nächte in Barcelona zu den Hauptterminen der Osterferien suchen und bis zum letzten Ergebnis scrollen: 182 Euro für ein Bett in einem Zehnbettzimmer. Das ist der günstigste verfügbare Preis. Gleichzeitig verbreitet sich die Diagnose, dass die Zahl der Reisenden in den letzten Monaten deutlich gesunken sei und weniger Geld für Reisen ausgegeben werde. Beides kann gleichzeitig wahr sein, und genau hier wird es interessant.
Was die Diagnose stützt, dass der Tourismus ins Stocken gerät
Die These basiert auf einer einfachen Beobachtung: weniger Reisende, weniger Ausgaben. Darauf wird das Energieelement hinzugefügt, das am häufigsten genannt wird: Russland verbietet Ölexporte für sechs Monate ab dem 1. März, eine Nachricht, die bereits die Rohölpreise bewegt hat. Das Problem eines möglichen Öl-Peaks ist nicht so sehr der Preisanstieg, sondern dass Exportländer aufhören zu exportieren. Dahinter steht keine Kollaps-Prognose, sondern eine Knappheitsprognose: Wenn Produzenten ihren internen Konsum priorisieren und ihre Exporte teurer verkaufen, wird die Bewegung von Menschen und Waren für alle teurer. Daraus folgt im Alltag: Kraftstoffe, Diesel für Ernten, Lebensmittel — man spricht von einem Anstieg von 30 % — und damit weniger Spielraum für Flüge und Hotels.
Das US-Diagramm, das für den spanischen Tourismus herangezogen wurde
Der grafische Beweis hat einen Haken. Die Serie misst Personen, die Sicherheitskontrollen an US-Flughäfen passieren, nicht Touristenankünfte in Spanien, und sie misst die Veränderung im Jahresvergleich, nicht das Volumen. So gelesen liegt die Rate im Februar bei 6 % gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres, wobei die gesamte Serie im positiven Bereich liegt und der gleitende 50-Tage-Durchschnitt seit zwei Jahren steigt. Die weniger dramatische Interpretation ist, dass sich die Zahl normalisiert hat, weil die Vorkrisenniveaus bereits erreicht wurden; die Verlangsamung ist kein Absturz, sondern das Erreichen eines Plateaus. Wer dieses Diagramm als Nachfrageeinbruch liest, irrt sich sowohl im Land als auch in der Metrik.
Wie viel kostet das Übernachten in Barcelona, Madrid und Benidorm zu Ostern?
Die Preise sind der beste Beweis dafür, dass die Nachfrage nicht verschwunden ist. In Barcelona liegt das günstigste Hotel ohne Sterne für drei Nächte über 400 Euro; ein anständiges Zimmer geht nicht unter 200 Euro, und der tägliche Referenzwert der Stadt liegt bei 136 Euro. In Madrid steigt derselbe Wert auf 200 Euro pro Tag. Am anderen Ende, in Freizeitzielen wie Benidorm, gibt es Vier-Sterne-Hotels unter 100 Euro pro Nacht. Diese Lücke — Großstadt versus Strandziel — ist der unbequemste Datenpunkt für jene, die behaupten, es gebe ein Überangebot und eine Nachfragelücke.
Rekordtouristen und die These vom weniger zahlungskräftigen Besucher
Spanien übertraf 2023 den Rekord von 2019 bei Touristenzahlen und Ausgaben mit mehr als 84 Millionen Besuchern, und die Hotellerie schloss ein besseres Jahr als 2022 ab. Im Juli erhöhten die spanischen Flughäfen ihren Verkehr um mehr als 10 %, angeführt von Madrid-Barajas, wobei die meisten Ziele zweistellig über dem Niveau von 2019 lagen. Der Einwand betrifft nicht das Volumen, sondern die Qualität: Es wird argumentiert, dass mehr Besucher mit geringerer Kaufkraft kommen und dass in diesem Jahr Millionen Deutsche, Franzosen und Briten wegen Rezessionen in ihren Volkswirtschaften fehlen könnten. Dies ist eine Prognose, keine feststehende Tatsache. Auf der anderen Seite ist die Wahrnehmung gegensätzlich: Manche sagen, Fliegen sei billig, andere entgegnen, dass günstige Reisen 2019 endeten.
Ferienvermietung, leere Wohnungen und das Kleingedruckte des Geschäfts
Die zweite Front ist die Unterkunft. In Gebieten wie Malasaña bemerken Geschäfte weniger ausländische Studenten, und in Gebäuden, die zu Zimmervermietungen umgebaut wurden — 900 Euro für ein kleines Zimmer, zwölf pro Etage — entstehen Leerstände dort, wo früher Wartelisten waren. Auf dieser Schwäche baut sich die Erwartung einer Umwandlung auf: Ferienwohnungen kehren zur klassischen Vermietung zurück, und Eigentümer müssen sich ohne die „goldene Henne“ mit lokalen Mietern zufriedengeben.
Mit mehr als 84 Millionen Besuchern in 2023 und einem Juli mit 10 % mehr Flugverkehr erfordert die Behauptung, der Tourismus breche zusammen, eine Erklärung, warum die Zähler weiter steigen. Die Preislücke zwischen Barcelona, Madrid und Benidorm deutet auf eine andere Diagnose hin: Der Reisende ist nicht verschwunden, er ist nur anspruchsvoller geworden, was jeden Euro angeht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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