Barcelona zieht Touristen an, Madrid punktet mit Bäumen

Trotz Kritik am Stadtbild bleibt Barcelona ein Magnet für Touristen. Madrid hingegen überzeugt durch eine höhere Baumbestandsdichte als viele europäische Hauptstädte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Barcelona zieht Touristen an, Madrid punktet mit Bäumen
Barcelona zieht Touristen an, Madrid punktet mit Bäumen

Den im Diskurs genannten Daten zufolge übertrifft Madrid Rom beim Anteil der bewaldeten Fläche und bietet laut Teilnehmern das größte Museumsangebot des Landes. Barcelona hingegen ist stark von Touristen frequentiert. Diese Paradoxie verwundert jene, die den Vergleich bei der Ästhetik beginnen, und erklärt, warum der Tourismus in Barcelona eines der wichtigsten Ziele Spaniens bleibt, während schönere italienische und französische Städte ihm nicht den Rang ablaufen.

Der Ausgangspunkt ist eine heftige Kritik. Barcelona wird als «wirklich hässliche und stinkende» Stadt beschrieben, die unangenehm wirkt und überfüllt ist, obwohl jede der tausenden italienischen oder französischen Städte sie übertreffen würde. Die Frage wird ohne Nuancen gestellt: Warum kommen so viele Touristen? Von dort aus weitet sich der Blick auf Madrid, Sevilla, Granada oder die andalusische Küste in einem ständigen Vergleich zwischen dem Eigenen und dem Fremden.

Woher kommt die touristische Anziehungskraft Barcelonas

Die häufigste Erklärung verweist auf 1992. Die Olympischen Spiele setzten die Stadt international auf die Landkarte mit einem Label, das 31 Jahre später noch immer trägt: moderne, mediterrane und «coole» Metropole. Diese Kampagne, so die Argumentation, verkauft sich weiterhin selbst, auch wenn sich das Produkt darunter gewandelt hat.

Der zweite Faktor ist das Erbe mit eigenem Namen. Gaudí allein rechtfertigt eine Reise: die Sagrada Familia und sein übriges Werk. Manche fügen ein im europäischen Tourismus seltenes Argument hinzu: die Möglichkeit, eine Kathedrale im Bau zu sehen, eine Gelegenheit, die laut dieser Lesart keine andere Stadt bietet. Andere fassen es so zusammen: Eine unfertige Basilika zieht mehr Menschen an als die Kathedralen anderer Städte.

Das Gegenargument lautet, dass die Marke schwerer wiegt als das Produkt. Ein Ziel kann jahrzehntelang von einem gut ausgeführten Schachzug leben, wenn dahinter ein Mindestmaß an Angebot steht: Strand, Klima, günstige Flüge und eine eingespielte Dienstleistungsindustrie.

Ist Madrid eine Betonwüste? Was die Baumbestandsdichte sagt

Nein, nach den in den Vergleichen herangezogenen Daten. Madrid weist etwa 39% Baumbestandsdichte auf, mehr als Brüssel und Wien, aber weit entfernt von Oslo (72%), Bern (53%), Ljubljana (50%) und Berlin (44%). Nur Rom liegt mit 24% in der zitierten Tabelle der europäischen Hauptstädte darunter.

  • Oslo: 72%
  • Bern: 53%
  • Ljubljana: 50%
  • Berlin: 44%
  • Madrid: 39%
  • Brüssel: 37%
  • Wien: 34%
  • Rom: 24%

In absoluten Zahlen behaupten manche, Madrid sei nach Tokio die zweitbaumreichste Stadt der Welt. Der Einwand folgt schnell: Ein Großteil dieses Waldes befindet sich am Stadtrand, nicht im Kerngebiet, wo Besucher zwischen Gran Vía und Puerta del Sol unterwegs sind.

Das Kulturangebot, das Madrid nicht zu verkaufen weiß

Das andere große Argument für Madrid ist das Museumswesen. Prado, Reina Sofía und Thyssen ziehen die meisten Besucher an, doch die Liste ist viel länger: Museo del Romanticismo, Lázaro Galdiano, Cerralbo, Sorolla, Museo de América, Museo de Antropología, Nationalmuseum für dekorative Künste oder das neu eröffnete Museo de Colecciones Reales. Die Fundación Masaveu zeigt Werke von Goya und Madrazo ohne Eintrittskosten.

Unter den weniger bekannten Juwelen wird die Einsiedelei San Antonio de la Florida genannt, deren Decke vollständig von Goya bemalt wurde. Das Problem, geben Befürworter dieser These zu, liegt nicht im Angebot, sondern in dessen Vermarktung: Selbst viele Madrilenen kennen einen großen Teil des Katalogs nicht. Und es fehlt das große Emblem, jenes Monument, das die Stadt auf einen Blick identifiziert. Der Königspalast und die Plaza Mayor erfüllen diesen Zweck, können aber nicht mit einer gotischen Kathedrale oder einer römischen Anlage konkurrieren.

Frankreich und Italien gewinnen im Durchschnitt, nicht an Spitzen

Der Fokus verschiebt sich, wenn man das Gesamtbild statt der Highlight-Fälle vergleicht. Die vorherrschende These besagt, dass die durchschnittliche französische Stadtplanung über der spanischen liegt: Die Häuser in den Dörfern folgen einem gemeinsamen regionalen Baustil, im Gegensatz zur lokalen Gewohnheit, jedes Haus nach anderen Kriterien zu errichten. Colmar wird als akzeptiertes Beispiel angeführt, Straßburg wirft mehr Zweifel auf und Nantes erscheint als angenehme, aber nicht überwältigende Stadt.

Die Ausnahme stoppt den Trend. Neapel und Marseille gelten trotz ihres Gewichts nicht als besser als Barcelona. In Frankreich und Italien liegt das mittelmäßige Niveau höher, aber an den Extremen schrumpft der Abstand oder verschwindet ganz.

Sevilla, Granada und andere interne Wettkämpfe

Die Diskussion dreht sich bald wieder nach innen. Manche verteidigen Sevilla als schönste Stadt Spaniens, mit der Einschränkung, dass es letztlich ein großes Dorf sei. Andere entgegnen, dass die historische Altstadt von Granada, mit der Alhambra als Ausnahme, im Vergleich zum Pflegezustand von Málaga vernachlässigt wirke. Auch die Küste wird thematisiert: Es wird behauptet, die Küste von Huelva sei besser als die von Málaga, weniger belastet durch Bebauung.

Kein Vergleich lässt sich abschließen. Jedes Lob zieht eine Rechnung nach sich: Wenn Sevilla schön ist, so heißt es, dann ist es klein; wenn Madrid gute Dienstleistungen hat, so heißt es, dann ist es grau; wenn Barcelona anzieht, so heißt es, dann nur aus Trägheit.

Die Frage, mit der das Thema begann, bleibt unbeantwortet. Wären Schönheit und Stadtplanung entscheidend, würden die Flüge in andere Städte landen. Sie landen dort, wo sie landen, und drei Jahrzehnte später weiß niemand, wie viel davon Verdienst und wie viel bloße Gewohnheit ist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (337 Antworten).

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