Spaniens Enkellgesetz ist ein Ablenkungsmanöver: Das eigentliche Risiko liegt im Briefwahl

Die Briefwahl in Spanien stieg zwischen 2011 und 2023 von 2,4 % auf 10 % aller Stimmen. Der Streit um 163.000 im Ausland lebende Spanier betrifft nur etwa 15.000 tatsächliche Stimmen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der institutionelle Streit um die Aufnahme von 163.000 Spaniern im Ausland in die Wählerlisten betrifft bei einer CERA-Wahlbeteiligung von 9 % im Jahr 2023 rund 15.000 Stimmen. Unterdessen stieg die Briefwahl im Inland von 590.000 Stimmzetteln 2011 auf 2.471.935 im Juli 2023.

Eine Debatte beschäftigt seit Wochen die Schlagzeilen: Soll der Staat rund **163.000 Spanier** mit Wohnsitz im Ausland in die Wählerlisten aufnehmen? Der Verfassungsgerichtshof, das Oberste Gericht, der Bürgerbeauftragte und die Parteien liefern sich dazu schriftliche Auseinandersetzungen. Die Zahl beeindruckt, bis man nachrechnet.

## Die Arithmetik der CERA-Stimmen

Bei den Parlamentswahlen im Juli 2023 lag die Beteiligung der im Ausland registrierten Spanier —die sogenannte CERA-Wahl— bei rund **9 %**. Angewandt auf die 163.000 umstrittenen Wähler bedeutet das eine tatsächliche Zahl von etwa **15.000** Stimmzetteln. Eine Zahl, die in den meisten Wahlkreisen allein kein Mandat entscheidet.

Das Verzeichnis der im Ausland lebenden Spanier umfasst mehr als **drei Millionen** Menschen. Das ist die Größenordnung, die wirklich zählt, und ihre Abwicklung läuft über Konsulate, Postdienste und Postsendungen bis zur Stimmenauszählung. Dort gibt es keinen institutionellen Streit, keine Schlagzeilen, keine Verfassungsbeschwerden.

## Die Briefwahl hat sich vervierfacht

Die Daten der letzten Wahlen erzählen eine andere Geschichte. Im November 2011 wurden etwa **590.000** Briefwahlstimmen abgegeben, **2,4 %** der Gesamtzahl. Im Juni 2016 stieg die Zahl auf **1.350.000**, **5,6 %**. Und im Juli 2023 wurden **2.471.935** Stimmzettel gezählt, **10 %** der Gesamtzahl.

Dieser Sprung lässt sich nicht allein mit dem Wachstum der Wählerverzeichnisse erklären. Es ist ein struktureller Wandel in der Ausübung des Wahlrechts, der das Postverfahren ins Zentrum des Systems rückt. Jede Debatte über die Sicherheit der Auszählung, die diese Entwicklung ignoriert, geht am Kern vorbei.

## Der Verdacht ohne Beweise

Manche behaupten, der Streit um diese 163.000 Wähler sei ein Lockmittel: ein Konflikt, den die Regierung zu verlieren weiß und der ihr dazu dient, funktionierende Institutionen zu inszenieren, während die Aufmerksamkeit von den drei Millionen Auslandsspaniern und der Briefwahl im Inland abgelenkt wird. Es ist eine These, die in sozialen Netzwerken und Foren kursiert, und es sei klar gesagt: **Dafür gibt es keinerlei Beweise**. Kontrollen der CERA-Stimmen und der Briefwahl existieren und sind geregelt; ob sie ausreichen, ist eine andere Frage.

Überprüfbar ist die Asymmetrie: ein institutioneller Konflikt erster Ordnung um rund 15.000 potenzielle Stimmen, während ein Verfahren, das fast zweieinhalb Millionen Stimmzettel bewegt, ohne vergleichbare öffentliche Debatte bleibt. Wenn das Ziel war, auf das System aufmerksam zu machen, war die Wirkung die gegenteilige.

Bevor man Schlüsse über Wahlbetrug zieht, gilt zu bedenken: Jede Wahlanfechtung wird auf dem Rechtsweg und mit Beweisen entschieden, nicht mit Indizien.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (3 Antworten).

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