DGT prüft 500-Euro-Strafen für übermüdete Fahrer
Kann ein Polizist erkennen, wie lange Sie geschlafen haben? Die Generaldirektion für Straßenverkehr (DGT) plant dies und will es ahnden: 500 Euro Strafe für Fahrer, die keine ausreichende Ruhe nachweisen können, wobei ein Bluttest im Gespräch ist, um festzustellen, ob sie genug geschlafen haben. Die Maßnahme ist noch nicht in Kraft und hat kein Datum. Zum Zeitpunkt dieser Diskussion steht fest, dass Protokolle zur Bewertung des Ermüdungsgrades entwickelt wurden und das erklärte Ziel darin besteht, das Fahren unter ungeeigneten Bedingungen abzuschrecken.
Das Argument dahinter ist stark: Zwischen 20% und 30% der Unfälle auf spanischen Straßen wären laut den Studien der Behörde auf Ermüdung zurückzuführen. Diese vergleicht die Auswirkungen von Schlafmangel mit denen von Alkohol. Befragte Experten nennen fünf Stunden Schlaf als Richtwert. Darunter droht im diskutierten Szenario eine Geldstrafe, selbst ohne vorherigen Unfall.
Wie wird Ermüdung bei einer Verkehrskontrolle gemessen?
Ein Atemalkoholtest lässt sich mit einem Gerät und zwei Zahlen auf dem Bildschirm lösen. Ermüdung hat jedoch keine standardisierte Skala am Straßenrand, und hier beginnt das Problem. Der häufigste Einwand besagt, dass bereits das Anhalten den Fahrer wach macht: Wenn die Schläfrigkeit verschwindet, sobald man die Blaulichter sieht, was misst der Test dann genau? Beim Bluttest gibt es grundlegende logistische Zweifel: Wer entnimmt die Probe, mit welchen Mitteln und welcher Fehlertoleranz?
Hinsichtlich der Kriterien wird gewarnt, dass die Entscheidung beim Beamten läge, mit all der damit verbundenen Diskretion, wenn nicht eine messbare Rate, sondern ein Eindruck bewertet wird. Es taucht auch ein irritierender Vergleich auf: Manche erinnern daran, dass Führerscheine für ältere Fahrer mit verminderten Reflexen erneuert werden, ohne solche Tests durchlaufen zu müssen.
200 Euro für einen Duftspender und 200 für Einkaufstüten
Das neue Straßenverkehrsgesetz greift an anderer Stelle. Der Artikel 19 der Allgemeinen Durchführungsverordnung zum Straßenverkehr verlangt freie Sicht und keine Störungen, und ein Duftspender am Innenspiegel kann 200 Euro kosten. Gleicher Betrag für Einkaufstüten auf der Rückbank: Sie gelten als lose Gegenstände, die bei einer Vollbremsung nach vorne geschleudert werden und den Fahrer gefährden.
Der Kontrast, der am meisten ärgert, ist ein anderer. Neue Autos werden mit immer größeren Displays entworfen, auf denen der Fahrer während der Fahrt Menüs navigiert, ohne dass dies sanktioniert wird. Ein Duftspender hingegen schon. Das verbreitete Gefühl ist das einer Norm, die Nebensächlichkeiten überwacht und echte Ablenkungen ignoriert.
Nachtschicht und das unbequeme Glied
Um sechs Uhr morgens aus einer Fabrik oder einem Krankenhaus zu kommen und nach Hause zu fahren, ist eine alltägliche Szene, keine Ausnahme. Ein Teilnehmer zitiert seinen eigenen Fall, als er gezwungen war, dreifache 24-Stunden-Schichten in Notaufnahmen des öffentlichen Gesundheitssystems zu übernehmen; im Thread werden auch Arbeitnehmer mit infernalischen Arbeitszeiten und schlecht gelösten Essenspausen beschrieben.
Von diesem Ausgangspunkt aus stellt sich die Frage, wen man bestraft: den erschöpften Arbeiter oder denjenigen, der den Dienstplan erstellt. Mit Ironie wird vorgeschlagen, dass die kohärente Lösung darin bestünde, Liegen und Baracken an Arbeitsplätzen zu subventionieren, damit die Belegschaft Mittagsschlaf hält und mehr „Firmenleben“ pflegt. Bis dahin fährt derjenige, der nachts rausgeht, müde und zahlt.
Die Kamera, die Ermüdung bereits überwacht
Ein Teil der Analyse behauptet, diese Diskussion komme zu spät. Seit 2024, so heißt es im Thread, müssten Autos mit Kameras zur Erkennung von Ermüdung ausgestattet sein, und die Strafe würde gleichermaßen fällig, wenn die Kamera warnt, dass man ermüdet ist und weiterfährt, oder wenn sie deaktiviert oder unbrauchbar ist. Ein anderer Teilnehmer weist darauf hin, dass die ADAS-Systeme, die in neuen Modellen obligatorisch sind, bereits die Ermüdungserkennung enthalten.
Der nächste Schritt wäre nach diesem Szenario der telematische Zugriff des Beamten auf das Steuergerät des Fahrzeugs und sogar, dass das Auto selbst entscheidet. Hat das System das Fahrverhalten gelernt, erkennt es, ob man heute anders fährt. Wenn dies eintritt, ist der Bluttest überflüssig: Wer aussagt, ist nicht mehr der Fahrer, sondern der Algorithmus.
Versuchsluftballon, TÜV und der Verdacht der Abzocke
Die skeptischste Lesart ist, dass dies nie angewendet wird. Es handle sich um einen Versuchsluftballon, der anderen Interessen dient und dazu führt, dass die Leute das „kleinere Übel“ schlucken, indem sie denken, woran sie vorbeikommen. Andere gehen auf den allgemeinen Rahmen ein: Sie behaupten, dass die technische Hauptuntersuchung (ITV) ihre Anforderungen auf Abgase konzentriert und weniger auf Sicherheitsmerkmale, die günstig zu reparieren sind, und dass dies viele Fahrer dazu bringt, ohne gültige Inspektion zu fahren.
In der Mitte bleibt die Grundbeschwerde des Bürgers, der sich an die Regeln hält und sieht, wie jedes Jahr eine neue Regel auftaucht, die vorher nicht galt und jetzt Hunderte Euro kosten kann. Mit dem Handbuch in der Hand wird das Rezept, um keine Strafe zu bekommen, kurios: fünf Stunden schlafen, den Duftspender vom Spiegel entfernen, die Einkäufe in den Kofferraum legen und darauf vertrauen, dass der Algorithmus des Autos gut gelaunt ist.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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