Spaniens Debatte über Mischlinge und Identität
Was passiert, wenn jemand zugibt, sich für einen Teil seiner eigenen Herkunft zu schämen? Die Geschichte eines Mannes, der sich als Mischling bezeichnet – Vater aus Spanien, Mutter aus Melilla – und sagt, er hasse alles Arabische wegen der Misshandlungen in der Schule, hat eine unbequeme Diskussion über Identität, Rassismus und Zugehörigkeit ausgelöst. Dies ist kein Einzelfall: In Spanien bleibt die Mischung von Kulturen ein Tabu, das je nach Person mit Scham oder Stolz erlebt wird. Der ursprüngliche Bericht, voller Widersprüche – er hält sich für attraktiv, sieht sich aber gleichzeitig Neid und Fremdenfeindlichkeit ausgesetzt –, diente anderen als Spiegelbild für ähnliche Erfahrungen.
Das Trauma desjenigen, der sich für seine Herkunft schämt
Der Autor der ersten Nachricht erzählt, dass sein erster Nachname Rodríguez lautet, den zweiten nicht nennt, seine Mutter aus Melilla und sein Vater vom Festland stammt. Er berichtet, dass man ihn in der Schule «Segarro» nannte – Maristen-Schule in Granada, Jahrgang 1988 – und dies einen Hass auf alles Arabische erzeugte, der, wie er sagt, stärker sei als bei vielen Spaniern. «Ich hasse mich selbst, weil ich weder Spanier noch Segarro bin», gesteht er. Sein Zeugnis mischt den Schmerz über die Ablehnung mit einem auffälligen Selbstwertgefühl: «Ich war der Schönste in der Klasse und gehöre zu den Schönsten meiner Stadt.»
Die Reaktion im Forum ließ nicht lange auf sich warten. Ein Teilnehmer antwortet ihm, dass «jeder ein Mischling ist» und dass ihn die Beleidigungen nur aus Neid oder aufgrund dessen, was sie zu Hause gelernt haben, angreifen würden. Ein anderer geht weiter: «Man wählt nicht, wer man bei der Geburt ist, aber man kann wählen, wer man werden möchte.» Das Gespräch entwickelt sich schnell zu einem breiteren Thema: die soziale Ablehnung von Mischlingen und die Schwierigkeit, sich zugehörig zu fühlen, wenn man sich mit keiner der beiden Seiten identifiziert.
«Meine mütterliche Familie will sich nicht integrieren»: die politische Wendung
In einer überraschenden Wendung fügt der Autor hinzu, dass seine mütterliche Familie «sich nicht integrieren wolle» und «in Spanien leben und Spanien zerstören» wolle, wobei er ihnen vorwirft, «vom Sarracin hirngewaschen» zu sein. Diese Aussage, die er als persönliche Erfahrung darstellt, wird von einigen skeptisch aufgenommen, die darin einen Versuch sehen, seine eigene Ablehnung zu rechtfertigen. Die Verallgemeinerung über eine ganze Gruppe basierend auf einer familiären Erfahrung ist einer der am stärksten kritisierten Punkte des Berichts.
Die Debatte verschärft sich, als ein anderer Teilnehmer behauptet, dass «Mischlinge sogar schlechter angesehen werden als reinrassige Angehörige einer unterlegenen Rasse», und vergleicht Mischlinge mit Straßenhunden ohne Stammbaum. Die bewusst provokante Metapher fasst eine Idee zusammen, die das gesamte Gespräch durchzieht: gemischte Identitäten werden als Mangel wahrgenommen, nicht als Bereicherung. Dem gegenüber steht die Forderung des Gegenteils: «Wir Mischlinge sind besser angepasst als die Weichlinge reiner Rasse.»
Ursprung der Ablehnung: Rassismus oder Ignoranz?
Mehrere Nachrichten stimmen darin überein, dass das Problem nicht die Mischung an sich sei, sondern das Umfeld. «Wenn du eine Brille getragen hättest, hätten dich die 30 Vier-Augen genannt», schreibt ein Teilnehmer und betont, dass Mobbing jede Ausnutzung sucht, um den Andersartigen zu markieren. Ein anderer weist darauf hin, dass die Endogamie der europäischen Eliten mehr Defekte hervorgebracht habe als jede Mischung: «Ein Mensch mit Stammbaum wäre wie ein Redneck, das Produkt zweihundert Jahre dauernder Inzucht.»
Die Diskussion berührt auch die Terminologie. Ein Teilnehmer korrigiert: «Der richtige Begriff ist Hybrid», und ein anderer präzisiert, dass, wenn die mütterliche Familie marokkanisch sei, «du nichts Arabisches hast; die Leute aus dieser Gegend sind Maghrebiner». Geografische und ethnische Genauigkeit vermischt sich mit eher instinktiven Meinungen, einschließlich Beleidigungen gegen Gruppen, die dieser Artikel nicht wiedergibt. Klar ist jedoch, dass Sprache wichtig ist: Wie man jemanden benennt, beeinflusst, wie man ihn behandelt.
Identität als Wahl, nicht als Schicksal
Gegen den Rassendeterminismus verteidigen mehrere Nachrichten, dass Identität etwas Konstruiertes sei. «Wenn du loyal zu Spanien, seiner Kultur, seinen Sitten, Gebräuchen und Gesetzen bist, dann bist du Spanier», behauptet ein Teilnehmer und fügt ein «¡Arriba España!» hinzu, das andere nicht teilen. Die Idee, dass Zugehörigkeit gewählt wird, kollidiert mit der Ansicht jener, die glauben, dass Blut ein unvermeidliches Schicksal bestimmt. «Nein, er ist nicht spanisch und wird es nie sein, er hat Mauren-Blut», antwortet ein anderer und illustriert die Kluft zwischen beiden Positionen.
Der häufigste Rat lautet, die Vergangenheit nicht die Gegenwart definieren zu lassen. «Arbeite daran, dein Inneres zu verbessern, und dein Unbehagen wird nachlassen, bis es verschwindet», rät ein Teilnehmer. Ein anderer empfiehlt ihm, Sozialpsychologie zu lesen, und schlägt einen DNA-Test vor, um seine Vorfahren kennenzulernen. Die Mischung aus Mitgefühl und Selbsthilfe koexistiert mit abfälligen Kommentaren, die der Autor der Nachricht offenbar suchte, als er schrieb: «Ihr könnt mich jetzt ruhig beschimpfen.»
Am Ende findet sich der Mann, der mit dem Geständnis seiner Scham als Mischling begann, einem unbequemen Spiegelbild gegenüber: Spanien weiß immer noch nicht, was es mit seiner eigenen Mischung tun soll. Einige sagen ihm, er solle sich akzeptieren, andere, er solle sich sterilisieren lassen, während er sich derweil über Sklavenarbeit lustig macht und Zelda spielt. Scheiß Leben, ja.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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