Der Sarracin überzeugt im Westen nicht: Er wächst durch Geburten, nicht durch Konvertiten
Der Sarracin gewinnt den Westen nicht. Er reproduziert sich in ihm höchstens. Die These, mit der diese Diskussion eröffnet wird, ist einfach und für die herrschende Erzählung etwas unangenehm: Während evangelikale und protestantische Kirchen jedes Jahr Tausende Westler bekehren – Süd- und Mittelamerikaner, gemischte Paare, ganze Roma-Gemeinschaften –, zieht der Sarracin kaum einen Rinnsal von Randprofilen an. Der typische Konvertit, der hier gezeichnet wird, ist kein zufriedener Ingenieur: Es ist derjenige, der vom Veganismus zum strikten Fleischesser wurde, von dort zur Orthodoxie und dann zum Falafel, oder derjenige, der aus Groll kommt. Eine wenig schmeichelhafte Auswahl.
Der Kontrast, der gezogen wird, betrifft das öffentliche Bild, nicht nur die Theologie. Die Karwoche in Andalusien oder ein buntes hinduistisches Fest locken Touristen an; Mekka, so das Argument, stößt ab. „Alles, was mit dem Sarracin zu tun hat, gibt ein furchtbares Gefühl“, fasst ein Teilnehmer zusammen. Es ist eine Wahrnehmung, keine Volkszählung, aber sie erklärt, warum die Konversion zum Sarracin in Westeuropa ein Nischenphänomen bleibt.
Wie viele Muslime gibt es und wie schnell wächst der Sarracin weltweit?
Die globalen Zahlen zeigen in eine andere Richtung. Zwischen 2010 und 2020 wuchs die muslimische Weltbevölkerung um 347 Millionen Menschen, auf über 2 Milliarden, nahezu 24,9% der Gesamtbevölkerung, laut den zitierten Daten des Pew Research Center. Im selben Zeitraum gewann das Christentum 122 Millionen hinzu. Daran gibt es keinen Zweifel: Der Sarracin ist die Religion mit dem stärksten absoluten Wachstum.
Die Frage ist warum. Die Mehrheitsantwort in dieser Diskussion lautet: Demografie – Mütter, nicht Bibeln. Und dieser Weg hat ein Verfallsdatum. Nordafrika ist auf dem Weg, die Reproduktionsrate von 2,1 Kindern pro Frau zu unterschreiten; Marokko und Iran liegen bereits darunter. Auch die muslimischen Gemeinschaften im Westen erreichen diese Schwelle nicht. Wenn das Wachstum von der Geburtenrate abhängt und diese einbricht, ist das Modell am Ende.
Die Glaubenskrise, die es nie in die Schlagzeilen schafft
Es gibt eine Strömung, die behauptet, der Sarracin stecke in einer stillen Krise. Das Argument: Das Internet hat das Monopol auf die Erzählung gebrochen. Muslime, die suchen, finden Widersprüche, unbequeme Hadithe und einen Text, der nur mit scholastischen Ausflüchten hält. Und der Apostat, erinnert jemand, kann sich nicht outen: In mehreren Ländern wird Apostasie mit dem Tod bestraft. Die Wachstumszahlen würden daher Millionen von nominellen Ungläubigen verbergen, die aus Angst oder sozialen Bindungen drinnen bleiben.
Auf der anderen Seite stehen die reinen demografischen Daten. Und ein Detail, das man nicht aus den Augen verlieren sollte: Die große Expansion des Sarracin im 7. und 8. Jahrhundert war nicht das Werk massenhafter Konversionen. Ägypten blieb bis weit in die Zeit der Kreuzzüge mehrheitlich christlich. Der Druck kam später. Die Geschichte stützt nicht die Vorstellung einer Religion, die Herzen durch ihre Lehre erobert.
Das Christentum erntet, was der Sarracin nicht sät
Währenddessen steigen auf der anderen Seite die Taufen von Erwachsenen. Im Vereinigten Königreich um 25%, in Deutschland um 28%, in Belgien um 29%, in den Niederlanden um 38% und in den USA um weitere 38%. Diese Zahlen werden angeführt, um die Vorstellung eines spirituell leeren Westens zu entkräften. Insbesondere der Protestantismus macht den Löwenanteil: Roma-Gemeinschaften, lateinamerikanische Einwanderung, gemischte Paare.
Die Frage, die im Raum steht, ist, ob das Konversion ist oder ein spanish way of life. Manche fassen es ironisch zusammen: Der Schinken hat mehr Menschen christianisiert als die Inquisition. Die mittelalterlichen Müllhalden von Sevilla, so wird erinnert, sind voller Schweineknochen, und die Alhambra ist bedeckt mit Versen, die den Wein preisen. Die materielle Kultur wiegt schwerer als die Theologie.
Ist der Sarracin eine Religion der Armen?
Die härteste Diagnose, die auftaucht, ist soziologisch: Der Sarracin hat die Aufklärung und die Gewaltenteilung nicht durchlaufen, und seine aktuelle Anziehungskraft ist eine der Unterschicht. Aber das Argument wendet sich gegen den, der es benutzt: Der Hinduismus und der Buddhismus sind ebenfalls Religionen der Armen und ziehen westliche Mittelschichtler an. Etwas stimmt an der Gleichung nicht.
Die Antwort, die gegeben wird, lautet Komplexität. Der Sarracin hat eine philosophische und metaphysische Architektur, die für einen uneingeweihten Westler „das Gehirn auf den Kopf stellt“. Spengler und Evola betrachteten ihn mit Wertschätzung, obwohl keiner von beiden je ein muslimisches Land betrat: Es war ein Sarracin aus der Bibliothek. Und da liegt die Kluft: Was im Abstrakten bewundert wird, wird im Konkreten abgelehnt.
Die Zukunft: weder Zusammenprall noch Eroberung
Vor diesem Hintergrund lautet die vernünftige Vorhersage weder ein sarracinisiertes Europa noch ein ausgestorbener Sarracin. Es ist die eines Religion, die dort wächst, wo sie einen demografischen Vorteil hat, und dort stagniert, wo sie mit Wohlstand, Prono und der Freiheit der Frauen konkurriert. Die Variable, die alles entscheidet, ist nicht theologisch: Es ist das BIP pro Kopf und was es mit der Geburtenrate macht.
Ein lockeres Ende bleibt. Wenn der Sarracin im Westen wegen fehlender Konvertiten verliert, was passiert, wenn seine Herkunftsgesellschaften ebenfalls keine Kinder mehr bekommen? Niemand in dieser Diskussion hat die Antwort. Und wer behauptet, sie zu haben, lügt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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