Spaniens befristete Beamte scheitern an Kreditauflagen

Fast 30 % der spanischen öffentlichen Bediensteten sind befristet, im Bildungswesen bis zu 40 %. Interinos erhalten nach 14 Jahren keine Hypothek.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens befristete Beamte scheitern an Kreditauflagen
Spaniens befristete Beamte scheitern an Kreditauflagen

Im Juli 2024 hatte die Regierung ihr Versprechen, die Befristungsquote im öffentlichen Dienst auf 8 % zu senken, noch nicht eingelöst. Verfügbare Daten zeigten, dass die öffentlichen Verwaltungen fast 30 % befristete Mitarbeiter beschäftigten, wobei Sektoren wie das Bildungswesen nahe an 40 % heranreichten. Die Paradoxie ist bekannt: Der Privatsektor weist eine Befristungsquote von 14 % auf, weniger als die Hälfte des öffentlichen Sektors. Die Exekutive verpflichtete sich nach einem Urteil des Gerichtshofs der Europäischen Union zur Reduzierung der Interimstätigkeiten, doch in der Realität häufen Tausende von Interinos (befristete öffentliche Bedienstete) bis zu 14 Jahre aneinandergekettete befristete Verträge an.

Das Zeugnis, das das Problem zusammenfasst

"Ich bin seit fast 14 Jahren Interino bei einem Gericht; ich habe meine Situation bereits 2018 gemeldet und man hat mich ignoriert", erzählt J. A. R., der aus Angst vor Repressalien anonym bleiben möchte. Sein Fall ist kein Einzelfall. Mit 42 Jahren kann er weder einen Hypothekenkredit beantragen noch einen festen Wohnsitz begründen. "So zu leben, schränkt dich in jeder Hinsicht ein", fügt er hinzu. Prekarität ist nicht nur wirtschaftlich: Sie ist existenziell.

M. G., mit 10 Jahren als Interina im Justizbereich, weist auf eine andere Dimension des Problems hin: "Interinos haben Angst, Nein zu sagen." Arbeitsüberlastung, unbezahlte Überstunden und die Erwartung eines Wissensstands, der nicht ihrer Kategorie entspricht, sind an der Tagesordnung. Jahrelang waren die Beamtenprüfungen eingefroren. Jetzt werden sie wieder ausgeschrieben, aber das Studium mit prekärer Arbeit zu vereinbaren, ist ein Hindernislauf.

Die empörende Klage: 'Ein frischgebackener Absolvent überholt dich'

"Ein frischgebackener Absolvent kommt, der nicht arbeiten muss, sondern nur studiert, und überholt dich rechts", kritisiert J. A. R. Dieser Satz, der diesem Analyseartikel den Titel gibt, verdichtet den Groll einer Generation von Interinos, die sich gefangen fühlt. Das System belohnt diejenigen, die sich ausschließlich dem Studium widmen können, während diejenigen, die jahrelang gearbeitet haben, weder Zeit noch Energie haben, sich auf eine Beamtenprüfung vorzubereiten.

O. S., Interina an der Universität seit 2017, erklärt es deutlich: "Du musst arbeiten, lernen und Familie und Beruf vereinbaren. Ohne feste Stelle musst du dich bei allen Ausschreibungen bewerben, denn wenn du dich nicht bewirbst oder durchfällst, bist du raus." Im Bildungswesen liegt die Befristungsquote nahe bei 40 %, einer der am stärksten betroffenen Sektoren. "Interinos und Angestellte erhalten das Grundgehalt, aber ich kann nicht Abteilungsleiterin sein. Ich kann nicht aufsteigen und mein Einsatzort kann jederzeit geändert werden", fügt sie hinzu. "Sie können mich jederzeit entlassen."

Die Notlösung: Teilnahme an einem Programm

L. M., Interina bei der Generalitat Valenciana (Regionalregierung Valencia) seit 2018, bietet eine pragmatischere Sicht. "Trotz allem beschwere ich mich nicht. Mein Glück ist, dass ich, da ich immer gute Noten in den Prüfungen schreibe, immer wählen kann und mich meinem Zuhause genähert habe", berichtet sie. Ihre Empfehlung ist klar: "Heutzutage ist die beste Option für einen Interino, sich einem Programm anzuschließen." Diese Programme, finanziert aus EU-Mitteln, garantieren drei Jahre Stabilität, verlängerbar um ein weiteres Jahr.

Aber nicht alle haben dieses Glück. Eine andere Mitarbeiterin der Generalitat de Catalunya (Regionalregierung Katalonien), die von der Massenregularisierung ausgeschlossen wurde, erzählt: "Während der Stabilisierung erhielt ich die Stelle nicht geschenkt." Sie ist seit 13 Jahren Interina und ihre Beamtenprüfung wurde abgesagt. Bei denen, die zählten, fiel sie um einen halben Punkt durch.

Der Rechtsbetrug, den niemand sehen will

Die Gesetzgebung ist eindeutig: Strukturelle Stellen müssen innerhalb von maximal drei Jahren durch festes Personal besetzt oder abgeschafft werden. Die Realität zeigt jedoch, dass ein Drittel aller öffentlichen Bediensteten befristet beschäftigt ist. "Eine Person 14 Jahre lang mit einem Interino-Vertrag zu halten, ist Betrug", argumentiert eine wiederkehrende Analyse. Die Verantwortung liegt nicht nur bei den Interinos, sondern auch bei den Verwaltungen, die diese Situation perpetuieren.

Manche behaupten, Interinos kämen durch Vetternwirtschaft hinein und würden dann durch eine Scheinprüfung regularisiert. Andere argumentieren, dass die Karrierebeamten selbst, von Gerichten aus, ungerechterweise durchfallen lassen, um das Interino-System aufrechtzuerhalten. Die Realität ist komplexer: Laut einem Teilnehmer beantragen in der Comunidad Valenciana (Valencia-Gemeinschaft) mehr als 60 % der Bewerber, die ein Auswahlverfahren bestehen, freiwillige Beurlaubung, um als Interinos in besseren Positionen weiterzumachen. Ein Domino-Effekt, der die Risse im System offenbart.



Das Versprechen, die Befristungsquote auf 8 % zu senken, bleibt unerfüllt. Interinos sind weiterhin in einem administrativen Limbus gefangen, der ihnen verwehrt, einen Hypothekenkredit aufzunehmen, eine Familie zu gründen oder ihr Leben zu planen. Die Frage ist nicht, ob das System kaputt ist, sondern warum es niemand repariert.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (125 Antworten).

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