Spaniens Abhängigkeit vom EZB-Rückhalt und der EU-Stabilität

Deutschland begrenzt das Defizit auf 0,35 %, während Frankreich mit 5 % kämpft. Debatten über Spaniens Verletzlichkeit.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Abhängigkeit vom EZB-Rückhalt und der EU-Stabilität
Ohne EZB-Hilfe würde Spanien binnen dreißig Minuten zusammenbrechen

Würde die Europäische Zentralbank aufhören, spanische Schulden zu kaufen, hielte das Land keine halbe Stunde durch. Dies ist keine Katastrophenhypothese, sondern eine Schlussfolgerung, die seit zwei Jahren in Wirtschaftsforen kursiert und angesichts des Aufstiegs der Alternative für Deutschland (AfD) und deren Vorschlag zur Zerschlagung der EU wieder auftaucht. Die Diskussion beginnt mit extremen Szenarien – unbezahlte Rentner, ausbleibende Gehälter, Belastung des Privatsektors – und endet an einem weniger apokalyptischen, aber unangenehmeren Ort: der strukturellen Abhängigkeit Spaniens von billigem Geld.

Die vorherrschende Diagnose lautet, dass die EU nicht über Nacht zerbricht, aber auch nicht mehr wie zuvor hält. Deutschland begrenzt sein Primärdefizit verfassungsrechtlich auf 0,35 % des BIP, was bedeutet, dass seine kumulierten Schulden aus Zinsen und früheren Entscheidungen resultieren, nicht aus unkontrollierten Ausgaben. Frankreich hingegen schleppt ein strukturelles Defizit von 5 % oder mehr mit sich und kann es nur schmerzhaft abbauen. Diese Asymmetrie macht ein langes Zusammenleben zwischen Regierungen entgegengesetzter Ausrichtung unmöglich: Eine deutsche AfD-Exekutive und eine französische unter Macron oder Le Pen mit deutschen Sozialisten heben sich gegenseitig auf.

Warum Spanien ohne die EZB nicht standhält

Die zentrale Frage ist, was passiert, wenn die EZB keine Liquidität mehr injiziert. Die häufigste Antwort lautet: Wir sind bereits pleite und werden nur noch durch das Blut am Leben erhalten, das uns seit der letzten Krise transfundiert wurde. Ohne diesen Fluss kann der Staat seine Schulden nicht refinanzieren, Zahlungen stoppen und die Realwirtschaft schrumpft. Das anfänglich genannte Szenario von fünfzehn Tagen Chaos ist eine Übertreibung, aber die Richtung des Arguments stimmt.

Einige behaupten, die EZB werde unbegrenzt drucken, statt einen Bruch zuzulassen, da dies politisch rentabel sei: Man kann immer Russland, Franco oder andere Gespenster beschuldigen. Andere erinnern daran, dass die Sowjetunion innerhalb weniger Jahre mit Familiendramen, Alkoholismus und organisierter Kriminalität zerfiel, was im Westen weitgehend unbemerkt blieb. Der Unterschied dort war das Fehlen einer Zentralbank, die bereit war, alle Papiere zu kaufen.

Schwacher Euro und Trumps Zölle

Das plausibelste Szenario ist keine Explosion, sondern geordneter Verarmungsprozess. London ist bereits draußen, und Trumps Androhung von Zöllen könnte sich erfüllen. Zwischen 2000 und 2015 war die EU das verwöhnte Kind des Welthandels: größter Importeur, Markt für Überschüsse, mit stabiler und gehorsamer Währung. Während andere wachsen, verdünnt sich dieses Gewicht. Sie bleibt gehorsam, wird aber unwichtiger.

Mit einem gesunkenen Euro hätte Spanien einen relativen Exportvorteil. Das Problem ist nicht der Verkauf, sondern der Einkauf: Lebensmittel, Baurohstoffe und Medikamente. Stabilisieren sich diese drei Dinge, lebt es sich hier nicht schlecht. Wenn nicht, erfolgt die Anpassung über die Preise.

In Euro denominierte Schulden wertlos

Ein oft wiederholtes Argument besagt, dass bei einem Zerfall der EU und dem Verschwinden des Euros alle in Euro emittierten Schulden wertlos wären. Dies bedeutet grob gesagt, dass der Schuldner befreit wird und der Gläubiger Papier in der Hand hält. Die Kehrseite ist, dass Ersparnisse, Renten und Gehälter ebenfalls in dieser Währung denominiert sind.

Der Schweizer Franken taucht als Zufluchtsort auf. Die Schweizerische Nationalbank erzielte 52.380 Millionen Franken Gewinne aus Fremdwährungspositionen und 16.610 Millionen aus Goldreserven, laut zitierten Daten. Die Debatte darüber, ob die Schweiz ihr Deckungsversprechen gebrochen hat, läuft weiter: Manche sagen, es sei nur noch ein Zahlungsversprechen, andere kontern, es bleibe die stabilste Währung der Welt.

Wer kassiert und wer zahlt die Anpassung

Der soziale Hintergrund ist die Verteilung. Ein Teil der Analyse behauptet, Staatsbedienstete würden die Enteignung der Bevölkerungssparvermögen und -besitztümer fordern, um ihre Bezüge zu sichern. Artikel 128 der spanischen Verfassung unterordnet den gesamten Reichtum des Landes dem Gemeinwohl, was manche als Türöffner für solche Operationen lesen. Die meisten Menschen mit Ersparnissen haben für den Staat gearbeitet, was die Trennung zwischen Nutznießern und Steuerzahlern erschwert.

Szenarien der Repression, falls keine Zeit zur Krisenbewältigung bleibt, werden ebenfalls erwähnt: Wenn die Anpassung nicht dosiert werden kann, bleibt nur Gewalt, was das Fass zum Überlaufen bringt. Die vorsichtige Vorhersage lautet, dass die Anpassung kommen wird, aber dosiert und mit genug Angst, damit sich niemand organisiert.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (107 Antworten).

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