Spanien: Vox bricht Koalition in Burgos wegen Migrationshilfen ab

In Burgos ist die Koalition zwischen PP und Vox gescheitert, nachdem es um 119.000 Euro für Migrationshilfe ging. Die Bürgermeisterin hat ein Vertrauensvotum angekündigt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spanien: Vox bricht Koalition in Burgos wegen Migrationshilfen ab
Vox bricht Koalition in Burgos wegen 119.000 Euro für Migrationshilfe ab

Die PP in Burgos wollte ursprünglich 119.000 Euro für drei Organisationen streichen, die Migranten unterstützen, knickte jedoch nach öffentlichem Druck ein. Vox weigerte sich, das Geld wiederherzustellen, woraufhin die kommunale Regierungskoalition zerbrach. Bürgermeisterin Cristina Ayala hat den Bruch als vollzogen betrachtet und für den 28. November ein Vertrauensvotum (cuestión de confianza) anberaumt.

Auslöser des Konflikts ist ein Änderungsantrag der Gruppe Municipal Popular, um die Hilfen für Burgos Acoge, Accem und Atalaya Intercultural – drei Organisationen, die in der Stadt mit Einwanderern arbeiten – wieder einzuführen. Die PP hatte die Kürzung zunächst befürwortet, musste aber nach einer großen Demonstration auf der Plaza Mayor einlenken. Der Änderungsantrag sah vor, die 119.000 Euro (laut Haushaltsplan 119.500 Euro) durch Kürzungen bei anderen Subventionen zu decken. Vox stimmte dagegen. Nun stehen die Stadt ohne Haushalt, ohne Partner und mit vier Stadträten da, die laut der Bürgermeisterin nicht länger in der Regierung verbleiben wollen.

Was Vox fordert, um den Haushalt nicht zu Fall zu bringen

Die rechtsensrecht Partei behauptet, die PP habe Vereinbarungen gebrochen und sei in der Migrationspolitik zu einem Kurs gerückt, der dem der PSOE (Sozialistische Partei) ähnelt. Der stellvertretende Bürgermeister und Vox-Führer in Burgos, Fernando Martínez-Acitores, kritisierte das Vorgehen der PP scharf und bestätigte die Ablehnung des Plans von Ayala. Die Partei veröffentlichte eine Zusammenfassung der Ereignisse der letzten Wochen und hat die Haushaltsverhandlungen mit den Konservativen auf nationaler Ebene ausgesetzt.

Vox argumentiert, man werde nicht an dem teilnehmen, was die Partei als „Verteilung illegaler Migration und Unsicherheit“ bezeichnet. Die nationale Führung unterstützte diese Linie mit einer Nachricht, die den Bruch direkt mit der Migrationspolitik der PP verknüpft. Parallel dazu verbreitete die Partei eine Reflexion über das, was sie als „falschen Gutmenschentum“ (falso buenismo) bezeichnet, sowie ihre katholische Sicht auf die Migrationsfrage, unterzeichnet von ihrem nationalen Sprecher.

Vertrauensvotum in Burgos: Was passiert am 28. November?

Die Bürgermeisterin hat eine außerordentliche Stadtratssitzung für den 28. November einberufen, in der sie ihre Amtsführung und die ihres Regierungsteams verteidigen wird. Nach dieser Verteidigung werden die drei Fraktionen – PSOE mit zwölf Mandataren, PP mit elf und Vox mit vier – über das Vertrauen abstimmen. Sollte sie die Mehrheit verlieren, beginnt eine einmonatige Frist bis zum 28. Dezember, in der die Opposition eine Misstrauensmotion (moción de censura) einreichen kann. Wenn keine eingereicht wird oder diese scheitert, bleibt der Haushalt ungeklärt.

Ayala hat eine Einigung mit der PSOE bereits ausgeschlossen. Die Zahlen reichen nicht aus: Elf Ratsmitglieder der PP plus vier von Vox ergaben die Mehrheit; ohne Vox benötigt sie zwölf Stimmen, die sie nur über die Opposition erreichen kann. Die Bürgermeisterin kritisierte ihre Partner dafür, dass vier ihrer Stadträte nicht mehr in der Regierung sitzen wollen – ein Rückzug, den Vox auf die Vertragsbrüche der PP zurückführt.

Die drei Organisationen, die zum Bruch führten

Burgos Acoge, Atalaya Multicultural und Accem Burgos sind die drei Organisationen, die die besagten 119.000 Euro erhalten. Ihre Aufgabe ist die Unterstützung und Integration von Migranten. Der Änderungsantrag der PP sah vor, diese Posten durch eine Verringerung anderer Subventionen auszugleichen, damit der Haushalt nicht anwächst. Die PP hatte die Streichung zuerst bestätigt und diese dann nach der Demonstration auf der Plaza Mayor revidiert.

In wirtschaftlichen Fachkreisen gibt es Stimmen, die behaupten, diese Organisationen fungieren als subventionierte Strukturen und das Geld sollte aus privaten Mitteln stammen. Dem steht das Argument gegenüber, dass die Unterstützung von Migranten auf öffentliche Dienste fällt und eine Streichung die Kosten auf andere Haushaltsposten verlagert. Das Ende der Haushaltsdebatte bleibt offen.

PP und Vox: Der erste Bruch auf kommunaler Ebene seit 2023

Dieses Ereignis markiert den ersten Bruch in den PP-Vox-Koalitionen, die nach den Kommunalwahlen 2023 geschlossen wurden. Das Muster wiederholt sich: Die nationale Führung von Vox hat die Haushaltsverhandlungen mit der PP nach deren Annäherung an die PSOE in der Migrationspolitik gestoppt. Die Botschaft lautet, dass man nicht an der Verteilung der Migration teilnehmen will, die laut Vox von Feijóo und Sánchez vorangetrieben wird.

Es stellt sich die Frage, ob die PP mit elf Ratsmitgliedern im Minderheitsregime regieren kann oder ob der Druck von Vox sie zwingt, sich zwischen ihren Partnern und der Straße zu entscheiden. Bei diesen Zahlen ist eine Misstrauensmotion der einzige Ausweg, falls das Vertrauensvotum scheitert. Bisher hat niemand aus der PP erklärt, wie sie einen Haushalt verabschieden will, den ihr Partner abgelehnt hat.



Was als Nächstes geschieht, hängt von einer Abstimmung und einer einmonatigen Frist ab. Sollte Ayala das Vertrauen verlieren und die Opposition keine Misstrauensmotion einreichen, bleibt der städtische Haushalt blockiert und die Stadt rutscht in eine Übergangsphase (prórroga). Dies ist das Szenario, das am wenigsten politisches Kapital kostet und am wahrscheinlichsten ist, wenn keine Partei einen neuen Schritt wagt.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (101 Antworten).

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