Die Ausrede der Feigen: „Man muss PSOE wählen, auch mit zugehaltener Nase“

Die Idee, Spaniens PSOE auch dann zu wählen, wenn er nicht überzeugt, wird seit 2008 wiederholt – mit der Angst vor der PP als zentralem Argument und einer Wende nach der Pandemie 2020.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Ausdruck „PSOE mit zugehaltener Nase wählen“ beschreibt eine resignierte taktische Stimmabgabe, die mehr auf der Angst vor dem beruht, was die PP tun würde, als auf Vertrauen in die Partei selbst. Dieses Argument wird seit 2008 wiederholt und verstärkte sich ab 2020.

## Eine Stimme, die aus Angst vor dem anderen gerechtfertigt wird

Die Formel „man muss PSOE wählen, auch mit zugehaltener Nase“ kursiert seit **2008**. Sie ist kein Losungswort der Parteibasis: Sie ist die Art, wie viele Wähler eine Stimme beschreiben, die sie nicht begeistert, die sie aber für notwendig halten. Die übliche Begründung lautet, dass die Alternative PP schlimmere Folgen hätte: eine Änderung der Verfassung und die Privatisierung des Öffentlichen.

Diese Angst dient als zentrales Argument. Die Behauptung, die PP würde die Verfassung ändern oder öffentliche Dienstleistungen verkaufen, wird als Warnung wiederholt, nicht als ausgearbeitetes Programm. Wer sie vertritt, hält sie für Grund genug, die Nase zuzuhalten und trotzdem zu wählen.

Das Ergebnis ist eine defensive Logik: Man wählt gegen etwas, nicht für etwas. Das erklärt das Unbehagen, das viele dabei äußern.

## Die Wende von 2020 und der Test des Lockdowns

Wer diese Stimme verteidigt, behauptet, das Eigenurteilsvermögen dieser Wähler habe sich besonders seit **2020** mit der Pandemie verschlechtert. Die These lautet, dass sie vorher schon unerträglich waren und danach noch feiger wurden.

Es gibt einen Test, der ihnen oft gestellt wird: Hätte die **PP** am **14. März 2020** regiert und denselben Lockdown verhängt, wären sie zu Hause geblieben? Die häufigste Antwort lautet: Ja, sie hätten sich daran gehalten und sogar PCR-Tests gemacht. Der Einwand lautet jedoch, dass sie mit der PP in der Regierung vermutlich die Straßen angezündet hätten.

Dieser Kontrast zwischen dem, was gesagt wird, und dem, was man getan hätte, ist der Kern der Kritik. Nicht die Gesundheitsmaßnahme wird infrage gestellt, sondern die Kohärenz derjenigen, die sie je nach Unterzeichner akzeptiert hätten.

## Immer dieselben Argumente

Dieser Stimme werden weitere Überzeugungen zugeschrieben, die beharrlich wiederholt werden: dass Migranten nicht wählen, keine Leistungen erhalten, dass die Mieten wegen der Russen, Engländer und Ferienwohnungen steigen, dass viel Machismus zu korrigieren ist, und dass bei einer Regierung der PP Franco zurückkehrt oder Vox Frauen zum Burka-Zwang zwingen und Abortion verbieten würde.

Es sind Behauptungen, die als Gewissheiten präsentiert und nicht mit Daten belegt werden. Die Kritik richtet sich nicht nur gegen ihren Inhalt, sondern dagegen, dass sie mit demselben Eigenurteilsvermögen vertreten werden wie alles andere.

Außerdem wird angemerkt, dass PP-Wähler genauso unfähig, aber weniger unerträglich seien, weil man ihre Schwächen kenne.

## Ein Land, das nur durch Extreme gerettet wird

Die Schlussfolgerung daraus lautet, dass nur die **PCPE** (eine kleine spanische Kommunistische Partei) oder die **Falange** (eine rechtsensrecht Bewegung) das Land retten könnten und alles andere eine Art globale satanische Verschwörung sei. Das ist ein maximalistischer Ausweg ohne Raum für Mitte.

Diese Behauptung sollte man nehmen, was sie ist: eine extreme Meinung, keine Analyse. Die Idee, dass nur Extreme das Land retten, stützt sich auf keine Daten und disqualifiziert jeden anderen Wähler.

Bei politischen und wahlbezogenen Entscheidungen sollte man jede Entscheidung an überprüfbaren Quellen prüfen, nicht an wiederholten Parolen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (0 Antworten).

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