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Spanien senkt Tempolimit auf 100 km/h für AP-7, AG-55 und AP-8
Sechs Abschnitte der AP-8 in Gipuzkoa sinken von 120 auf 100 km/h. Neue Blitzer überwachen die Einhaltung. Auch AP-7 und AG-55 haben ähnliche Reduktionen.
Spanien senkt Tempolimit auf 100 km/h für AP-7, AG-55 und AP-8
Die Höchstgeschwindigkeit auf spanischen Autobahnen ist kein fester Wert mehr. Sechs neue Abschnitte der AP-8 in Gipuzkoa, verwaltet von der Gesellschaft Bidegi, haben ihr Limit von 120 auf 100 km/h gesenkt, begleitet von zwei zusätzlichen Radaranlagen zur Überwachung. Diese Maßnahme reiht sich ein in die bereits erfolgten Reduktionen auf der katalanischen AP-7 und der galizischen AG-55 und bestätigt einen Trend, der nicht mehr vorübergehend scheint: Die Zahl der Schnellstraßen mit reduzierten Limits nimmt im ganzen Land zu.
Das offizielle Argument ist die Verkehrssicherheit. Der UN-Bericht „Empfohlene Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit der Straßeninfrastruktur“, veröffentlicht vor fünf Jahren, plädierte bereits für niedrigere Limits und betonte eine Maximalgeschwindigkeit von 100 km/h für Schnellstraßen. In Spanien scheinen selbst die 120 km/h nicht mehr ausreichend. Die katalanische AP-7 ging noch weiter: Zwischen El Vendrell und Maçanet de la Selva, einem Abschnitt von bis zu 140 Kilometern, gelten dynamische Limits durch künstliche Intelligenz, die je nach Wetter, Verkehr, Tageszeit oder Zustand der Fahrbahn auf 100 km/h fallen. Zwischen Vilafranca del Peine und Martorell wird die Reduktion an jedem Sonntag und Feiertag während des Rückreiseverkehrs zwischen 15.00 und 22.00 Uhr aktiviert.
Welche Abschnitte der AP-8 ändern ihre Geschwindigkeit
Die Änderung in Gipuzkoa betrifft drei Segmente in Richtung Bilbao und drei weitere in Richtung Behobia. In Oiartzun wird die Reduktion in einer Gefällstrecke und vor mehreren Kurven angekündigt, betroffen sind 1,7 Kilometer; an der Einmündung nach Behobia erreicht der Abschnitt 1,5 Kilometer. In Aritzeta, wo die AP-8 auf die GI-20 trifft, gelten 900 Meter mit einer Begrenzung von 100 km/h, sowie 800 Meter an der Verzweigung. Auf der westlichen Seite, Höhe der Einfahrt von Elgoibar, umfasst die Herabsetzung 1,6 Kilometer. Der längste Abschnitt liegt in Richtung Bilbao: 3,4 Kilometer, beginnend vor Mendaro und endend nach einer Serie von Kurven, mit einem Radar auf halber Strecke.
Die galizische AG-55 hat sich hingegen für eine allgemeine, nicht-dynamische Reduktion entschieden. Sie begrenzt die Geschwindigkeit ab dem Industriegebiet Bértoa in Carballo (A Coruña) und am Kilometerstein 19,5 über 2,8 Kilometer. Nach der Mautstation kontrolliert ein Abschnittsradar von 3 Kilometern die Abwärtsfahrt bis zum Viadukt Loureda, mit einem Limit von 100 km/h, das sich darüber hinaus erstreckt. Am Kilometer 8 taucht eine weitere Reduktion auf, ebenso bei der Einfahrt nach A Coruña.
Warum werden Limits gesenkt: Sicherheit oder Einnahmen
Die Frage hat keine eindeutige Antwort. Bidegi behauptet, die Maßnahmen seien das Ergebnis zahlreicher regelmäßiger Studien und zielen darauf ab, die Verkehrssicherheit und Sichtbarkeit zu erhöhen. Gegen diese Darstellung argumentieren Analysten, dass Verkehrsstrafen wie eine zusätzliche Steuer fungieren und absurde Limits so gestaltet sind, dass Autofahrer sie unbemerkt überschreiten. Das oft zitierte Datenargument zur Unterstützung dieser These: Laut dem Kanal Garaje Hermético verursachen Ablenkungen 31 % der Unfälle, Alkohol und andere Drogen 26 % und Geschwindigkeit 21 %, aber Geschwindigkeitsverstöße generieren 64 % der Einnahmen. Die Dirección General de Tráfico (spanische Straßenverkehrszentrale) hat dieses Verhältnis nicht dementiert.
Manche gehen weiter und weisen auf den perversen Effekt der Maßnahme hin. Wenn das gleiche Argument, das heute dient, um von 120 auf 100 zu senken, morgen dient, um von 100 auf 80 zu gehen, und übermorgen von 80 auf 60, hat die Treppe kein Ende. Andere verweisen auf mechanischen Verschleiß: Bei 100 km/h auf der Autobahn befinden sich viele Autos zwischen dem fünften und sechsten Gang, in einem unbequemen Bereich, der zur Wahl zwingt und den Motor belastet. Die tatsächliche Reisegeschwindigkeit liege bei 140 oder 150 km/h, so die Kritiker, und das Problem sei nicht die Straße, sondern die schlechten Fahrer.
Auswirkung auf Elektroautos und lange Reisen
Die Reduktion hat eine kaum erwähnte Nebenwirkung: Elektrofahrzeuge. Bei 100 km/h verlängert sich die Reichweite, aber die Reisezeit steigt. Eine lange Strecke, die ohnehin Planung von Ladepausen erforderte, dauert nun länger, und der Effizienzvorteil wird durch zusätzliche Stunden am Steuer ausgeglichen. Eine Anekdote fasst das Problem zusammen: Ein Stau auf der A-6, in dem sogar ALSA-Busse Schlange standen, um einen Tesla zu überholen, der mit 75–80 km/h fuhr, während Dacia-Fahrer auf den kastilischen Abschnitten üblicherweise mit 125–135 km/h unterwegs waren.
Die Ausweitung der reduzierten Limits ist kein isoliertes Phänomen. Die katalanische AP-7 war eine der ersten, die dynamische KI-Limits einführte, und die galizische AG-55 hat die Reduktion auf vielen ihrer Abschnitte verallgemeinert. Die AP-8 ist nur das letzte große Beispiel. Die Strategie kommt von weit her und scheint keinen Rückweg zu haben.
Wie viele Abschnitte müssen noch gesenkt werden, bevor jemand fragt, ob das Problem die Geschwindigkeit oder das Design der Straßen war?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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